Der Talschluss des Gosautales ist eine der eindrucksvollsten Landschafts-Szenerien der Ostalpen. Der Blick vom Vorderen Gosausee zum Dachstein mit dem Gosaugletscher sowie zum Gosaukamm faszinierte bereits zur Zeit der k.k. Monarchie viele Landschaftsmaler und Literaten, wobei dieses Naturjuwel bereits in den frühen Phasen des alpinen Fremdenverkehrs als Superlativ galt.
Die drei Gosauseen, der Vordere- und der Hintere Gosausee, mit der gelegentlich ausgetrockneten Gosaulacke liegen diese hintereinander aufgefädelt im Gosautalschluss östlich des Gebirgsstocks des Gosaukamm in einem engen Tal, wobei ein vom Gosaubach eingeschnittenes Kerbtal durch die Einwirkung mehrerer Gletschervorstöße des Gosaugletschers sukzessive zu einem Trogtal verbreitert wurde, stellenweise ist aber das Kerbtal noch voll intakt!
Seeprofil
Der Vordere Gosausee liegt auf 937 m Seehöhe, ist 1,8 km lang und bis zu 500 m breit. Er ist ein natürlich entstandener Bergsee, der durch spätglaziale Vorstöße des Gosaugletschers, vor etwa 14.000 Jahren aufgestaut wurde. Für die Nutzung zur Energiegewinnung wurde der Seespiegel des Vorderen Gosausee zusätzlich aufgestaut.
Aufgrund von Hochwasserkatastrophen in den Jahren 1897 und 1899 wurde nach längerer Planungs- und Bauzeit im Jahre 1911 ein Damm fertig gestellt, der den Einschnitt in der alten Stirnmoräne verschlossen und dadurch den Wasserspiegel des Sees um etwa 15 m angehoben hat. Durch diese Maßnahme kann der See um 8,5 Millionen Kubikmeter mehr Wasser speichern als es bei der natürlichen Spiegellage möglich war. Das oberste Stau Ziel liegt heute auf 923 m Meereshöhe. Durch einen künstlich geschaffenen Grundablauf kann der Wasserspiegel gezielt bis auf 860 m über Adria abgesenkt werden.

Beim Vorderen Gosausee handelt es sich um einen Gletscherrückzugssee, der nach dem Rückgang des Dachsteingletschers am Ende der letzten Eiszeit hinter der Stirnmoräne des Gletschers entstanden ist. Der Abfluss aus dem See schuf sich einen tiefen Einschnitt durch den eiszeitlichen Moränenwall.
Tourismus Hotspot

Der Gosausee hat aufgrund seiner einmaligen Lage am Fuß des Gosaukammes mit Blick auf das noch vergletscherte Dachsteinmassiv eine große touristische Bedeutung als Ausflugsziel mit einem Wanderweg rund um den See. Der Großteil des Tourismusaufkommens konzentriert sich dabei auf das Nordwestende des Sees, wo sich ein großer Gasthof, ein Bootsverleih, ein Kiosk und die Talstation der Gosaukammbahn befinden.

Fischen am Gosausee


Der Dachstein, das Schmelzwasser und die Gosauseen
Der vordere Gosausee auf 933m ist ein klassischer Karstsee, der einerseits über eine Vielzahl von unterirdischen Zu- und Abflüssen auf natürlichem Wege gefüllt und entleert wird. Andererseits kann er aber auch über Pumpen und Turbinen aufgefüllt und entleert werden. – bereits seit 1913 wird er für die Stromproduktion genutzt! Im Frühjahr und Frühsommer werden die Gosauseen durch das anfallende Schmelzwasser, u.a. vom Dachstein, aufgefüllt und im Herbst über die Wintermonate abgelassen.
Der Spiegel von König Dachstein – der vordere Gosausee 933m
Kristallklar und kalt. Der grosse Gosaugletscher des Dachsteins im Hintergrund. Dieser direkte Blickwinkel vom Seeende ist oftmals der einzige vieler Foto-Touristen. Die Geschichte interessiert leider kaum. So wurde erst 1907 im Zuge der Bauarbeiten der Kraftwerkskette Gosau die linke Seeseite mit einer durch den Fels des Lärchkogels gesprengten Arbeitsstraße versehen, die bis zum Hinteren Gosausee führte. Davor verlief der Weg zu den Almen an der Gosaulacke und dem Hinteren Gosausee rechts unterhalb der Abstürze des Gosaukamms. Dort befindet sich mittlerweile auch der beliebte Laserer-Alpin Klettersteig (B/C). Heute ist der vordere See um gut 12m höher aufgestaut als früher – um mehr Strom erzeugen zu können. Im abgelassenen Zustand (Winter) ist er maximal 36m tief, sonst gute 82 Meter – 1,8 k lang und 500 m breit.
Weitere Informationen
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