Wassertemperatur Frauenweissenbach 2019

Der Bach bleibt das ganze Jahr kalt und ruhig. Selbst im Hochsommer bleibt das Tagesmittel unter 10 °C, der absolute Spitzenwert kratzt gerade an der 11-Grad-Marke. Für Salmoniden ist das ein Bach ohne thermischen Stress. Das Min/Max-Band ist auch im Sommer schmal, der Frauenweißenbach heizt tagsüber kaum auf und kühlt nachts kaum ab. Ein Zeichen für starke Grundwasser- oder Quellspeisung.

Die Tagesmittel-Linie in Dunkelblau, drumherum das hellblaue Min/Max-Band, das dir die tägliche Schwankung zeigt. Das Jahresmittel liegt als dünne graue Linie bei 6,7 °C zum Vergleich.

Tagesmittel

Mit allen 365 Tagen: Datum, Tagesmittel, Tagesmin, Tagesmax, Anzahl der Messwerte. Blatt „Rohdaten“ mit den 8.759 Stundenwerten. Die Tagesmittel rechnen per Formel über den jeweiligen Stundenblock, man kann also jeden Wert nachverfolgen.

Extremwerte

Was die Zahlen sagen:

  • Jahresmittel 6,7 °C
  • kältester Tag: 6. Februar mit 4,7 °C im Mittel
  • wärmster Tag: 1. September mit 9,07 °C im Mittel
  • höchster Einzelwert im ganzen Jahr: 10,9 °C am 31. August

Der Bach bleibt Kalt

Ein Jahr Temperaturmessung 2019. Selbst im Hitzesommer steigt der Bach nie über 11 Grad. 2019 brachte einen der heißesten Sommer der letzten Jahrzehnte. Der Frauenweißenbach hat davon wenig mitbekommen. Unser Temperaturlogger hat das ganze Jahr jede Stunde gemessen, 8.759 Werte. Das Ergebnis ist eindeutig: Der Bach bleibt kalt. Auffällig ist die geringe Schwankung über den Tag. Der Bach heizt sich tagsüber kaum auf und kühlt nachts kaum ab. Das ist ein klares Zeichen für eine starke Speisung aus Quell- und Grundwasser. Dieses Wasser kommt kalt aus dem Berg und bleibt kalt.

Für unsere Fische zählt genau das. Äsche und Bachforelle werden ab 19 bis 21 Grad träge. Ab 24 Grad wird der Sauerstoff im Wasser knapp, und dann wird es kritisch. In den großen Gewässern rückt dieser Bereich in Hitzesommern näher. Die obere Ischl als Ausrinn des Wolfgangsees schafft an heißen Tagen bis zu 25 Grad. In solchen Phasen suchen Forellen und Äschen die kühlen Stellen. Eine davon ist die Mündung eines kalten Baches.

Der Frauenweißenbach ist so eine Stelle. Er ist nicht nur für sich ein kühler Lebensraum. Gemeinsam mit Rettenbach und Mitterweißenbach hält er die Ischl bis zur Traun unter 20 Grad. Ein kalter Zubringer kühlt also weit über seine eigene Mündung hinaus.

Solche Bäche sind kein Nebenschauplatz. Sie sind ein Grund, warum wir im inneren Salzkammergut noch Äschen und Forellen haben, wo sie anderswo längst verschwunden sind. Je heißer die Sommer werden, desto wichtiger wird jeder kalte Zubringer. Wer ihn beschattet und sauber hält, schützt den Fischbestand im ganzen System.

Quellen

Weitere Informationen

Das Eigentliche passiert unter der Oberfläche. Am Gewässer wie beim Naturschutz. Auf www.huberpower.com geht es genau dorthin: zur Arbeit am Wasser, zur Forschung dahinter und zu den Projekten, an denen wir gerade arbeiten.

Die Naturverlaichung der Fische in Fließgewässern ist existentiell für die Erneuerung der Populationen und auch für die fischereiliche Nutzung. Wie gut funktioniert die Fortpflanzung der Fische in Fluss und Bach, wie können wir dies messen und wie entscheiden wir über Besatz oder Besatz Stopp? Welchen Einfluss hat der Klimawandel und auch die Restwasserabgabe? Dazu ist es wichtig, vor Besatzmaßnahmen sich ein Bild über den Bestand zu machen und nach den Besatzmaßnahmen eine Erfolgs-Kontrolle durchzuführen.
Die Äsche ist eine charakteristische Fischart der Traun, zwischen Hallstättersee und Traunsee. Mit einem Anteil, von über 30%, ist die Äsche der Leitfisch in dieser Region. Die Ober Traun, oberhalb des Hallstättersee, ist schon mehr der Forellenregien zuzuordnen. Zwischen Hallstättersee und Traunsee sind wir heute in der Äschenregion. Bis 1988 wurde dieser Traun Abschnitt noch von Kainz bis zur Ischl Mündung als Äschenregion zugeordnet und oberhalb, von der Ischl Mündung bis zum Hallstättersee, als Forellenregion.

„Wer den Fischen eine Stimme gibt, gibt unseren Gewässern eine Zukunft.“

Zitat von: Heimo Huber, Obmann FROSKG