Am Pegel Theresienthal zeigt sich, wie nah die Traun im Hitzesommer an ihre biologische Grenze kommt. Bereits seit 1993 dokumentierte Wolfgang Ladin in seinen langjährigen Temperaturaufzeichnungen an der Gmundner Traun, wie empfindlich das Ökosystem des Flusses auf Hitzeperioden reagiert – eine ökologische Früherkennung, die angesichts aktueller Rekord Temperaturen am Pegel Theresienthal aktueller denn je ist. (Coverfoto von Wolfgang Ladin)

Der Pegel Theresienthal liegt kurz unterhalb des Traunsee-Auslaufs und erfasst genau jenes Wasser, das der See in die Traun schickt. Heizt sich der See über Wochen auf, heizt sich auch dieser Ausfluss auf. Nach den Pegel-Werten vom Hydrographische Dienst OÖ erreichte die Temperatur dort am 11. August einen Tagesspitzenwert von 24,3 Grad, bei einem Tagesmittel von 23,4 Grad. Das ist der bisher heißeste Messpunkt der heurigen Saison. Ein zweiter Hitzepeak folgte am 17. August mit 23,0 Grad. Erst die Niederschläge Ende des Monats drückten die Werte wieder Richtung 20 Grad.
Ganglinie der Wassertemperatur
Die Rekonstruktion der Messdaten zeigt für den August 2026 den typischen thermischen Verlauf eines Seeausflusses während einer sommerlichen Hitzewelle.

Offizielle Grafik, Pegel Theresienthal
Screenshot von hydro.ooe.gv.at, Ansicht Monat, Stand Ende August 2026. Die rote Linie zeigt den Tagesmittelwert, das rosa Band die Spanne zwischen Minimum und Maximum.

Mehrjahresvergleich der August-Temperaturen
Der Sommer 2026 sticht im mehrjährigen Vergleich durch eine besonders ausgeprägte Hitzespitze im August heraus. Der Oberflächenausfluss des Traunsees spiegelte die anhaltend hohe Sonneneinstrahlung wider.

Einordnung und Tendenzen
Neuer Höchstwert: Mit 24,3 Grad lag die Spitze 2026 über allen Vergleichsjahren. Der bisherige Höchstwert stammte aus 2024 mit 23,8 Grad.
Anhaltender Wärmedruck:
9 Tage über 22 Grad im August sind der höchste Wert der letzten fünf Jahre.
Langzeittrend: Frühere August-Mittelwerte lagen deutlich unter 19 Grad. Die letzten Jahre pendeln sich bei 20 Grad oder darüber ein. Das verkleinert das thermische Zeitfenster für Äsche und Bachforelle im Traun-Oberlauf spürbar.
Warum ein Grad zählt

Äsche und Bachforelle vertragen Wasser bis etwa 20 Grad. Darüber beginnt echter Stress. Bei 24 Grad sinkt der Sauerstoffgehalt im Wasser deutlich, während der Stoffwechsel der Fische durch die Wärme angetrieben wird. Beides zusammen bringt die Tiere an ihre Grenze, nicht nacheinander, sondern gleichzeitig.
Thermische Toleranzzonen (Äsche und Bachforelle)

Die Fische reagieren, wie sie es immer tun. Sie suchen kühleres Wasser: tiefere Gumpen, beschattete Ufer, kalte Zubringerbäche. Wer bei Werten nahe 24 Grad noch einen Fisch drillt, erhöht dessen Sterberisiko erheblich.
Bewirtschaftungsvergleich: schonende Maßnahmen versus Standby

Kein Einzelfall in diesem Sommer
Bereits Ende Juni hatte der Hallstättersee mit 26 Grad einen Rekordwert erreicht, so früh im Jahr wie nie zuvor gemessen. Dazu mehr im Beitrag Gewässer Extrem-Temperatur Juni 2026.
Wie stark Beschattung solche Spitzenwerte dämpfen kann, habe ich hier zusammengefasst: Ufersaum dämpft Spitzentemperaturen. Bis zu 5,7 Grad weniger sind laut Holzer-Salcher et al. (2023) durch vollständige Beschattung schlecht beschatteter Abschnitte möglich.
Die Grundlagen zum Zusammenhang von Temperatur und Fischbestand in der Gmundner Traun stammen bereits aus 1993: Einfluss der Wassertemperatur auf den Fischbestand.
Quellen
Hydrographischer Dienst Oberösterreich, Pegel Theresienthal / Traun: hydro.ooe.gv.at
Holzer-Salcher et al. (2023): Beschattung und Wassertemperatur an Fließgewässern. Österreichs Fischerei.
huberpower.com, Gewässer Extrem-Temperatur Juni 2026:
huberpower.com/wordpress/gewaesser-temperatur
huberpower.com, Ufersaum dämpft Spitzentemperaturen:
huberpower.com/wordpress/ufersaum-dampft-temperaturen
huberpower.com, Einfluss der Wassertemperatur auf den Fischbestand:
huberpower.com/wordpress/einfluss-der-wassertemperatur-auf-den-fischbestand
Weitere Informationen
Das Eigentliche passiert unter der Oberfläche. Am Gewässer wie beim Naturschutz. Auf www.huberpower.com geht es genau dorthin: zur Arbeit am Wasser, zur Forschung dahinter und zu den Projekten, an denen wir gerade arbeiten.
(Covergrafik auf Datensammlung von Wolfgang Ladin)
„Die Natur ist unser Taktgeber, Erfahrung unser Werkzeug.“
Fischereimanagement Salzkammergut

