Der Hungerstein im Nussensee

Der Nussensee folgt seit jeher den ganz eigenen, faszinierenden Gesetzen der Karsthydrologie – einem natürlichen Rhythmus aus Rückzug und Wiederkehr. Wie tief dieses Phänomen in der Ischler Geschichte verwurzelt ist, beschreiben Hans Jörg Laimer und Roland Bartl eindrucksvoll in ihrem Artikel „Der Hungerstein im Nussensee“ (Mitteilung Folge 38, 2019 des Ischler Heimatvereins). Mit freundlicher Genehmigung der Autoren darf ich diesen fischereilich auch sehr wertvollen Überblick über den Wasserhaushalt des Sees hier wiedergeben.

Pegelschwankungen

Im Spätherbst 2018 sorgte der sehr niedrige Wasserstand des Nussensees für Gesprächsstoff und Berichterstattung in der Lokalpresse. Das starke Absinken des Seespiegels wird dabei immer mit dem Sichtbarwerden eines Hungersteins in Verbindung gebracht, über dessen genaue Lage und Bedeutung allgemein wenig bekannt ist. Unter ihm soll den Erzählungen nach das Seewasser unterirdisch abfließen.

Auch die Autoren haben den Hungerstein lagemäßig jeweils mit einer Schwinde im Seebecken gleichgesetzt (Laimer, 2007 und Bartl, 2015). Das stimmt nach einigen Erkundungsgängen im Dezember 2018 nicht mehr ganz. Der aktuelle Informationsstand soll hier zusammengefasst werden.

Was ist ein Hungerstein?

Unter dem Begriff Hungerstein wird generell ein in Gewässern abgelagerter Felsblock verstanden, der nur bei extremem Niederwasserstand sichtbar wird und meist mit Jahreszahlen bzw. Inschriften versehen ist. Dergestalt fungieren Hungersteine vor allem in Flüssen als Wasserstandsmarkierungen und stumme Zeugen für extreme Niederwasserperioden. Fasst man den Begriff weiter, wie das Lange & Kaden (2018) bei der systematischen Erfassung der Hungersteine in der Elbe gemacht haben, so werden auch Untiefen (Sandbänke) und Tafeln (d. h. vom Menschen angebrachte Gegenstände) so bezeichnet.

Quelle: Stadtgemeinde Bad Ischl

Der Name leitet sich aus den einer Dürre folgenden Notzeiten ab, da in früheren Jahrhunderten langanhaltende Trockenperioden oft Ernteeinbußen mit sich brachten. In Seen ist das Auftreten von Hungersteinen selten, weil ihre Pegel in der Regel viel geringeren Schwankungen unterworfen sind als jene von Fließgewässern. Fällt der Ablauf eines Sees bei ausbleibenden Niederschlägen trocken, so sinkt der Wasserstand im dichten Seebecken nur sehr langsam ab (Verdunstung). Seen in Karstgebieten bilden hier eine Ausnahme, denn sie verfügen oft über Schwinden, in welchen das Seewasser unterirdisch abfließen kann. Das ist auch beim Nussensee der Fall.

Quelle: Hans-Jörg Laimer und Roland Bartl

Schnitt durch das Seebecken bei unterschiedlichen Wasserständen: bei Hochwasser (HW) liegt der Karstwasserspiegel im Katergebirge höher als jener des Sees. Aus den Kalken am Südufer tritt Quellwasser über und unter der Seeoberfläche zu (siehe auch Foto, 25. 12.2018).

Foto, 25. 12.2018, Quelle: Hans-Jörg Laimer und Roland Bartl

Vom mergeligen Nordhang kommen ebenfalls kleine Oberflächengerinne. Der Seespiegel steigt so lange an, bis der Überlauf am Nussenseebach erreicht ist. Bei Mittelwasser (MW) treten nur mehr sublimnisch Quellen zu. Bei Niederwasser (NW) versiegen die Quellen fast gänzlich und mit dem Absinken des Karstwasserspiegels fließt schließlich das Seewasser in das Gebirge zurück.

Ein gänzliches Leerlaufen des Nussensees ist wahrscheinlich nicht möglich, weil der tiefste Beckenteil vermutlich von wasserundurchlässigen Gesteinen gebildet wird.

Quellsee (Quellenbeckensee) – Einzugsgebietsfläche

Er ist ein typischer Quellsee (Quellenbeckensee), der nur von intermittierenden Karstwasseraustritten des Katergebirges gespeist wird. Das Wasser muss hier aus den sehr gut durchlässigen Kalkstein-Formationen austreten, da die im Ischltal und in der Lindau liegenden Mergel- und Sandsteine wasserundurchlässig sind. Wahrscheinlich nehmen diese Gesteine auch den größten Teil des Seegrunds ein, sodass die Geländemulde des Nussensees ein natürliches Staubecken bildet. Seine Einzugsgebietsfläche wird mit 2,3 km² angegeben, doch das tatsächliche Karsteinzugsgebiet ist annähernd doppelt so groß. Bereits Müllner (1931) hat aus hydrographischen Überlegungen auf eine Fläche von 3,7 km² geschlossen und dabei auch Anteile der Katergebirgs-Südflanke mit einbezogen.

Färbeversuchen zeigen Wasserverlauf

Mit Färbeversuchen konnte das Einzugsgebiet des Sees zumindest bis auf das Karstplateau am Ahornfeld nachgewiesen werden (Laimer, 2010 und Bartl, 2015). Die Quellen führen nur während der Schneeschmelze oder nach intensiven Dauerniederschlägen Wasser, sodass das maximal 18 m tiefe Nussenseebecken lediglich im Frühsommer bzw. bei Hochwasser vollgefüllt ist (Volumen ca. 900.000 m³). Meistens treten die Quellwässer unterhalb des Seespiegels in das Becken ein. Die wichtigste Quelle, der Hirschbrunn, liegt am südwestlichen Seeufer. Sein über dem Seewasserspiegel befindlicher Hochwasserspeier ist nur sehr selten aktiv, doch die etwas weiter östlich sublimnisch austretende Kluftquelle schüttet fast ganzjährig mehrere Sekundenliter. Sie wird erst sichtbar, wenn der Seespiegel schon sehr weit abgesunken ist und führt dann Wasser ab, das zumindest mehrere Monate in Karsthohlräumen gespeichert war. Setzen bei einem tiefen Wasserstand starke Niederschläge ein, wie das am 24.12.2018 der Fall war, so kann man mit dem Anstieg des Karstwasserspiegels im Katergebirge auch ein Höherwandern der Quellen Richtung Westen beobachten, bis sie schließlich am Hirschbrunn mehrere Meter über dem Seespiegel austreten. An diesem fließt nur das aktuelle Niederschlags- oder Schmelzwasser ab und mit dem Abklingen der Niederschläge geht auch die Quellschüttung rasch zurück.

Sinkt der in ca. 600 m Seehöhe liegende Karstwasserspiegel während langer Trockenperioden deutlich ab, so versiegen die Quellen und in der südlichen Uferböschung werden Schwinden aktiv, über welche der See entwässert wird. Das Seewasser tritt nach ca. 2500 m unterirdischem Lauf im 50 m tiefer liegenden Wildensteiner Quellbezirk wieder an die Oberfläche (Laimer, 2007). Zumindest an zwei Stellen existieren nachweislich Estavellen, d. h. Wechselschlünde, die je nach hydrologischem Regime Wasser aufnehmen oder schütten. Beide stehen mit Niederwasserstandsmarkierungen in örtlichem Zusammenhang, wobei dies in einem Fall eher zufällig so ist. Im zweiten Fall wurde die Schwinde bewusst markiert. Die beiden Stellen wurden im März 2006 auch als Einspeisepunkte für einen Färbeversuch gewählt, da sie aufgrund der Wetterführung des verkarsteten Untergrundes eisfrei waren. Die tiefst gelegene Wasserstands Markierung im Nussensee ist wahrscheinlich kein Hungerstein im engeren Sinn, sondern eine kleine Untiefe in unmittelbarer Nähe der Hirschbrunn-Kluftquelle. Sie wird erst bei einem Absinken des Seespiegels um ca. 12 m, d. h. nur bei extremen Trockenperioden sichtbar.

Abb. 2a, Befestigung der Flaschenpost im Jahr 1959. Quelle: Hans-Jörg Laimer und Roland Bartl

Mitte Dezember 1953 wurde ein solcher Tiefstand zwar erstmals fotografisch dokumentiert, doch von der Untiefe existiert kein Foto. Als diese im Dezember 1959 neuerlich über die Seeoberfläche aufragte, entschloss sich die Gemeinde Ischl zur Anbringung einer Flaschenpost. Der Inhalt der versenkten Nachricht ist in der Gemeindechronik nachzulesen. Neben allgemeinen Informationen und der Anführung zahlreicher Personen des damaligen öffentlichen Lebens findet sich darin auch die hydrogeologisch interessante Vermutung eines Zusammenhangs zwischen Nussensee und Wildenstein Quelle.

Abb. 2b, Sie befindet sich nahe an der Hirschbrunn-Kluftquelle. Am 03.12.2018 lag der Quellmuиd rund 40 cm über dem Seeniveau und führte dem See ca. 5 l/s zu. Weitere Zuflüsse waren zu diesem Zeitpunkt am Südufer nicht beobachtbar. Die Untiefe mit der Flaschenpost lag noch unsichtbar unter dem Seespiegel. Quelle: Hans-Jörg Laimer und Roland Bartl

12 Jahre später, im Frühjahr 1972 kam die Untiefe neuerlich zum Vorschein und die Flaschenpost wurde erneuert bzw. ausgetauscht. Mehrere Fotos zeigen Gemeindebedienstete und Seeanrainer bei der Errichtung eines Holzpfahles, an welchem die neue Flaschenpost montiert wurde (Abb. 2a und 2b). Seither ragte der Holzpfahl nicht mehr über den Seespiegel auf.

Rund 160 m weiter östlich befindet sich am Ufer eine weitere Estavelle. An ihr konnte im März 2006 das Verschwinden des eingefärbten Seewassers und im Dezember 2018 das Aufwallen von Quellwasser beobachtet werden. Die Schwinde ist bei einem Wasserstand von – 9 m in einer kleinen Ausbuchtung des Ufers gut ersichtlich (Abb. 3a und 3b). In ihrem Nahbereich weisen auffällige Treibholzansammlungen auf das Versickern des Seewassers hin.

Abb. 3a, Hungerstein und Schwinde östlich des Hirschbrunn. Quelle: Hans-Jörg Laimer und Roland Bartl

Etwa 2 m über der Schwinde findet sich ein Felsblock, auf dem die Jahreszahl 1911 und die Initialen I. P. eingemeißelt sind. Dieses Jahr war bislang das trockenste der Ischler Messreihe! Obwohl das Auftauchen dieses Blocks kein extremes Niederwasser erfordert, kann auch hier von einem Hungerstein gesprochen werden.

Abb. 3b, der rote Pfeil weist auf die Inschrift „1911 I. Р.“ hin. Quelle: Hans-Jörg Laimer und Roland Bartl

Ein weiterer Block, der in der Gemeindechronik als Hungerstein bezeichnet wird und auf einem Foto von 1953 auch bei Bartl (2015) dargestellt ist, liegt von den beiden Schwinden weit entfernt. Er wurde in der letzten Eiszeit am wasserundurchlässigen Nordufer, direkt am Fuß der steilen Uferböschung abgelagert (Abb. 4a und 4b). Höhenmäßig liegt er zwischen den beiden Hungersteinen des Südufers und kündigt mit seinem Sichtbarwerden den Beginn des Trockenfallens des flachen Seebodens an.

Abb. 4a, Quelle: Hans-Jörg Laimer und Roland Bartl
Abb. 4b, Der Hungerstein am Nordufer (oben). Der rote Pfeil markiert seine Lage im Seebecken. Der blaue Pfeil
zeigt den Bereich, in dem sich die Flaschenpost befindet. Quelle: Hans-Jörg Laimer und Roland Bartl

Drei Hungersteine im Nussensee

Somit existieren im Nussensee drei Stellen, die als Hungerstein bezeichnet werden können. Von diesen markiert aber nur die Untiefe mit der Flaschenpost am Hirschbrunn einen extremen Niederwasserstand, der bislang nachweislich dreimal erreicht wurde: 1953, 1959 und 1972. Im Text der Flaschenpost von 1959 wird vom niedrigsten Seespiegelstand ausgegangen, welcher „seit Generationen bekannt ist“. In der Denkschrift von 1972 wird von 1959 nur mehr als dem Jahr geschrieben, in dem der niederste Wasserstand seit Jahrzehnten“ erreicht wurde. Müllner (1931) erwähnt einen niederen Wasserstand während der See-Auslotung 1894 und einen weiteren für den Sommer 1930 (- 7 m), doch keinen extremen Tiefstand.

Trockenjahre

Über andere Jahre existieren zwar keine Aufzeichnungen, doch lassen sich aus den Niederschlagsmessungen an der Wetterstation Bad Ischl Hinweise auf weitere extreme Seespiegelabsenkungen ableiten, während derer der Hungerstein am Hirschbrunn wahrscheinlich frei lag. In der 160 Jahre alten Messreihe können 18 Trockenjahre ausgewiesen werden.

Von einem Trockenjahr spricht man, wenn die Jahresniederschlagssumme unter 80% des langjährigen Mittelwerts fällt.

Für diese Analyse wurde der Mittelwert der gesamten Messreihe gewählt (Normalzahl 1858 – 2018: 1615,5 mm). In 7 Jahren lagen die Niederschläge sogar unter 75% der Normalzahl. Diese Jahre und solche mit auffälligen jahreszeitlichen Niederschlagsminima sind in der nachfolgenden Abb. 5 bzw. in Tab. 1 dargestellt.

Abb. 5, Jahresniederschläge 1859 – 2018 an der Wetterstation Bad Ischl (Quelle: HISTALP, ZAMG)
Tab 1, Ausgewählte Niederschlagsdaten der Wetterstation Bad Ischl (Quelle: HISTALP, ZAMG).
Auffällige Minima sind blau hinterlegt.

Das zweimalige winterliche Sichtbarwerden in den 1950er Jahren liegt sicher in äußerst trockenen Herbstmonaten begründet, denn ansonsten war der Jahresniederschlag 1959 nur leicht unterdurchschnittlich. Im Zeitraum September – November wurden Werte um 130 – 140 mm sonst nur noch in den Jahren 1874 und 1920 erreicht. Für 1874 kann das Auftauchen mit großer Wahrscheinlichkeit angenommen werden, da dem Jahr ein sehr trockener Winter vorausgegangen war und der Jahresmittelwert zwischen 1871 und 1874 nur knapp über 1300 mm lag. 1919/1920 war der Winter hingegen wesentlich niederschlagsreicher. Geringe Herbstniederschläge um 160 mm wurden auch 1862, 1898 und 1934 gemessen. Während die Verläufe der Niederschlagskurven 1898 und 1934 ab August jenen von 1953 und 1959 ähneln, war 1862 nur der November außergewöhnlich trocken. Die frühjährliche Spiegelabsenkung 1972 geht auf sehr trockene Winter- und Frühjahrsmonate 1971/1972 zurück. Ähnliche Verhältnisse herrschten auch 1864/1865, 1872/1873 und 1933/1934. Für 1911, das trockenste Jahr der Messreihe, und 1871/72 den niederschlagsärmsten Winter, wird das Freiliegen aller Hungersteine ebenfalls für möglich gehalten. Hingegen war in den niederschlagsarmen Wintern zwischen 1884/85 und 1893/94 der Wasserspiegel, durch herbstliche Regenfälle bedingt, dafür eher zu hoch. Dass ein Jahresniederschlag unter 1200 mm nicht die alleinige Ursache für extreme Spiegelabsenkungen ist, zeigen neben den Jahren 1874 und 1959 auch die bedeutenden Trockenjahre 1963 und 2018, in denen der Hungerstein am Hirschbrunn nicht sichtbar war. In letzteren war der vorhergehende Winter zu schneereich bzw. der Dezember zu feucht. Andererseits waren in Jahren mit unauffälligen Niederschlagsdaten aber kalten Wintern (z. B. 1894/1895, 2002/2003, 2005/2006) markante Seetiefstände zu verzeichnen. Für den Februar 1895 ist das bislang einzige kurzfristige Trockenfallen der Wildenstein Quelle dokumentiert (Bartl, 2015), mit dem wohl auch ein Freiliegen aller Hungersteine einherging. Im Jahr 2018 wurde vor allem in Deutschland das Sichtbarwerden zahlreicher Hungersteine als Folge eines „rasanten Klimawandels“ beschrieben, doch bei dieser Interpretation ist Vorsicht geboten. Zwar waren auch am Nussensee in den letzten Jahren starke Spiegelschwankungen zu beobachten, doch das letztmalige Auftauchen der Flaschenpost liegt schon 47 Jahre zurück. Den Niederschlagsdaten zu Folge waren am Nussensee extreme Niederwasserstände um die Jahrhundertwende 19./20. Jh. auch häufiger als in den letzten Jahrzehnten.

Literatur

  • Bartl, R. (2015): Die Wasserversorgung der Stadt Bad Ischl. 296 S. – Stadtgemeinde Bad Ischl (Hrsg.)
  • Laimer, H. J. (2007): Tracerhydrologischer Nachweis der Verbindung zwischen Nussensee und Wildensteiner Quellbezirk (Bad Ischl, Oberösterreich) – Österr. Wasser- und Abfallwirtschaft, 59 (Н. 11-12), a17 – a20, Wien
  • Laimer, H. J. (2010): Partielle Karstökosystemanalyse als flankierende Schutzmaßnahme in der kommunalen Wasserversorgung (Salzkammergut, Oberösterreich). – Geo-Öko, 31 (3-4), 198 – 222, Göttingen
  • Lange, J.-M. & Kaden, M. (2018): Hungersteine und Untiefen der Elbe. 4 S. – Landeshochwasserzentrale Sachsen (Hrsg.)
  • Müllner, J. (1931): Zur Speisung der Seen. – Archiv für Hydrobiologie, 22, 348 – 362, Stuttgart

Über die Autoren

Hans Jörg Laimer ist gebürtiger Ischler, Jahrgang 1977. Nach der Matura am BG Bad Ischl Studium in Leoben und Salzburg: Geowissenschaften-Geographie mit Schwerpunkt Geomorphologie (1996 – 2000). 2002 – 2004 Doktorat an der Uni Salzburg
und der TU Graz, Schwerpunkt Karsthydrogeologie. Anschließend 4 Jahre in einem Salzburger Ingenieurbüro tätig: Bearbeitung von Naturgefahrenprojekten; Seit 2008: ÖBB Infrastruktur AG in Salzburg: Geotechnik und Naturgefahrenmanagement

Roland Bartl war von 1972 bis 2012 im Stadtamt beschäftigt. Ab 1984 Leiter des städt. Wasserwerkes und ab 1997 Leiter des städt. Wirtschaftshofes. Er ist auch Verfasser der 2015 erschienenen „Chronik der Bad Ischler Wasserversorgung“.

Danksagung

Ein herzlicher Dank gilt Hans Jörg Laimer und Roland Bartl für die freundliche Genehmigung, ihren fundierten Artikel „Der Hungerstein im Nussensee“ (erschienen in der Mitteilung Folge 38, 2019 des Ischler Heimatvereins) auf meinem Blog veröffentlichen zu dürfen. Ihre detaillierten Ausführungen zum Wasserhaushalt bieten nicht nur einen faszinierenden lokalhistorischen Einblick, sondern liefern auch für uns Fischereibewirtschafter unverzichtbare Indikatoren. Das Verständnis dieser extremen Pegelschwankungen hilft uns entscheidend dabei, die biologische Lage im See objektiv einzuschätzen und die richtigen Schritte zum Schutz unseres Fischbestands zu setzen.

Weitere Informationen

Das Eigentliche passiert unter der Oberfläche. Am Gewässer wie beim Naturschutz. Auf www.huberpower.com geht es genau dorthin: zur Arbeit am Wasser, zur Forschung dahinter und zu den Projekten, an denen wir gerade arbeiten.

Während in den Medien bei jedem markanten Pegelabfall des Nussensees schnell von Notstand und Klimakrise die Rede ist, sehen viele Einheimische und Altgediente die Situation gelassen: „Das Thema wird viel zu sehr aufgebauscht. So wie jetzt sieht es hier alle paar Jahre aus und dramatische Auswirkungen auf den Fischbestand oder die Trinkwasserversorgung gab es nie.“ Für die Bevölkerung am See ist das spektakuläre Trockenfallen schlicht ein vertrautes Naturschauspiel der lokalen Karsthydrologie. Denn der berühmte Hungerstein trat keineswegs nur 1995 zutage – er war auch in den Jahren danach immer wieder ein sichtbares Zeichen dafür, dass der Nussensee seit jeher seinem ganz eigenen, natürlichen Rhythmus folgt.
Kritische Pegelstände im Nussensee sind alles andere als ein neues Phänomen – sie wiederholen sich verlässlich alle paar Jahre. Während schrumpfende Wasserflächen in Schlagzeilen schnell für Unruhe sorgen, begegnen Einheimische und erfahrene Gewässerbewirtschafter dem Spektakel mit einer gewissen Gelassenheit. Dass der historische Hungerstein eben nicht nur 1995 oder 2006, sondern auch in jüngerer Vergangenheit immer wieder trockenfiel, unterstreicht nur eines: Der Nussensee folgt seit jeher den ganz eigenen, faszinierenden Gesetzen der Karsthydrologie – einem natürlichen Rhythmus aus Rückzug und Wiederkehr. Anstatt in Hektik zu verfallen oder das Phänomen abzutun, nutzt wir die Gelegenheit vom FROSKG die Gegebenheiten, um wertvolle Daten für die Zukunft zu sammeln und im Ernstfall handlungsfähig zu sein.
 

„Wer Fische schützt, schützt das Wasser. Wer das Wasser schützt, schützt uns alle.“

Zitat von Heimo Huber, FROSKG