2022 STROBLER WEISSENBACH EINE „NEVER ENDING STORRY“

Das neben dem Klimawandel zweite große Umweltproblem in Gewässern, ist die starke Kolmatierung unserer Gewässersohlen und damit der Fischlaichplätze und der Fischnährtiere. Das Thema ist bei vielen noch nicht angekommen. Dabei ist es – was seine Auswirkungen auf die Fische angeht – vermutlich ebenso bedeutsam wie der Klimawandel.

Den Schuss nicht gehört?

Wer die Angelegenheit jetzt nicht ernst nimmt, hat den Knall nicht gehört. Hinzu kommt, dass der Klimawandel, Biodiversität und Feinsedimente Eintrag auf vielfältige Weise miteinander verbunden sind. Nicht nur, dass der Klimawandel die biologische Vielfalt bedroht. Wie die Verschiebung der Fischregionen, wie wir dies teilweise schon an der Ager, an der Unteren Traun und auch an der Ischl beobachten können.

Was an der Ischl noch dazu kommt: Feinsedimente Einbringungen ruinieren die Laichplätze, vernichten den Zoobenthos und damit die Nahrungsgrundlage von Fischen und langfristig damit unsere Fischbestände.

Erhöhte Feinsedimenteinträge aus terrestrischen und aquatischen Quellen als Folge anthropogener Aktivitäten sind allgemein anerkannt, dass sich diese negativ auf aquatische Ökosysteme auswirken. In Flüssen sind Süßwasserfische einer Reihe von Einflüssen ausgesetzt und bisher konzentrierte sich die Forschung zu den Auswirkungen von Feinsedimenten auf Fische auf relativ wenige Familien, insbesondere die Salmoniden. Hier einen Überblick über die diese Situation und die indirekten und direkte Auswirkungen von Feinsediment auf Frische und Wasserlebewesen (Insekten).

Hier bei der Mündung des Strobler Weissenbach in die Ischl. Die trübe Suppe kommt aus dem Strobler Weissenbach. Die Ischl als Seeausrinn ist Glas klar.

Nach wie vor – massiver Transport von Sedimenten

Der Transport von Sedimenten über den Strobler Weissenbach ist eine Schlüsselkomponente der „Vernichtungs Welle“ die wir in die Ischl und in die Traun bis in den Traunsee entsorgt bekommen. Feinsedimente, wie auch von der BOKU definiert als Partikel feiner als 1 mm Durchmesser und das zu einen sehr hohen Anteil, der tausenden Tonen, die wir hier in unsere Fischgewässer entsorgt bekommen.

WLV bringt Fische und ihre Lebensräume in Bedrängnis

Das Problem, welches wir hier seit 2019 haben ist menschengemacht und man kann dies nicht auf natürliche Hochwässer und durch die Folgen des Klimawandels schieben. Auch Fischbestandsaufnahmen, nach dem Hochwasser Ende Juli 2019 zeigen, dass die Fische dieses sehr gut verkraftet haben.

Erst hervorgerufene durch eine manuelle und maschinelle Öffnung der Geschiebesperren und deren Entleerung, setzen unsere Gewässer und ihre Bewohner unter Druck und derzeit gibt es leider, was diese Situation und auch unsere Aufzeichnungen dokumentieren nichts Positives oder Beschönigendes zu berichten. Wie mir von den Pächtern und Fischereirechtsinhaber berichtet wird, ziehen sich auch die Gespräche mit den Verantwortlichen Behörden Vertretern in die Länge. Es wird hier von den Verursachern mit einer Zeitverzögerung taktiert. Leider sind hier über die Bundeslandesgrenzen hinweg mit einer Bundesbehörde, die hier laut eigenen Aussagen im Zuge einer Telekonferenz mit vielen Teilnehmern zugegeben hat, dass ihnen hier leider etwas passiert ist (ups), nicht Einsichtig und kooperativ eine Lösung für den angerichtet Schaden zu bezahlen.

Schadensdokumentation 2022 in absteigender Reihenfolge

Nachfolgende Bilddokumentation über die Auswirkungen der Geschiebesperren Entleerungen der beiden Geschiebesperren im Strobler Weissenbach in ABSTEIGENDER REIHENFOLGE:

22. Jänner 2022 FAH in Bad Ischl verlandet

Fischaufstiege, sowohl der beim Kraftwerk Weinbach, wie beim Kraftwerk Jank und auch die Fischaufstiege in Bad Ischl beim Rechensteg und die Oberhalb davon (drei Stück) sind durch das Dezember 2021 Hochwasser „zu geschottert“!

Die FAH wurden erst Ende November 2021 durch den Gewässerbezirk Gmunden geräumt. Nach dem Hochwasser Ende Dezember 2021 sind diese wieder verlandet und zur Laichzeit der Bachforelle nicht funktionsfähig und passierbar!
Der verlandete Auslauf der „Oberen FAH“ in Bad Ischl. Ebenfalls nicht funktionsfähig und für Fische passierbar!

19. Jänner 2022 Besichtigung der Kammersbachsperre

Anfang Jänner 2022

Fischaufstiege, sowohl der beim Kraftwerk Weinbach, wie beim Kraftwerk Jank und auch die Fischaufstiege in Bad Ischl beim Rechensteg und die Oberhalb davon (drei Stück) sind durch das Dezember 2021 Hochwasser „zu geschottert“!

Die Fischaufstiegshilfen, die im Herbst 2021 geräumt wurden, sind durch das Winterhochwasser Ende Dezember 2021 wieder mit Feinsedimenten angefüllt worden und können ihren Verwendungszweck nur sehr bedingt nachkommen.
Viel Geld wurde in die Fischaufstiegshilfen an der Ischl investiert. Steuergelder, Fördergelder und Gelder der EVUs, die sich ihr Geld wieder beim Konsumenten holen!

Ende des Jahres 2021 wurden die Fischaufstiegshilfen (FAH) von Feinsedimenten gesäubert. Dabei wurde wie am Bild ersichtlich der Grünstreifen (Beschattung) vernichtet. Im Jänner waren die Tümpel von der FAH wieder abgefüllt mit Sedimenten.

YE 2021

Zum Jahresende 2021 wurde die Geschiebesperre vom „Postalm Russbach“ saniert. Natürlich wired man auf oberösterreichischer Seite dazu nicht informiert und eingeladen. Zur selben Zeit, dürften auch Nacharbeiten bei den beiden Geschiebesperren erfolgt sein.

Weitere Informationen

Am Strobler Weißenbach wurden zur Verringerung von Geschiebeanlandungen im Zuge von Hochwasserereignissen in den 1970er-Jahren, illegal ohne wasserrechtliche Genehmigungen zwei große Schlitzsperren (Kammersbachsperre und Werkstattgrabensperre) errichtet. Durch die Sperrenkonstruktion mittels Schlitz soll im Ereignisfall ein hydraulischer Rückstaueffekt erzeugt werden und somit die Geschiebe-/Sedimenttransportkapazität stark verringert werden. Das mitgeführte Geschiebe soll im Stauraum abgelagert und bei kleineren und mittleren Hochwässern wieder in den Unterlauf abtransportiert.
Am 14. Juli 2021 wurde von den beiden Kraftwerksbetreibern an der Ischl, der Energie AG mit dem Schlauchwehr in Weinbach und beim „Kraftwerk Schennerpolster“ von der Firma Jank ein leichter Regen ausgenützt um die Stauraume zu spülen.
Daraus sieht man, dass wir von der fischereilichen Bewirtschaftung in einen rechtlich engen Korsett versuchen, unseren Fischen ihren Lebensraum zu erhalten. Die eine „Behörde“ investiert Millionen in Verbesserungen, die andere, nur getrennt durch eine Landesgrenze, jedoch in einen zusammenhängenden Gewässer-Netzwerk, vernichtet Fische und deren Lebensräume. Ein Wiederaufbau wird viele Jahre dauern.
 

„Es ist schwer die Welt ehrenamtlich zu retten,

wenn andere sie hauptberuflich zerstören.“

Abgeändertes Zitat von Dr. Eckart von Hirschhause