„Guten Gewässerschutz zeichnet nicht nur das Fachwissen aus, sondern die Vorsorge: Man muss die richtige Technik eben haben, wenn man sie braucht.“ Dass der rapide Rückgang des Dachsteingletschers und extreme Niedrigwasserperioden unsere Gewässer massiv fordern würden, war absehbar – dass es so schnell geht, hat uns diesen Sommer jedoch einmal mehr vor Augen geführt.
Um auch in tieferen Gumpen und erwärmten Restwasserpools bei Notabfischungen schnell und schonend agieren zu können, braucht es Technik, auf die absolut Verlass ist. Deshalb hat der Vorstand des FROSKG schon bei der Vollversammlung im Jänner entschieden unser Equipment aufzurüsten.
Dazu wurde ein Budget freigegeben, um ein hochmodernes Grassl ELT62II-GI-GCV145 (2,2 kW) anzuschaffen und damit unser über 25 Jahre altes 2-takt Aggregat auf die Ersatzbank zu setzen. Eine Investition in maximale Sicherheit, Präzision und den Schutz unserer heimischen Fischbestände, die sich bereits im heurigen Hitzesommer-Einsatz voll bezahlt gemacht hat. Wir haben rechtzeitig investiert und konnten es im heurigen Jahr schon nutzen, unser neues:
GRASSL ELT62II-GI-GCV145 mit 2,2KW Honda Motor mit Impulsstrom

Sicherheit am Wasser
Bei der Auswahl des Geräts haben wir keine Kompromisse gemacht. Unser neues Modell ist nach den strengen internationalen Normen IEC- und EN 60335-1 sowie 60335-2-86 gefertigt und offiziell TÜV-geprüft. Das bedeutet für uns: geprüfte Zuverlässigkeit unter realen Einsatzbedingungen.
Maximale Sicherheit durch zertifizierte Standards
Ein entscheidender Vorteil ist der elektrische Aufbau in Schutzklasse II. Doch was bedeutet das konkret für die Praxis?

- Doppelte Isolierung: Alle stromführenden Teile sind zweifach geschützt.
- Bestmöglicher Personenschutz: Selbst im unwahrscheinlichen Fall eines Defekts ist der Anwender vor gefährlichen Berührungsspannungen geschützt.
- Der Totmanntaster: Ein unverzichtbarer Sicherheitsanker. Sobald der Bediener den Taster loslässt, werden die Ausgänge sofort spannungslos. Der Stromfluss wird unterbrochen, noch bevor eine Gefahrensituation entstehen kann.
Flexibilität am Gewässer: Benzin oder Akku?

Benzinbetriebene Geräte
Diese sind unsere Kraftpakete für den Dauereinsatz. Sie bieten eine unbegrenzte Ausdauer und hohe Leistungsabgabe, was sie ideal für großflächige Einsätze und tiefe Gewässer macht, bei denen wir über viele Stunden hinweg eine konstante Spannung benötigen.

Batteriebetriebene Geräte
Flüsterleise und flexibel: Die Stärken des Akku-Betriebs
Mit batteriebetriebenen Fischfanggeräten haben wir über viele Jahre hinweg äußerst einschlägige und positive Erfahrungen gesammelt. Ihr größter Pluspunkt liegt in der enormen Leichtigkeit und Kompaktheit: Sie ermöglichen ein nahezu lautloses Arbeiten völlig ohne Abgase – ein unschätzbarer Vorteil, da dies den Stress für die Fische auf ein Minimum reduziert und die Mobilität unseres Teams im unwegsamen Gelände drastisch erhöht. Gerade an kleinen Bächen oder schwer zugänglichen Abschnitten lässt sich so auch unkompliziert alleine eine schnelle Bestandsübersicht verschaffen. Wo ein verbrennungsmotorisiertes Aggregat mit hoher Dauerleistung glänzt, punktet das Akku-Gerät durch maximale Flexibilität, Schnelligkeit und ein emissionsfreies Arbeiten direkt am Fisch.
Warum Benzinaggregat
Die Wahl zwischen einem Akku-Gerät und einem Benzinaggregat war eine strategische Entscheidung. Da unser Aufgabenspektrum von schnellen Notabfischungen in tiefen Gumpen bis hin zum rationellen Laichfischfang in unterschiedlichsten Gewässern reicht, bietet das Benzinaggregat für unseren speziellen Bedarf die entscheidenden Vorteile:

- Höhere Leistungsreserven für tiefe Gumpen: Bei Notabfischungen stehen wir oft vor tiefen Gumpen oder starker Strömung. Hier benötigen wir eine hohe und vor allem konstante Leistungsabgabe, um ein ausreichend großes elektrisches Feld aufzubauen. Benzinaggregate liefern hier oft stabilere Stromstärken über einen längeren Zeitraum als mobile Akkusysteme.
- Unbegrenzte Ausdauer beim Laichfischfang: Der Laichfischfang erfordert oft ein systematisches Absuchen langer Bach- und Flussabschnitte. Während beim Batteriegerät das Gewicht des Ersatz Akkus und die begrenzte Laufzeit die Effizienz bremsen können, ermöglicht uns das Aggregat ein unterbrechungsfreies Arbeiten – ein kurzer Tank stopp genügt.
- Rationelles Arbeiten ohne Ladezyklen: Gerade bei mehrtägigen Einsätzen oder unvorhersehbaren Notfällen sind wir unabhängig von Ladestationen. Das Aggregat ist sofort einsatzbereit, solange Kraftstoff vorhanden ist, was uns die nötige Flexibilität für spontane Einsätze gibt.
- Wirkungsgrad in größeren Gewässern: Im Vergleich zum kompakten Batteriegerät bietet das Aggregat oft eine höhere Spannungslage. Dies ermöglicht einen größeren Wirkungskreis im Wasser, wodurch wir bei der Befischung breiterer Flüsse deutlich schneller und effizienter vorankommen.
ELT62II GI-GCV145 – 2,2KW mit Impulsstrom-Funktion
Impulsstrom bei extremen Leitfähigkeiten: Wenn das Wasser sehr leitfähig ist, stößt reiner Gleichstrom an seine Grenzen. Hier schalten wir auf Impulsstrom um. Das spart Leistung und hält das Gerät trotz enormer Wirkkraft mobil und tragbar.

- Überwindung physikalischer Grenzen: Bei sehr geringer Leitfähigkeit (weichem Wasser) stoßen wir mit Gleichstrom oft an das gesetzliche Limit von 600–750 Volt. Unser neues Gerät erlaubt im Impulsbetrieb bis zu 1000 Volt, wodurch wir auch in schwierigen Gewässern erfolgreich und effizient arbeiten können.
- Feinfühlige Steuerung: Über die Motordrehzahl und stufenlos einstellbare Impulsfrequenzen können wir das Gerät exakt auf die jeweilige Fischart und die Wassergegebenheiten abstimmen.
Optimale Wirkung bei maximaler Fischschonung
Die Wahl der richtigen Frequenz beim Grassl ELT 62-II ist entscheidend für den Fangerfolg und die Gesundheit der Fische. Als Faustregel gilt: So viel wie nötig, so wenig wie möglich.

Frequenzbereiche & Fischarten
| Frequenz (Hz) | Zielgruppe / Effekt | Anwendung im Salzkammergut |
| 30 – 50 Hz | Große Fische (z.B. große Forellen, Hechte, Huchen) | Laichfischfang: Große Tiere reagieren empfindlich auf niedrige Frequenzen. Schont das Rückgrat und reduziert Stress. |
| 50 – 80 Hz | Standardbereich / Mischbesatz | Allround-Einstellung: Gute Lockwirkung für die meisten Fließgewässerarten bei mittleren Größen. |
| 85 – 100 Hz | Kleinfische & Jungfische (z.B. Koppen, Elritzen, Brut) | Notabfischung: Kleine Fische benötigen eine höhere Frequenz, um das elektrische Feld wahrzunehmen. |
Schritt-für-Schritt Einstellung am Gewässer
- Leitfähigkeit prüfen: Bei sehr kalkhaltigem Wasser (hohe Leitfähigkeit) eher mit niedrigerer Spannung starten. Bei weichem Gebirgswasser Spannung erhöhen.
- Gleichstrom-Check: Startet idealerweise im Gleichstrom-Modus. Zeigt dieser in tiefen Gumpen zu wenig Wirkung, schaltet auf Impulsstrom um.
- Feinabstimmung:
- Reagieren die Fische zu schwach? ➔ Frequenz leicht erhöhen.
- Betäubung tritt zu schnell/hart ein (Fisch „kippt“ sofort)? ➔ Frequenz oder Motordrehzahl (Spannung) senken.
- Elektrodengröße: Nutzt bei hoher Leitfähigkeit größere Anodenringe, um das Feld zu verteilen und die Stromdichte am Fisch lokal zu senken.
Tipp’s
In unseren kalten, sauerstoffreichen Gewässern ist die Leitfähigkeit oft schwankend. Daher nutzt wir die stufenlose Regelung über die Motordrehzahl des Honda-Motors:
- Niedrige Drehzahl: Schont den Motor und reduziert die Spannung für flache Uferbereiche.
- Hohe Drehzahl: Volle Power für tiefe Gumpen im Katastrophenfall.
Technische Eckdaten
- Grassl EFFG ELT65II GI-GCV145 – 2,2KW 300/550V Honda mit Impulsstrom
- Motorgetriebenes Elektrofischfanggerät
- ELT62II-GI-GCV145 mit Gleichstrom- und Impuslausgang
- Gebaut nach DIN EN60335-1 und 60 335-2-86 mit Totmannschaltung und Tiltschalter.
- Aufbau auf Rückentragegestell.
- Honda 4-Takt-Benzin-Motor GCV145 3600U/min
- Drehstrom-SD-Generator permanent
- erregt 360Hz Leistung 2200 Watt
- Schutzklasse II Schutzart IP55
- Impulsteil: Frequenz 25-100 Impulse pro sek.
- Ausgangsspannung bei Impuls Betrieb 580/960 Vss max. 32,0 KW Impuls
- Gleichstromteil: SDC-Ausführung mit geglätteter Ausgangsspannung 300/550V max. 2200 Watt
- Gewicht ca. 22 Kg (leer)

Elektrische Leistungsdaten
| Funktion | Werte / Bereich |
| Betriebsmodi | Gleichstrom (DC) & Impulsstrom (IC) |
| Ausgangsspannung (DC) | Bis max. 600 V / 750 V (normgerecht) |
| Ausgangsspannung (IC) | Bis max. 1000 V (Spitzenspannung) |
| Impulsfrequenz | Stufenlos einstellbar (über Motordrehzahl/Schalter) |
| Einsatzbereich | Alle Wasserleitfähigkeiten (weich bis extrem hart) |
Zusammengefasst
Während das Batteriegerät seine Stärken in der extremen Leichtigkeit hat, überwiegt für unsere vielseitigen und oft intensiven Einsätze die Kraft und Ausdauer des Benzinaggregats. Es ist für uns das zuverlässigste Werkzeug, um bei jedem Wasserstand und jeder Gewässertiefe beste Ergebnisse zu erzielen. Mit der bis zu 1000V Impulsstrom-Funktion haben wir eine erweitere einstell-Möglichkeit bekommen. In der aktuellen Normung (EN 60335-2-86) ist der Scheitelwert bei Impulsspannung tatsächlich auf diesen Bereich ausgelegt, um auch in extrem elektrolytarmen Gewässern eine optimale Wirkung zu erzielen. Das macht das GRASSL ELT62II-GI-GCV145 mit 2,2KW Honda Motor und mit Impulsstrom zu einem echten Allrounder!



Professionelle Technik für nachhaltigen Fischschutz
Mit dieser Investition setzen wir ein klares Zeichen für den Arbeitsschutz und die Professionalität in unserer Gewässerbewirtschaftung. Nur mit sicherem und ausgereiften Equipment können wir uns voll und ganz auf das Wesentliche konzentrieren: den Schutz und der Pflege unserer heimischen Fischbestände.
Weitere Informationen
Notabfischplan
Gültig für den Zeitraum bis 30. April 2029 haben wir die Genehmigung Not- und Baustellenabfischungen in den Gewässern Fischereirevier Oberes Salzkammergut durchzuführen.
Berichte über das „Stromfischen“
Das ist ein sehr spannendes, wenn auch besorgniserregendes Thema aus dem Bereich der Gewässerökologie. Nachfolgend ein Einsatzbericht vom 22. Dezember 2025 der verdeutlicht die dramatischen Folgen, wenn natürliche Flussdynamiken unterbrochen werden.
Das ist ein sehr spannendes, wenn auch besorgniserregendes Thema aus dem Bereich der Gewässerökologie. Nachfolgend ein Einsatzbericht vom 22. Dezember 2025 der verdeutlicht die dramatischen Folgen, wenn natürliche Flussdynamiken unterbrochen werden.
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„Unsere Herausforderung ist, denn Fischen ihren Lebensraum zu retten!“

