Wie soll auch in Zukunft eine attraktive Fischerei im Salzkammergut möglich sein? Anstoß dafür gibt das Bedürfnis nach einheimischem Fisch in der Gastronomie und im Tourismus. Der Produktivität der Gewässer sind natürliche Grenzen gesetzt – umso grösser ist die Bedeutung der Aquakultur. Vom „Fischereimanagement Salzkammergut“ (FMSKG) begrüßen wir diese Entwicklungen, setzt dabei jedoch klare Grenzen zwischen Speisefisch Produktion und der von uns betriebenen „Wildkultur-Fisch-Entwicklung„. Eine zukunftsfähige und attraktive Fischerei im Salzkammergut erfordert ein klares Doppelgleis: Die Deckung des gastronomischen Bedarfs durch geschlossene Aquakulturen auf der einen Seite und den kompromisslosen Schutz der wilden, autochthonen Fischbestände auf der anderen.

Unsere Mission ist der Schutz der Wildfischpopulationen und ihrer Gewässer. Dies ist keine alltägliche Herausforderung – es ist ein kritischer Überlebenskampf. Die Wildfischpopulationen schrumpfen rapide: Ihre Lebensräume werden zerstört, die meisten unserer Flüsse erreichen die ökologischen Ziele nicht und erfüllen nicht die grundlegenden chemischen Standards. Wir haben in weniger als 100 Jahren 90 % unserer Feuchtgebiete verloren, rund 13 % der Süßwasserarten sind vom Aussterben bedroht, und die Bachforelle, der wohl beste Indikator für die Gesundheit der Gewässer, sind in unseren Gewässer-System der Traun massiv gefährdet.

Ein Paradigmenwechsel in der Salmoniden Bewirtschaftung erfordert den Mut, veraltete Methoden wie den pauschalen Besatz mit Zuchtfischen aus ertragsorientierten Teichwirtschaften endgültig aufzugeben. Soll die klassische Fliegenfischerei auf wilde Äschen, Bach- und Seeforellen in den alpinen Flusssystemen eine Zukunft haben, müssen die Hege- und Regulierungsinstrumente direkt an der ökologischen Belastungsgrenze der Gewässer ausgerichtet werden.
Kernmaßnahmen für ein nachhaltiges Fischereimanagement
- Räumliche und funktionale Entkopplung: Speisefisch-Aquakulturen müssen strikt als geschlossene Kreislaufsysteme oder ausreichend gesicherte Teichanlagen betrieben werden. Technischer Hochwasserschutz und Barrieren verhindern, dass Zuchtfische bei Extremwetterereignissen in freie Gewässer gelangen.
- Genetische Reinheit sichern (Wildkultur): Um die genetische Anpassung der Wildbestände nicht durch fehlgeprägte Zuchtfische („Teichtepperl“) zu schwächen, darf Besatzmaterial ausschließlich aus gewässereigenen Mutterfischen (autochthonen Stamm-Beständen) gewonnen werden.
- Differenzierte Vermarktung & Herkunftsschutz: Die Gastronomie profitiert von einer klaren Deklaration. Während Aquakultur die verlässliche Menge für die Teller liefert, bleibt der Wildfisch ein exklusives, saisonales Premiumprodukt mit streng reglementierten Fangquoten.
- Entnahme- & Fangfenster statt reiner Besatzwirtschaft: Neben dem Schutz der Genetik braucht es Schonmaße und Entnahmefenster (Entnahme nur mittlerer Größenklassen), damit wertvolle, erfahrene Laichfische im Gewässer verbleiben und sich natürlich fortpflanzen können.
- Habitatschutz & Revitalisierung: Die Wiederherstellung natürlicher Laichplätze (Kiesbänke, Mündungsbereiche) erhöht die Überlebensrate der Wildbrut und verringert die Abhängigkeit von künstlicher Unterstützung.
Durch die strikte Trennung von Ertragsaquakultur für die Küche und genetisch fundierter Wildkultur für das Gewässer bleibt das Salzkammergut sowohl kulinarisch attraktiv als auch ökologisch einzigartig.
Wenn die Bestände am absoluten Tiefpunkt angekommen sind, fällt zwar der Druck weg, ein funktionierendes System defensiv zu verwalten – gleichzeitig entsteht aber der Freiraum, radikal neu zu denken. Ein revierübergreifender Neustart ist die stärkste Chance, die die Wildfische im Salzkammergut seit Jahrzehnten hatten.
Nullpunkt-Referenzdokument 2005
Der Blogbeitrag zur Fischbestandsaufnahme der Ischler Traun 2005 liefert den entscheidenden, historischen und methodischen Kontext, der das nackte Zahlenmaterial der BAW-Tabelle erst richtig verständlich macht.

kg/ha am Rettenbach vertreten war, liegt 2025 nur noch bei 0,3 kg/ha, das sind 4 gefangene Individuen auf über 23.000 Quadratmetern befischter Fläche.
Die Tabellendaten aus der Elektrobefischung von 2005 bilden ein „Nullpunkt-Referenzdokument“, das die Weichen für unser heutiges Fischereimanagement gestellt hat:
Das „Null-Besatz-Experiment“ (Die nackte Wahrheit)
Ein extrem wichtiges Detail aus deinem Artikel verändert den Blick auf die 2005er-Zahlen komplett:
- Fakten aus dem Blog: Im Zuge der Neuverpachtung an den Verein „Fliegenfischer Weidgerecht“ (Gerfried Hofer) einigten sich die Bundesforste (ÖBf) und der Pächter auf eine Bestandsaufnahme als künftige Bewirtschaftungsgrundlage. Im Jahr 2005 erfolgte vor den Befischungen bewusst keinerlei Fischbesatz!
- Die Konsequenz für die Tabelle: Die enorm hohe Dichte der Regenbogenforelle unterhalb der Rettenbach-Mündung (712 Ind./ha bzw. 96,9 kg/ha) war demnach kein frischer, künstlicher Frühjahrsbesatz aus demselben Jahr. Sie zeigt entweder die extreme Überlebensfähigkeit älterer Jahrgänge, Wildaufkommen oder ein massives Abwandern dieser Art in diesen spezifischen Abschnitt, während die heimischen Arten (Äsche/Bachforelle) selbst ohne direkten Besatzdruck in diesem Jahr im Unterlauf faktisch nicht mehr existent waren.
Auftreten der „Schwarzen Bachforelle“
Dein Artikel liefert den fehlenden, pathologischen Puzzlestein, warum insbesondere die Bachforelle so stark geschwächt war:
- Nachweis seit 1999: Das Syndrom der Schwarzen Bachforelle (PDS / PKD) trat in genau dieser Gewässerstrecke nachweislich ab 1999 regelmäßig auf.
- Im Spätsommer und Herbst (also unmittelbar vor dieser Befischung im Oktober 2005) kam es laut Haunschmid & Busse regelmäßig zu größeren Ausfällen. Die mageren 5,5 kg/ha Bachforellen am Rettenbach sind somit die direkte Quittung für die seit sechs Jahren wütende Seuche in diesem Flussabschnitt.
Der multidimensionale Ansatz (Mehr als nur Fische zählen)
Die Bestandsaufnahme 2005 war der Startschuss für das moderne, ganzheitliche Ökosystem-Management, das ich auf www.huberpower.com bestmöglich dokumentiere. Es wurde erkannt, dass man den Fisch nicht isoliert betrachten darf. Das IGF (Institut für Gewässerökologie und Fischereiwirtschaft) und die Bewirtschafter erhoben damals parallel:
- Ökomorphologie & Wasserbau: Erste systematische Erfassungen der strukturellen Defizite im Flussbett flossen ein.
- Makrozoobenthos (Nahrungsgrundlage): Einbezug der Daten des Amtes der OÖ Landesregierung, um zu sehen, ob die Fische überhaupt genug Nahrung finden.
- Prädatoren-Zählung (Vogelmonitoring): Im Winter 2005/2006 wurde eine systematische Zählung von Kormoran, Gänsesäger und Reiher durch die ÖBf und die Fischer gestartet.
Einordnung in deine heutigen Hauptthemen
Wenn man die Brücke von diesem historischen Dokument aus dem Jahr 2005 zu den heutigen Projekten schlägt, sieht man, dass 2005 die Geburtsstunde deiner aktuellen Agenda war:
- Die Erkenntnis, dass die Äsche am Rettenbach bei 0,4 kg/ha stand, mündete direkt in die heutigen Initiativen wie „Rettet die Äsche“ und den Kampf gegen die „Gefahr in Verzug“ (wie bei der Demonstration in Steeg).
- Die Erkenntnis, dass Krankheiten (Schwarze Bachforelle) und Strukturmängel den Wildbestand auffressen, führte folgerichtig zu deiner heutigen WildKultur-Fisch-Entwicklung und dem Bau des neuen FischLabs (Bruthaus). Man muss weg von der reinen Symptombekämpfung hin zur Stärkung der Resilienz des Flusses.
Die Zahlen von 2005 waren kein Zufallsprodukt, sondern der wissenschaftlich begleitete, ungeschönte „Ist-Zustand“ eines schwer kranken Gewässersystems am Scheideweg.
Zwischenstand-Referenzdokument 2020
Diese Daten aus dem Jahr 2020 (Tab. 3: Übersicht der Detailergebnisse der quantitativen Fischbestandserhebung im Abschnitt 2, durchgeführt von Blattfisch) zeigen schwarz auf weiß den absoluten ökologischen Super-GAU für diesen Traunabschnitt (Fkm 90,7 bis Fkm 98,3).
Wenn man diese Tabelle neben die Daten von 2005 legt, sieht man nicht nur einen „Schwund“, sondern den fast vollständigen Kollaps des gesamten Ökosystems. Die zusätzlich genannten Trigger – die Entleerung des Strobler Weißenbachs und der massive Prädatoren Druck – haben hier ganze Arbeit geleistet.
Das nackte Entsetzen: Die Gesamtbiomasse
- Der Wert 2020: Die gesamte Fischbiomasse über alle 10 Arten hinweg liegt bei gerade einmal 23,23 kg/ha!
- Historischer Vergleich: Im Jahr 2005 hatte der Traun-Abschnitt „Bad Ischl Stadtrevier“ noch 284,1 kg/ha und selbst der damals schon desolate Abschnitt am Rettenbach 106,5 kg/ha. Wir sprechen hier also von einem Rückgang der Biomasse um über 90 % gegenüber 2005! Ein Wert von 23 kg/ha ist für ein Voralpengewässer dieser Größenordnung de facto ein biologischer Totalschaden.
Die Leitfischarten sind nur noch „Gespenster“
Das Gutachten markiert die echten Leitfischarten („l“) folgerichtig in Alarm-Rot. Was hier steht, ist der messtechnische Beleg für das finale Stadium reliktärer Restbestände:
- Äsche: Nur noch mickrige 2,49 kg/ha (bei einer Individuendichte von 15,7 Fischen/ha). Zum Vergleich: 2005 waren es in Bad Ischl noch 79,1 kg/ha. Die Äschenregion hat ihre Namensgeberin fast vollständig verloren.
- Bachforelle: Ein absolutes Desaster – 0,73 kg/ha (4 Individuen/ha!). Die heimische Bachforelle ist in diesem Abschnitt praktisch ausgerottet.
- Koppe: Mit 0,12 kg/ha ebenfalls komplett am Boden, was ein verheerendes Zeichen für das Lückensystem am Gewässergrund (Kolmatierung/Sedimentation) ist.
Selbst die dominante Regenbogenforelle bricht ein
Schaut man auf die Prozentwerte (kg%), wird deutlich, dass die (allochthone) Regenbogenforelle mit 58,83 % zwar immer noch den größten Anteil an der kläglichen Rest-Biomasse stellt – aber in absoluten Zahlen ist auch sie komplett eingebrochen:
- Standen 2005 am Rettenbach noch 96,9 kg/ha Regenbogenforellen, sind es 2020 im gesamten Abschnitt 2 nur noch 13,66 kg/ha. Das System ist mittlerweile so lebensfeindlich, dass nicht einmal mehr der robuste „Überlebenskünstler“ unter den Salmoniden nennenswerte Biomassen bilden kann.
Ökologische Einordnung der Ursachen
Die erwähnten Ereignisse erklären diesen dramatischen Zustand präzise:
- Die Katastrophe am Strobler Weißenbach: Solche Ereignisse (wie unkontrollierte Entleerungen, Schlamm- und Geschiebefrachten) wirken wie eine tödliche Walze auf den Unterlauf. Sie führen zu einer schlagartigen Kolmatierung des Flussbettes. Das Interstitial (das Kieslückensystem) wird mit Feinsedimenten verstopft. Die Nahrungsgrundlage (Makrozoobenthos) wird erstickt, und die Gelege der Salmoniden bekommen keinen Sauerstoff mehr.

- Die Prädatoren-Falle: Wenn der Fluss durch solche Katastrophen und morphologische Defizite seine Struktur, seine Unterstände und sein Totholz verliert, wird er zu einem sterilen Kanal. Die verbliebenen Fische haben keinerlei Deckung mehr. Für eine Überpopulation an Prädatoren (Kormoran, Gänsesäger, Fischotter) ist das ein gedeckter Tisch. Sie müssen nicht einmal mehr jagen, sondern „ernten“ die letzten verbliebenen Fische in den wenigen tiefen Gumpen einfach ab.
Fazit für deine Arbeit im Revier
Diese Blattfisch-Tabelle von 2020 zeigt den Zustand, bevor mit den aktuellen, massiven Gegenmaßnahmen (wie dem neuen Bruthaus im FischLab, den strengen Richtlinien der Fischereiordnung 2025 und den Revitalisierungen wie am Kaltenbach) voll in die Speiche gegriffen hast.
Sie beweist unmissverständlich: Reiner Besatz mit fangfähigen Fischen ist in so einem kollabierten System sinnlos. Nur der radikale Weg, den wir (großteils) eingeschlagen haben – geschützte Wildfisch-Aufzucht (WildKultur), rigoroser Schutz der Laichbäche, politischer Widerstand gegen weitere Verbauungen und die Schaffung von Totholz-Strukturen – kann verhindern, dass aus diesen 23,23 kg/ha in den nächsten Jahren eine glatte Null wird.
Die Kettenreaktion ab 2000–2025
Das ist ein entscheidender und oft übersehener Aspekt der Gewässerdynamik, die wir hier haben: das Prinzip von Source-and-Sink-Populationen (Spender- und Empfänger-Gewässerstrecken).
Source-and-Sink-Populationen
Vor 20 bis 25 Jahren funktionierte das System der Ischler Traun im Grunde wie ein biologisches Ladenetzwerk:
- Die „Motoren“ (Source): Abschnitte wie Bad Ischl oder Steeg produzierten mit Spitzenwerten von über 200 kg/ha bis zu 280 kg/ha (wie 2005 dokumentiert) einen massiven Überschuss an Fischen.
- Die „Empfänger“ (Sink): Strukturell schwächere oder thermisch stärker belastete Abschnitte (wie unterhalb der Rettenbach-Mündung oder Richtung Ebensee) hatten zwar von Natur aus eine geringere eigene Reproduktion, wurden aber durch den permanenten Fischzug (Drift und Migration) aus den produktiven Abschnitten ständig „gespeist“ und gestützt. So blieb das Gesamtsystem über der magischen Grenze von > 100 kg/ha.
Als die Verteilung kippte, brach genau diese Überlebensversicherung des Flusses zusammen. Die Kombination aus dem schleichenden Verschwinden der Bachforelle (getrieben durch Krankheiten wie PKD und den Verlust von Laichhabitaten) und dem rasant steigenden Prädatorendruck durchbrach die kritische Resilienzschwelle.
Wenn die „Spender-Abschnitte“ selbst unter Druck geraten und keine Überschüsse mehr produzieren, passiert folgendes:
Sobald die Kernzonen schrumpfen, gibt es keinen Überschuss mehr, der abwandern kann. Das Ergebnis war der von dir beschriebene, flächendeckende Rückgang des gesamten Gewässersystems auf unter 100 kg/ha in den Jahren 2008–2010. Damit verloren die schwächeren Abschnitte ihr Backup – der Grundstein für den späteren, totalen Einbruch (wie die 23 kg/ha im Jahr 2020) war gelegt.
Diese historische Rekonstruktion macht die Stoßrichtung unserer heutigen Arbeit im Fischereirevier glasklar: Es geht nicht nur darum, Fische irgendwo ins Wasser zu setzen, sondern die biologischen Motoren des Flusses (die Source-Habitate) wieder zum Laufen zu bringen, damit sich das System wieder von innen heraus selbst regulieren und speisen kann.
Wildfisch-Wohltätigkeitsorganisation
Keine andere NGO arbeitet so wie wir, und wir werden keine Finanzierung annehmen, die unsere Arbeit beeinträchtigt. Wir konzentrieren uns auf das Wesentliche. Wir sind die einzige Wildfisch-Wohltätigkeitsorganisation, die sich mit Haut und Haar gegen eine weitere Verbauung unserer Gewässer ausspricht. Die Beweise sind eindeutig: Die Versuche gezüchtete Äschen aus anderen Regionen auszusetzen sind gescheitert: Man kann unsere Wildäschen nicht mit Zuchtäschen vermehren.
Dieser Bericht beschreibt, was ein kleines engagierte, leidenschaftliches und fleißiges „WildFisch-Team“ in einer Vielzahl von Bereichen im Salzkammergut erreicht hat. Wie Projekte zeigt, haben wir in den letzten Jahren einige Erfolge erzielt. Ich hoffe, es inspiriert jeden Bewirtschafter, sich den modernen Bewirtschaftungsmethoden anzuschließen und die reichlichen Vorräte an sauberem, frei fließendem und barrierefreiem Wasser wiederherzustellen, nach denen sich Wildfische sehnen. Aber es geht nicht nur um die Fische. Wenn wir scheitern, sind auch wir Menschen in Gefahr.
Revier Mind Map
Teamwork für vitale Gewässer: Unsere Strategie
Die Sicherung eines „guten“ Gewässerzustands ist eine Daueraufgabe, die nur durch das Zusammenspiel aller Akteure gelingt. Unsere periodischen Abstimmungen sind das Fundament für diesen Erfolg.
Koordination von Infrastruktur & Ökologie
Baustellen und Instandhaltungen sind notwendig, dürfen aber keine ökologischen Wunden hinterlassen.
- Zeitfenster-Management: Baumaßnahmen werden so gelegt, dass sie Laichzeiten und sensible Entwicklungsphasen der Fische nicht stören.
- Schonende Bauweisen: Wir setzen auf Methoden, die die Gewässerstruktur (Substrat, Ufervegetation) erhalten oder sogar verbessern.
Fischbesatz & Natürliche Reproduktion
Ein nachhaltiger Fischbestand ist mehr als nur „Besetzen“.
- Genetische Integrität: Wir fördern den Besatz mit standorttreuen Stämmen (z. B. der Traunforelle), die perfekt an das lokale Milieu angepasst sind.
- Habitat-Optimierung: Unser Ziel ist es, die natürliche Reproduktion so weit zu stärken, dass der Besatz langfristig nur noch eine unterstützende Rolle spielt.
Resilienz gegenüber dem Klimawandel
Um unsere Gewässer für die nächsten Jahrzehnte wetterfest zu machen, setzen wir auf:
Teamwork für vitale Gewässer: Unsere Strategie
Die Sicherung eines „guten“ Gewässerzustands ist eine Daueraufgabe, die nur durch das Zusammenspiel aller Akteure gelingt. Unsere periodischen Abstimmungen sind das Fundament für diesen Erfolg.
1. Koordination von Infrastruktur & Ökologie
Baustellen und Instandhaltungen sind notwendig, dürfen aber keine ökologischen Wunden hinterlassen.
- Zeitfenster-Management: Baumaßnahmen werden so gelegt, dass sie Laichzeiten und sensible Entwicklungsphasen der Fische nicht stören.
- Schonende Bauweisen: Wir setzen auf Methoden, die die Gewässerstruktur (Substrat, Ufervegetation) erhalten oder sogar verbessern.
- Temperaturmanagement: Erhalt von Beschattung durch Ufergehölze und Schutz von Tiefwasserzonen als Kälterückzugsorte.
- Strukturreichtum: Vielfältige Gewässerprofile puffern extreme Abflussereignisse besser ab als monotone Gerinne.
Mein Fazit
Eure Zusammenarbeit beweist, dass der Schutz der „Wildheit“ (wie in der Kaltenbach-Au) und eine professionelle Bewirtschaftung (wie im Sisi-Park oder in der Fischerei) Hand in Hand gehen können. Es geht nicht um „entweder oder“, sondern um das Gewusst-wie.
„Das Wasser dort halten, wo es gebraucht wird, und die Wildheit bewahren, wo sie Leben schenkt.“ – Das ist gelebte Verantwortung.
Quellenangabe
- Bundesamt für Wasserwirtschaft, Institut für Gewässerökologie, Fischereibiologie und Seenkunde (BAW-IGF),Scharfling: Ergebnis der Elektrobefischungen Ischler Traun, 17./18.10.2005, Erhebung Mai 2006.
- Blattfisch: Quantitative Fischbestandserhebung Ischler Traun, Abschnitt 2 (Fkm 90,7 bis 98,3), 2020.
- BAW-IGF, Standardbericht Fischdatenbank Austria: 2025_GZÜV-Oberösterreich/Fische, FW41000482 Traun/Mitterweißenbach, Befischung 01.09.2025, Bewertung 11.12.2025.
- Fischereimanagement Salzkammergut (huberpower.com): Strobler Weißenbach und seine Auswirkungen auf die Ischlund Traun, 11.09.2020. https://huberpower.com/wordpress/strobler-weissenbach/
- Fischereimanagement Salzkammergut (huberpower.com): Kolmatierung, 08.08.2018. https://huberpower.com/wordpress/kolmatierung/
- Rindler, R., Holzapfel, P., Hauer, C., Jury, G., Moser, M., Fischer, A., Gumpinger, C., Habersack, H. (2019):Sedimentmanagement an Wildbächen und die Auswirkungen auf die Fischpopulation. Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaft. Open Access, CC BY 4.0. https://link.springer.com/article/10.1007/s00506-019-0560-6
- Wie problematisch sind Stauraumspülungen aus Sicht der Fischökologie? Ein Überblick mit Fokus auf eine fischökologische Fallstudie an der Unteren Möll. Österreichische Wasser- und Abfallwirtschaft, 2024. https://link.springer.com/article/10.1007/s00506-024-01086-9
- Bash, J., Berman, C., Bolton, S. (2001): Effects of Turbidity and Suspended Solids on Salmonids. Center for StreamsideStudies, University of Washington, im Auftrag des Washington State Transportation Center, Bericht WA-RD 526.1, November 2001.
- Rubin, J.-F., Glimsäter, C. (1996): Egg-to-fry survival of the sea trout in some streams of Gotland. Journal of Fish Biology 48, 585 bis 606. Zitiert nach: Laichplätze der Bachforelle (Salmo trutta) in der Moosach, TUM, Sekundärzitat, Primärquelle zur Absicherung empfohlen. https://mediatum.ub.tum.de/doc/680304/680304.pdf
- Bundesamt für Umwelt (BAFU), Schweiz: Lebensraum Gewässer, Sedimentdynamik und Vernetzung, Kapitel Kolmation, 2023. https://www.bafu.admin.ch/dam/bafu/de/dokumente/wasser/uw-umwelt-wissen/merkblatt7-kolmation.pdf.download.pdf/de_UW_2302_Wasserbau_u._Oekologie_web_Kap_7.pdf
- Hessisches Landesamt für Naturschutz, Umwelt und Geologie (HLNUG): Literaturstudie zu den Anforderungen der Leitfischarten an Laichhabitate. https://www.hlnug.de/fileadmin/dokumente/wasser/fliessgewaesser/biologie/Laichhabitate2013.pdf
- Fischereimanagement Salzkammergut (huberpower.com): Workflow bei der Bachforellen-Bewirtschaftung. https://huberpower.com/wordpress/?p=16023
- O.Ö. Landesregierung: Verordnung Nr. 66, Laichschongebiet Ischl.
- Jens, G.: Die Bewirtschaftung der Fischgewässer. Zitiert nach: Fischereimanagement Salzkammergut (huberpower.com): Laichausfall, 13.04.2026. https://huberpower.com/wordpress/laichausfall/
Weitere Informationen
Das Eigentliche passiert unter der Oberfläche. Am Gewässer wie beim Naturschutz. Auf www.huberpower.com geht es genau dorthin: zur Arbeit am Wasser, zur Forschung dahinter und zu den Projekten, an denen wir gerade arbeiten.

Kulturfolger sind Tiere oder Pflanzen, die aufgrund anthropogener Landschaft verändernder Maßnahmen Vorteile erlangen und deshalb dem Menschen in seine Kulturlandschaft (Forst, Äcker, Wiesen, Behausungen, Zuchtanlagen) folgen. Das Gegenteil der Kulturfolger sind Kulturflüchter. Wir betreiben mit unseren „FischLab-Mühlbach und Bruthaus-Miesenbachmühle (MBM) = FischLab“ (1) eine „Antidomestikations-Zucht“ (2). Während der Speisefischzüchter den Fisch an den Menschen anpasst, versuchen wir die Zuchtbedingungen so weit wie möglich an die Wildnis anzupassen. Wir produzieren keine „Haustiere“, sondern „Wildtiere auf Zeit“, die so schnell wie möglich wieder in ihre angestammte Rolle als Kulturflüchter zurückkehren sollen.
„Wer Fische schützt, schützt das Wasser. Wer das Wasser schützt, schützt uns alle.“
Zitat von Heimo Huber, FROSKG

