Unter Dammentfernung versteht man den Rückbau von Bauwerken wie Dämmen, Querbauwerken oder Geschiebesperren, die den natürlichen Lauf eines Baches oder Flusses behindern. Ziel ist es, die Durchgängigkeit der Gewässer wiederherzustellen und so den natürlichen Wasser- und Sedimenthaushalt sowie den Lebensraum für Tiere und Pflanzen zu verbessern. In den letzten Jahren ist die Zahl solcher Rückbaumaßnahmen stark gestiegen – meist aufgrund hoher Instandhaltungskosten, Schadensrisiken oder ökologischer Notwendigkeit. Auch in Österreich gibt es zahlreiche veraltete Sperren und Bauwerke, die aus einer Zeit stammen, in der man die ökologischen Folgen solcher Eingriffe noch nicht kannte.
Im Jahr 2022 wurden 325 Dämme entfernt
Allein im Jahr 2022 wurden in Europa über 300 Dämme entfernt. Auch in Österreich besteht großes Potenzial, solche Maßnahmen umzusetzen. Motiviert durch Umweltziele wie die Wiederherstellung von Flusslebensräumen und den neuen ökologischen Zeitgeist, bietet sich jetzt die Chance, die Durchgängigkeit vieler Gewässer nachhaltig zu verbessern. Viel wurde bereits erreicht – doch noch bleibt einiges zu tun.


Geschiebesperren und ihre Wartung
Viele veraltete Geschiebesperren sammeln jedes Jahr Tausende Kubikmeter Sediment. Ihre Wartung und Entleerung verursachen hohe Kosten und schädigen häufig die Umwelt.

Natürlich können manche Sperren aus hochwassertechnischen Gründen nicht entfernt werden – der Schutz der Bevölkerung steht immer an erster Stelle. Dennoch gibt es zahlreiche Anlagen, die keinen funktionalen Nutzen mehr haben und zugleich ökologisch problematisch sind. Hier sollte ernsthaft über eine Entfernung oder Anpassung zur Verbesserung der Organismenpassierbarkeit nachgedacht werden.
Wasserbau im Wandel
In der Aufbauzeit nach dem Zweiten Weltkrieg lag der Fokus des Wasserbaus auf schnellem Abfluss, Hochwasserschutz und landwirtschaftlicher Nutzung. Naturnahe Aspekte spielten kaum eine Rolle. Begradigungen, Verrohrungen und Entwässerungen galten als moderne Technik. Dadurch gingen wertvolle Lebensräume verloren – nicht nur für Fische und Insekten, sondern auch für über 50 Vogelarten, darunter viele Singvögel. Diese Eingriffe führten zu Austrocknung, Bodenfrostempfindlichkeit und einem Rückgang der Biodiversität.
Heute wissen wir: Ein natürlicher Wasserhaushalt ist zentral für das Klima und das ökologische Gleichgewicht. Der moderne Wasserbau setzt daher auf Renaturierung, Flussdynamik und klimatische Resilienz. Neben großen Flüssen müssen auch kleine Zubringerbäche, Gräben, Sümpfe und Moore geschützt und wieder durchgängig gemacht werden.
Wasserbau in der Vergangenheit
In der Aufbauzeit Mitte des vorigen Jahrhundert hatte der Wasserbau einen andere Bedeutung wie heute. Nach einen Zeit dieser Zeit der „harten Wasserverbauung“ und auch „Wasserverschmutzung„, kam die Zeit der Kläranlagen und um unsere Gewässer wieder in einen chemischen, guten Zustand zu versetzen. Dieser Teil ist gut gelungen. Wir haben wieder saubere Gewässer!

Entwässerung und Begradigungen waren in der Zeit um 1960 Stand der Technik. Es wurde Land gebraucht und der Hochwasserschutz wurden technisch und mit einer Optimierung vom Abfluss gelöst. Die große freie Wiesenfläche ist ein Wunschtraum vieler Landwirte, der sie dazu treibt, anlässlich einer Bachregelung alles Strauchwerk, alle Hecken und Bäume zu entfernen. Man hat seine liebe Not, wenn man dagegen predigt und zu bedenken gibt, dass man dadurch die Austrocknung des Bodens fördert, weil der Wind, ungehindert über die Fläche streichen kann; dass der Frost sich mehr auswirken wird und die Pflanzen schädigt; dass die Singvögel – die Helfer bei der Vertilgung des Ungeziefers – abwandern, weil sie ihre Nistgelegenheiten verlieren. Über 50 Vogelarten, darunter 20 Singvogelarten wurden, um nur ein Beispiel
anzuführen, auf solche Weise bei der Regelung von solchen Bächen vertrieben. Das sich in solchen bis auf den Grund zubetonierte Bauwerke auch keine Fische und Wasserinsekten mehr aufhalten ist auch klar.

Wasser musste rasch abgeleitet werden, soweit es nicht der Wasserkraftnutzung diente. Solche Gerinne, wie hier geschaffen wurde, möchte man nur gar zu gern überdeckt in Betonröhren, also unsichtbar machen. Ein Bauer kann ohne Wasser nicht bestehen, und um wieviel freundlicher wirkt das Dorfbild oder die Landschaft, wenn ein gutgehaltenes natürliches Wässerlein es durchzieht und nicht die Technik ihre Allmacht zeigt, wo eigentlich die Natur herrschen sollte.

Potential(e) im FROSKG
Es geht mir nicht um die „Großen Querbauwerke“. Es muss die Klause in Steeg nicht entfernt werden oder dass erst kürzlich in Bad Goisern in Betrieb genommene Kraftwerk mit seiner Wehranlage. Ich denke hier an die vielen kleineren Querbauwerke, die sich in den Zubringerbächen zur Traun befinden und durch die eine Wanderung der Fische stark behindert bzw. ganz verhindert wird. Es sollen unsere Flüsse und Bäche wieder frei fließend gemacht werden, indem wir versuchen mit den verantwortlichen Behörden über potentielle Bauwerke und veraltete Dämme und deren entfernen zu diskutieren, die auch vielleicht keinen Zweck mehr erfüllen oder auch deren Notwendigkeit nicht mehr gegeben ist? Sollte keine Entfernung möglich sein, sollten wir eine Anpassung besprechen, um die eine Organismen Passierbarkeit herzustellen! In der Folge eine erste Ideen Sammlung über potentielle Bauwerke, bei denen wir über ein „DAM REMOVEL“ nachdenken sollten ….. Weitere werden folgen!
Sperre im unteren Rettenbach


Querbauwerk im unteren Frauenweissenbach
Der Frauenweißenbach selbst, in dem sich der Offenseebach, Schwarzenbach und der Gimbach vereinigen, ist ein rechtsufriger Zubringer der Traun oberhalb von Ebensee, in welche er nahe der Ortschaft Lahnstein in die Traun einmündet. Das Einzugsgebiet des Frauenweißenbachs, mit einer Gesamtfläche von 86,05 km², liegt im Gebiet der Marktgemeinde Ebensee.



Weitere Informationen zu „DAM REVOVEL EUROPE“

Dokumentarfilm DamNation – The Problem with Hydropower
Der Film DamNation (2014, von Ben Knight und Travis Rummel, produziert von Patagonia) behandelt die Entwicklung der US-amerikanischen Haltung zu Staudämmen – vom Stolz auf technische Meisterwerke bis zur Erkenntnis, dass gesunde, wilde Flüsse für die Zukunft unverzichtbar sind.
Die Dokumentation zeigt eindrucksvoll, wie Dammrückbauten zur Wiederbelebung ganzer Ökosysteme führen können. Sichtbar wird: Auch wir in Österreich sind auf einem guten Weg – wenn auch noch mit weiterem Handlungsbedarf.
Sehenswerter Film
Dieser Film untersucht die Entwicklung unserer Einstellung vom Stolz auf große Staudämme als technische Wunderwerke bis hin zum wachsenden Bewusstsein, dass unsere eigene Zukunft vom Leben und der Gesundheit wilder Flüsse abhängt. Ist sehenswert und die 1 Stunde und 20 Minuten sind gut investiert Zeit zur Bedeutung unserer frei fließender Flüsse. Wir sind auch in Österreich auf einen guten Weg, auch wenn es noch Jahre und Jahrzehnte dauern wird.
Weitere Beispiele aus der Region
- Strobler Weißenbach: Veraltete und ungewartete Geschiebesperren wirken sich negativ auf Ischl und Traun aus.
- Ischl-Zubringer: Probleme bei der Restwasserstrecke Weinbach.
- Sulzbach: Trotz Fischaufstieg aus der Traun ist der weitere Aufstieg durch ein betoniertes Bachbett unmöglich – besonders zur Laichzeit bei Niederwasser.
Diese Beispiele zeigen: Viele kleine Maßnahmen können zusammen eine große ökologische Wirkung entfalten.
Weitere Informationen
Neugierig auf mehr? Wissen endet nicht mit dem letzten Punkt. „Tiefgang statt nur Oberfläche: Entdecke die Arbeit und Forschung um unsere Gewässer – mit einem Klick zu unseren exklusiven Insights und modernen Management-Strategien.“
Gleich nach dem Fischaufstieg aus der Traun ist „aus der Traum“! Zumindest für die meisten Fische. Die im betonierten Flussbett bei normalen Wasserstand nicht aufwärtsziehen können. Unsere Salmoniden sind Winterlaicher und da haben wir Niederwasser. Dh. wenig Chancen für usnere Fische in die Laichgründe aufzusteigen.
Resümee von Dipl.-Ing. Franz Rosenauer aus dem Jahr 1949
Man denke immer daran, dass bei allen unseren Maßnahmen das das Wasser ein kostbares Gut ist, das wir so lange als möglich im Lande behalten sollen. Trachten wir jederzeit das Wasser im Lande zu speichern, die Grundwasservorkommen zu schonen, sie nie zu verringern. Es ist ein zweischneidiges Schwert, durch Entwässerungen die Bodennutzung zu heben, dabei aber zwangsläufig die Grundwasserbildung und Speicherung zu beeinträchtigen. Wenn wir das unbekümmert fortsetzen, wird auch bei uns die vorerst übertrieben erschienene Warnung vor der „Versteppung“ zur Tatsache werden.

Happy Fish© ist ein Symbol für Menschen, Organisationen und Projekte, die darauf abzielen, wieder frei fließende Flüsse für Fischpopulationen zu schaffen.
„Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.“
Zitat von: Johann Wolfgang von Goethe

