FISCHER DEMONSTRIEREN FÜR DIE ÄSCHE

Vielen Dank für die hervorragende Organisation der Demonstration. Auch wenn wir eine unmittelbare Verschiebung der Bauarbeiten aktuell nicht erreichen konnten, war die Aktion ein wichtiges Signal. Es ist nicht hinnehmbar, dass über Jahre hinweg keine Maßnahmen ergriffen wurden, nur um jetzt unter dem Deckmantel der „Gefahr im Verzug“ ein beschleunigtes Verfahren durchzudrücken.

Die Demonstration vom 14. April 2026, an der sich spontan um die 40 engagierte Fischerinnen und Fischer beteiligt haben, war ein deutliches Signal: Wir nehmen eine intransparente Vorgehensweise der Behörden nicht hin. Zwar konnten die Bauarbeiten durch den Protest zum jetzigen Zeitpunkt nicht verschoben werden, dennoch bleibt die Art und Weise der Genehmigung höchst fragwürdig. Im Namen der Beteiligten bringen wir hiermit unser tiefes Unverständnis über die prozessuale Abwicklung zum Ausdruck.

Foto: Wolfgang Hauer

Unser massiver Protest richtet sich jedoch gegen den gewählten Zeitpunkt und die behördliche Vorgehensweise. Dass die Bauarbeiten ausgerechnet jetzt, während der hochsensiblen Laichzeit der Äsche, durchgeführt werden, ist fachlich und ökologisch nicht hinnehmbar.

vlnr: Landesfischermeister Gerhard Sandmayr und der Pächter der Goiserer Traun, Peter Oberwimmer.

Die Teilnahme von Landesfischermeister Gerhard Sandmayr unterstreicht die Bedeutung unseres Anliegens. Wenn der oberste Vertreter der Fischerei im Land persönlich Präsenz zeigt, verdeutlicht dies, dass die Kritik am Vorgehen des Gewässerbezirks weit über die lokale Ebene hinaus getragen wird. Es ist ein unüberhörbares Signal, dass die gesamte Landesfischerei mit der Missachtung ökologischer Schonzeiten und der intransparenten Prozessführung durch „Gefahr im Verzug“ absolut unzufrieden ist.

Demonstration auf der Brücke in Steeg, im Hintergrund die 500 Jahre alte Seeklause. Foto: Wolfgang Hauer

Wir kritisieren in diesem Zusammenhang scharf:

  • Verstoß gegen den Artenschutz: Die Unruhe und physische Störung durch Bauarbeiten während der Laichzeit gefährdet den Bestand einer bereits unter Druck stehenden Fischart. Eine Verschiebung der Arbeiten um wenige Wochen hätte diesen ökologischen Schaden verhindert.
  • Jahrelange Untätigkeit vs. plötzliche Eile: Die Sanierung ist seit Jahren als notwendig bekannt. Dass die Behörden das Projekt jahrelang nicht bearbeitet haben, um nun unter dem Vorwand der „Gefahr im Verzug“ ein Eilverfahren ohne Rücksicht auf Schonzeiten durchzudrücken, ist ein administratives Versagen.
  • Demonstration als letztes Mittel: Da der fachliche Dialog im Vorfeld ignoriert wurde, blieb uns als Fischereiberechtigten keine andere Wahl, als den öffentlichen Protest zu wählen. Die Demonstration war das einzige verbliebene Werkzeug, um unseren Unmut über diese rücksichtslose Planung darzustellen.

Die Demonstration war somit die direkte Antwort auf eine gescheiterte Dialogkultur.

Presse-Berichte

OÖN 14.4.2026

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Das Thema „Rettet die Traun-Äsche“ ist deshalb so brisant, weil wir hier Zeuge eines ungleichen Wettlaufs gegen die Zeit werden. Während die Seeklause in Steeg ein massives Bauwerk aus Stein und Holz ist, das – sofern man es lässt – noch Jahrhunderte überdauern wird, kämpft die Äsche in der Oberen Traun ums nackte Überleben.
Ein Laichausfall ist kein einjähriges Pech, sondern eine biologische Hypothek. Wer den Schaden nur am Marktwert der 100 verlorenen Fische misst, begeht einen fatalen Rechenfehler. Man muss den „Zinseszins“ der Natur mit einberechnen: Jedes Ei, das heute nicht schlüpft, ist ein Fisch, der in vier Jahren nicht laicht und in acht Jahren keine Enkel produziert.
 

„Einen toten Fisch sieht man heute;

einen verlorenen Laichjahrgang spürt man über Generationen.“

Zitat von: Heimo Huber