Thymalus Thymalus Alpinus

Die Äsche ist eine charakteristische Fischart der Traun, zwischen Hallstättersee und Traunsee. Mit einem Anteil, von über 30%, ist die Äsche der Leitfisch in dieser Region. Die Ober Traun, oberhalb des Hallstättersee, ist schon mehr der Forellenregien zuzuordnen. Zwischen Hallstättersee und Traunsee sind wir heute in der Äschenregion. Bis 1988 wurde dieser Traun Abschnitt noch von Kainz bis zur Ischl Mündung als Äschenregion zugeordnet und oberhalb, von der Ischl Mündung bis zum Hallstättersee, als Forellenregion.

Von oben fotografierte Äsche in der Strömung
Von oben fotografierte Äsche – Thymalus Thymalus Alpinus – Dachstein Gletscher Äschen Stamm – in der klaren Strömung

An der Bachforelle sehen wir die letzten 20 Jahre, dass äußerst sensibel auf eine Zunahme der Wassertemperatur reagiert wird. Die Erhöhung der Temperaturen resultierten in einer verringerten Entwicklungsrate und verschieben auch die Fischregionen. Auch ein kurzzeitiges Überscheiten der Temperaturlimits, wie es möglicherweise aufgrund extremer Witterungsverhältnisse auftreten könnte, stört diese Entwicklung. Wieweit das 2016 in Betrieb genommen Kraftwerk Bad Goisern einen Einfluss auf die Wassertemperatur Entwicklung nehmen wird, bleibt abzuwarten und werden wir in den nächsten Jahren beobachten. 

Äschen sind wechselwarme Tiere und ihre Physiologie wird stark von der Umgebungstemperatur beeinflusst. Erhöhte oder durch extreme Witterungsverhältnisse stark schwankende Wassertemperaturen, die möglicherweise aufgrund eines Klimawandels auftreten, könnten die Fortpflanzung beeinflussen.

Unterhalb des Traunsees, in der Gmundner Traun, war die Äsche früher sehr stark vertreten. Durch die Temperaturverschiebungen, ist die Gmundner Traun heute schon eher der Barbenregion zuzuordnen. Die Äsche ist als Speisefisch heute kaum noch bekannt und hat heute, seine wirtschaftliche Bedeutung als sehr beliebter Angelfisch verloren. Aufgrund drastischer Veränderungen der ökologischen Bedingungen in und an den Gewässern in den letzten Jahrzehnten gilt die Äsche heute europaweit gefährdet und regional als vom Aussterben bedroht. Wie alle Salmonidenarten stellen speziell die Äschen hohe Ansprüche an die Wasserqualität und sind daher den Fischarten zuzurechnen, die als erste bei zu hohen Schadstoffbelastungen verschwinden. Der Dachsteingletscher entwässert über den Grimmingbach nach Süden in die Enns. Dazwischen quert die Salza das Tal bei Bad Mittendorf und bildet einen schmalen Durchbruch (Salzaschlucht) zwischen Grimming und Kemetgebirge und bildet dem Ostrand des Dachsteinplateaus um in die Enns zu entwässern. Richtung Norden entwässert der Dachsteingletscher und Hallstätter Gletscher in Kainischtraun und Koppentraun nach Norden und der Gosau Gletscher über den Gosaubach, der etwas oberhalb der Goiserer Traun in den Hallstättersee mündet.

...noch eine schöne Äsche
…noch eine schöne Äsche – im klaren Dachstein Gletscher Wasser beim Drill.

Es ist erwiesen, dass diese gesteinsbedingten hydrologischen Verhältnisse einen unmittelbaren Einfluss auf die Wassergüte der aus ihnen kommenden Quellen haben. Etwas vereinfacht kann man sagen, dass die Wässer des Kalkkarsts infolge dessen exzellenter Wasserwegsamkeit des Dachsteins auch indirekt seinen Einfluss auf das Wachstum der Äschen in dieser Region haben. Daher sind auch heute noch in der Enns und in der Traun im Inneren Salzkammergut große Äschen zu fangen, die in anderen Regionen schon als ausgestorben gelten. Es ist heute leider ein seltenes Erlebnis solche Äschen zu hacken. Natürlich ohne Wiederhacken und nach einem vorsichtigen Foto – Shooting geht’s retour ins „Dachstein Gletscherwasser“ der Traun.

Unterwasseraufnahme einer Äsche
Unterwasseraufnahme einer Äsche – Thymalus Thymalus Alpinus – Dachstein Gletscher Äschen Stamm! Bei Wassertemperaturen bis max. 20 Grad, aktuell noch perfekte Lebensbedingungen für die Äsche.

Der lateinische Name der Äsche „Thymallus thymallus“ soll vom „Thymianduft“ stammen, den der frische gefangene Fisch ausströmt. Die Laichzeit der Äsche ist im Frühjahr zwischen März und Mai. Nach dem Einsetzen der Schneeschmelze (Wassertemperatur von 4 – 6°C) beginnt die Laichwanderung, beeinflusst von Wassertemperatur und Mondphase. Bei warmen Temperaturen dauern die Laichwanderungen 2 Wochen, sonst ca. 1 Monat. Huflattich und Schwarzerlenblüte kündigen die Laichzeit an. Der Laichplatz ist meist eine flach überronnene Kiesbank mit einer Korngröße der Hauptfraktion von 1 cm. Die Laichwanderungen beginnen bei Temperaturen von 6- 8 °C, die tatsächliche Laichtemperaturen liegen zumeist um die 9° Celsius. Durch abrupt steigende oder fallende Temperaturen kann das Laichen kurzzeitig unterbrochen oder völlig beendet werden. Ideale Wassertempertaturen für den Schlupferfolg liegen zwischen 7 – 11°C.

Unterwasseraufnahme einer Äsche mit meiner Nikon Coolpix AW100
Unterwasseraufnahme einer Äsche mit meiner Nikon Coolpix AW100

Die Äsche prägt die Traun zwischen Hallstättersee und Traunsee. Sie ist hier der Leitfisch. Über 30 Prozent des Fischbestandes entfallen auf sie. Die Obere Traun, oberhalb des Hallstättersees, gehört zur Forellenregion. Ab dem Hallstättersee bis zum Traunsee beginnt die Äschenregion. Diese Grenze hat sich verschoben. Bis 1988 galt nur der Abschnitt von Kainz bis zur Ischl Mündung als Äschenregion. Oberhalb, von der Ischl Mündung bis zum Hallstättersee, war Forellenregion. Heute zählt der gesamte Lauf zwischen den beiden Seen zur Äschenregion.

Ganz knapp am linken Ufer stehen die Großen!
Ganz knapp am linken Ufer stehen die Großen!
Laich Äschen im Engleithen Altarm  (Foto:  © by Harald Eidinger)
Äschen beim Laichgeschäft! (Foto:  © by Harald Eidinger)

Im Zuge von Fischbestandserhebungen vorliegendes Datenmaterial von der Ischler Traun, die im Zuge des Kraftwerkprojektes Bad Goisern (von Ing. Thomas Nestler, 2011) gemacht wurden und auch die Fischbestandsaufnahme von 2008 und 2005, BAW Scharfling gemacht. Bei der Bestandsaufnahme 2008, wurde festgetsellt, dass der Populationsaufbau der Äsche im Unterschied zu den Befischungen von 2005 doch wesentlich besser geworden sind. Hier dürfte vermutlich die Aktion „Rettet die Äsche“, des Revieres „Oberes Salzkammergut“ ihre Früchte tragen.

Äschen Nachwuchs – Besatz Strategie

Kaltenbach als Äschen-Kindergarten

Zum Ablaichen werden flach überströmte Kiesbänke benötigt, die Eiablage erfolgt im Übergangsbereich von „pools“ zu „riffles“ bzw. am oberen Ende der „riffle“. In verschiedenen Untersuchungen wurden im Substrat Korngrößen zwischen 2 und 64 mm gefunden. Ein hoher Anteil von Mittel- und Grobkies mit Korngrößen von 6–20 mm und 20–60 mm ist notwendig. Bei einer genaueren Analyse der Substratzusammensetzung mehrerer Laichbetten wurden Anteile von 5-15 % Sand, 40-70 % Kies (<2 cm), 20-30 % Grobkies bis Steine (2–10 cm) und wenige größere Steine (>10 cm) gefunden. Unterstände in Form von Gumpen oder Überhängen müssen in Laichplatznähe vorhanden sein. Mit den Engleithen Altarm, auch wenn er punktuell austrocknet, wurde ein Laichhabitat für die Äschen geschaffen.  

Auch der Engleithen Altarm trägt als Laichhabitat einen großen Beitag am Naturaufkommen der Äschen.

Die einsömmerigen Äschen weisen Ende Oktober eine Totallänge zwischen 11 und 17 cm (Median = 13 cm) auf, die zweisömmerigen liegen zwischen 23 und 30 cm (Median  = 25,6 cm), die 3-sömmerige zwischen 30 und 38 cm (Median = 34 cm). Dies ist eine hervorragende Wachstumssituation bei der Äsche und auch die Kondition der adulten Fische spricht für sich. 2008 wurde die Anzahl an mehrjährigen und 0+ noch als suboptimal eingestuft. Es steht jedoch eine starke Laichkohorte für die kommenden Jahre zur Verfügung (nach 2008). Bei der Bestandsaufnahme 2008, direkt in unserem Revierbereich ist eine Biomasse von 90 kg/ha angegeben. 2011 wurde für die Traun zwischen Bad Ischl und Bad Goisern eine Biomasse von 124 kg/ha als Mittelwert ermittelt, bei einem 30%igen Äschen Anteil am Gesamtbestand.

Die Entwicklung der Äschen ist heute vom Prädatoren Druck in der Region abhängig. Strenge Winter heißt Zunahme, speziell der Kormoran Populationen und damit starke Ausfälle der Äschenbestände…. (Foto:  © by Harald Eidinger)

Quellen

BAW Scharfling, Abschätzung und Bewertung der Ischler Traun, im Zusammenhang mit dem geplanten Kraftwerksbau, Bad Goisern. Fischereibestandsaufnahme der Traun bei Bad Ischl 2008

huberpower.com – Übersicht über Bewirtschaftungsschwerpunkt Äsche 

Weitere Informationen

Das Eigentliche passiert unter der Oberfläche. Am Gewässer wie beim Naturschutz. Auf www.huberpower.com geht es genau dorthin: zur Arbeit am Wasser, zur Forschung dahinter und zu den Projekten, an denen wir gerade arbeiten.

2012 ist viel geschehen und viel für die Zukunft in die Wege geleitet worden. Daher ein guter Zeitpunkt, um Bilanz zu ziehen zur Gewässerbewirtschaftung der Kaiser Traun. Auch möchte ich die wichtigsten Stationen der letzten Jahre dokumentieren und diese hier auf www.huberpower.com noch einmal Revue passieren zu lassen und dokumentieren um Schlüsse daraus zu ziehen für ein Bewirtschaftungskonzept. Auch wenn noch einige wichtige Punkte, zu klären sind. 
Eine Empfehlung aus dem Buch Nachhaltiges Management von Angelgewässern von Prof. Dr. Robert Arlinghaus besagt, dass Besatz mit Fischbrut oder Jungfischen nicht zwangsläufig die beste Fischbesatzform sein muss. Gerade wenn Überlebensengpässe im Brut- oder Jungfischstadium existieren, ist der Besatz mit natürlich aufgezogenen, gesunden, größeren Fischen fischereilich angeraten.

„In die Zukunft blicken, in der Gegenwart leben und aus der Vergangenheit lernen“.

Leitsatz: Fischereimanagement Salzkammergut