BACHFORELLEN FISCHEN IN DER KREMS

Nachdem der Landesfischereiverband Ende im Juli 2019 alle Fischer dazu aufgerufen hatte, nicht mehr zu fischen, gibt es jetzt Entwarnung. Es bestehe keine akute Gefahr mehr für die Wassertiere. Während der Hitzewelle im Juli waren die Gewässer so stark aufgeheizt, dass gerade Forellen enorm belastet waren. Bis zu 27 Grad hatte zum Beispiel die Krems – weit jenseits der Wohlfühlgrenze der Fische. „Forellen bevorzugen sauerstoffreiches Wasser zwischen zwölf und 14 Grad“, sagt Landesfischermeister Siegfried Pilgerstorfer. Ursache ist neben dem Klimawandel auch die Verbauung der Flüsse und die Abholzung der Ufergehölzer. Gerade in den Ortsgebieten an der Krems findet man penibel „cleane“ Ufer vor.

Von Mitte Juni bis Ende Juli war 2019 die Temperatur in der Krems für Salmoniden sehr kritisch.
Wenn ich von der Krems berichte, ist nicht die Weißweinhauptstadt von Österreich gemeint. Die Krems die ich meine, ist ein rund 60 Kilometer langer Nebenfluss der Traun in Oberösterreich. Nicht zu verwechseln ist dieser Fluss mit dem niederösterreichischen Donauzufluss Krems. Die oberösterreichische Krems entspringt am Fuße der Kremsmauer in Micheldorf im Bezirk Kirchdorf und fließt durch das Traunviertel nordwärts durch das Alpenvorland und mündet südlich von Linz, nahe dem Stadtteil Ebelsberg, in die Traun.

Fehlende Bepflanzung

Eine dichte Bepflanzung der Ufer würde sich jedoch in vielfacher Hinsicht positiv auswirken. Die Beschattung wirkt einer Aufheizung des Gewässers entgegen und verhindert übermäßigen Algenwuchs. Die Gehölzwurzeln übernehmen die Funktion der Ufersicherung. Wichtig ist, dass Standortgerechte Gehölze wie z.B. Weiden und Erlen zur Bepflanzung der Ufer verwendet werden. Nur weiche Laubblätter können von Mikroorganismen und der Bachfauna als Nahrung genutzt werden, wovon in weiterer Folge in der Nahrungskette auch die Fischfauna profitiert.

Wer Bachforellen fangen will, sollte mal ans Pfarrerwasser fahren. (Foto: © by Harald Eidinger) 

Harald berichtet: 12.9.2019 Abendsprung

Vor dem Start der Schonzeit der Bachforellen, wollte es Harald am Donnerstag den 12.09.2019 noch einmal wissen und ging auf einen Abendsprung an die Krems, in unser Revier im Kematinger Pfarrerwasser. Es ist immer wieder kaum zu glauben, dass in diesem so sommerwarmen Fließgewässer  (heuer wieder bis +27°) sich die Bachforelle so gut behaupten und entwickeln können. Die meisten fängt man ganz nahe am Ufer. Einige davon sind sicher von unserem Brütlingsbesatz, denn wir 2017 eingebracht hatten. Harald fing neben vielen Bachforellen, auch zwei schön gewachsenen und sehr kampfstarke Regenbogenforellen mit 36 cm und eine mit 40 cm und ebenfalls mit wunderschönen, makellosen Flossen. Diese dürften aus Ober- oder Unterlieger-Besatzmaßnahmen stammen.

Aitel fischen und essen….

Der Aitel ist jedoch ein leckerer Speisefisch, der allerdings über keinen ausgeprägten Eigengeschmack verfügt. Darauf kann man sich jedoch mit verschiedenen Maßnahmen einstellen. Er eignet sich hervorragend für die Kombination mit anderen, intensiveren Lebensmitteln, die ein stärkeres, eigenes Aroma besitzen. Daher habe ich den Aitel in Chili Marinade eingelegt und mit Bärlauch Nudeln serviert. Knoblauch passt natürlich bei Fisch auch immer gut. Wollte jedoch beim Aitel einmal eine andere Geschmacks-Richtung versuchen, um nicht alles nach „forellenartigen“ Rezept zuzubereiten, sondern bewusst eine andere Zubereitungsart und Geschmacksrichtung zu wählen. Wobei durch den Einsatz von Bärlauch auch der „Knoblauchgeschmack“ nicht zu kurz kommt.

Auch jede Menge große Aitel sind in der Krems. Die Fischerei auf diese ist jedoch schwierig und so brachte Harald keinen der „Großen“ auf seine Trockenfliege, nachdem die kleine Aitel an den Haken gingen, waren die schon alarmiert. Der Wasserstand war am 12. September niedrig und das Wasser war glasklar. Von den vielen Cypriniden, wie Aitel, Nasen und Barben gibt es jede Menge Jungfische und damit viel Nahrung für die Bachforellen und Huchen.

Herrliche Trockenfliegenfischerei auf die Bachforellen, ist eine ganz besonders anspruchsvolle Disziplin beim Fliegenfischen. (Foto: © by Harald Eidinger) 
Im Zuge von Hochwasserschutzbaumaßnahmen wurde in dem von uns bewirtschaften Krems-Revier, dem Pfarrerwasser die Anbindung eines davor sehr unscheinbaren, kanalisierten Gerinnes, des sogenannten Bettelbaches, neugestaltet. Die Krems wies aufgrund des streng trapezförmigen Regulierungsprofils im Mündungsbereich des Bettelbaches gravierende morphologische Defizite auf, gerade bei Hochwasser finden sich keine für Fische geeignete Rückzugsgebiete und Einstandsmöglichkeiten. Ziel dieses Projektes war es neben Hochwasserschutzmaßnahmen auch gleich eine fischpassierbare Anbindung des Bettelbaches an die Krems zu schaffen.

„Meine Herausforderung ist, denn Fischen ihren Lebensraum zu retten!“