„Die Feldaist dürstet – die Ischler Traun fiebert“

Gerald Mandlbauer stellt in seiner Kolumne „Akte Oberösterreich“ zwei Fälle nebeneinander, wie Trockenheit und Wassermangel die Fischerei und die Gewässer in Oberösterreich unter Druck setzen: die Bachrenaturierung an der Feldaist im Mühlviertel und die Erwärmung von Traun, Hallstättersee und Gosausee im Salzkammergut. Aufhänger im Kicker: Das Land startet am Gosausee eine Gewässersanierung und erlaubt im selben Zug mehr Wasserentnahme für die Beschneiung.

Quelle: OÖN, 21. August 2026

Kernpunkte Mühlviertel

  • Fritz Robeischl von der Initiative Aist saniert seit über 15 Jahren Bäche und Flüsse im Mühlviertel und fordert ein Umdenken in der Gewässerpflege.
  • Ein namenloser Zubringerbach der Feldaist bei Pregarten war vor 20 Jahren keine 30 Zentimeter breit. Heute ist er durch Erosion 2 bis 3 Meter breit ausgespült und fällt zwischen Starkregenereignissen staubtrocken.
  • Robeischl sieht darin ein Grundproblem der letzten Jahrzehnte: Bäche wurden als technische Ableitungen behandelt statt als Ökosysteme, Feuchtwiesen wurden drainagiert, Flächen versiegelt.
  • Seine Forderung: weg von großen technischen Lösungen, hin zu Versickerungsflächen und kleinräumigen Maßnahmen, die den Wasserabfluss wieder an den Ursprüngen verlangsamen.
  • Christoph Hauer (BOKU) bestätigt den Trend: periodisches Austrocknen von Bächen und Flüssen wird häufiger, kleinräumige Maßnahmen werden wichtiger als der Rückgriff auf technische Rückhaltebecken.
Quelle: OÖN, 21. August 2026

Kernpunkte Salzkammergut

  • Heimo Huber beschreibt auf seinem Gewässerblog huberpower.com den Zustand der Traun als Tragik: Der Fluss verlässt den Hallstättersee bereits mit über 23 Grad und nimmt bei Ischl über 25 Grad warmes Wasser auf, bevor er in Ebensee den Traunsee erreicht.
  • Der Hallstättersee verliert seine kühlende Wirkung für das Trauntal. Grund ist der schneller schrumpfende Dachsteingletscher, der den Zufluss kalten Wassers verringert.
  • Am Gosausee zeigt sich laut Huber ein Widerspruch: Trotz sinkender Wassermengen soll die für die Beschneiung der Skipisten entnommene Menge aus dem Gosaubach von 40 auf 80 Liter pro Sekunde steigen.
  • Huber nennt das Verhältnis von Naturschutzauflagen und Wasserentnahme für den Wintertourismus eine Schizophrenie: Restwassersicherung und Beschneiung werden von unterschiedlichen Stellen geregelt, ohne dass die Gesamtmenge zusammengedacht wird.
Quelle: OÖN, 21. August 2026

Zwei Regionen, ein Muster: Wasser wird knapper und wärmer, während Nutzung und Regulierung getrennt voneinander laufen. Im Mühlviertel zeigt sich das an einem Bach, der zwischen Rinnsal und Wildbach pendelt. Im Salzkammergut an einem See, der seine Rolle als natürlicher Kühlschrank für die Traun verliert, während gleichzeitig mehr Wasser für die Pistenbeschneiung eingeplant wird.

Der Artikel bestätigt eine Position, die im Revier seit Jahren vertreten wird: Kleinräumige Renaturierung und ein ehrlicher Blick auf die tatsächliche Wasserbilanz sind wirksamer als neue technische Einzellösungen.

Quellenangabe

Gerald Mandlbauer: „Die Feldaist dürstet – die Ischler Traun fiebert“, Kolumne „Akte Oberösterreich“, Oberösterreichische Nachrichten (OÖN), Freitag, 21. August 2026, Ressort Politik, Seite 3. Bildnachweis im Original: Foto man.

Für alle OÖN Abo Leser unter:
https://www.nachrichten.at/politik/landespolitik/die-feldaist-duerstet-die-ischler-traun-fiebert;art383,4203967

In diesen Zusammenhang auch sehr lesenswert:
Der Dachstein-Blues
https://www.nachrichten.at/meinung/kommentare/leitartikel/der-dachstein-blues;art11085,4204402

OÖN-ABO Leser haben den Vorteil, dass sie auf den gesamten Text zugreifen können.

Titel-Foto: von Hubert Pichler, Weyregg

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