{"id":27549,"date":"2010-11-04T00:47:00","date_gmt":"2010-11-03T23:47:00","guid":{"rendered":"http:\/\/huberpower.com\/wordpress\/?p=27549"},"modified":"2025-07-10T01:10:51","modified_gmt":"2025-07-09T23:10:51","slug":"fische-und-fischhandel-im-altertum","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/?p=27549","title":{"rendered":"FISCHE UND FISCHHANDEL IM ALTERTUM"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber den Berufsstand des &#8222;Fischer&#8220; gibt es bereits in der zweiten H\u00e4lfte des 14. Jahrhunderts nachweisbare Informationen (1364 &#8222;unter den Vischern&#8220;, 1368 &#8222;ante portam insularum inter piscatores&#8220;, 1378 &#8222;ante portam insularum undern Vischern&#8220;, 1380 &#8222;undern Vischern&#8220;, 1382 &#8222;undern Fischern&#8220;).<\/p>\n\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Der Stellenwert der Fischerei anno dazumals <\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Zahl der Fischer betrug in vergangenen Jahrhunderten ein Vielfaches von heute. In der Mitte des 16. Jahrhunderts waren an der &#8222;Unteren Traun&#8220; 94 Fischer t\u00e4tig, wozu noch \u00fcber 20 Fischer des Stiftes Lambach kamen, siehe Artur Maria Scheiber, Zur Geschichte der Fischerei in Ober\u00f6sterreich, insbesondere der Traun Fischerei, Linz 1930. Wenn man bedenkt, dass die Fischerei in der damals unregulierten Urlandschaft der Traun und der Donau doch bei weitem gr\u00f6\u00dfere Ausma\u00dfe hatte, ergibt sich eine betr\u00e4chtliche Zahl von Menschen, die vom Fischfang lebten. In den \u201eTabellen \u00fcber die in allen vier Vierteln des Landes \u00d6sterreich ob der Enns befindliche Anzahl der Professionisten, K\u00fcnstler und Handwerker&#8220; von 1754\/60 erscheinen 342 Fischer und sieben Fischh\u00e4ndler. In den Jahren 1949 bis 1955 gab es in Ober\u00f6sterreich noch 100 Fischerfamilien von der Fischerei leben oder wenigstens den Gro\u00dfteil ihres Lebensunterhalts aus der Fischerei decken (T\u00e4tigkeitsbericht der ober\u00f6sterreichischen Landwirtschaftskammer 1949 \u20141955, S. 199 \u2014 205).<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Handel mit Fischen bis zum 19. Jahrhundert<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem Artikel von Georg Wacha wurde der <strong><mark style=\"background-color:rgba(0, 0, 0, 0)\" class=\"has-inline-color has-luminous-vivid-orange-color\">&#8222;Handel mit Fischen, von der Verwendung von Fischen als wahres Volksnahrungsmittel in langen Fastenzeiten, von den Anstrengungen, die man in technischer Hinsicht machte, um diesen gro\u00dfen Bedarf zu befriedigen und die Fische nach einem Transport \u00fcber weite Strecken dem Verbrauch zuzuf\u00fchren&#8220;<\/mark><\/strong>, aufgearbeitet. Die Abschaffung vieler kirchlicher Feste und Vorschriften sowie die Aufhebung der Kl\u00f6ster auf der einen Seite, der R\u00fcckgang des Fischreichtums durch Flussregulierungen, Abw\u00e4sser und Industrialisierung auf der anderen Seite haben eine zeitliche Begrenzung dieser Arbeit am Anfang des 19. Jahrhunderts nahegelegt und ich habe Schwerpunktm\u00e4\u00dfig &#8222;nur&#8220; einen Auszug der Fischerei, soweit es sich um die Fischerei im Salzkammergut bezieht herausgenommen.  <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Was Ischl und Linz gemeinsam haben <\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei beiden und auch bei einigen anderen Orten an der Traun, d\u00fcrfte es eine \u00e4hnliche Entstehungsgeschichte gegeben habe, dass diese durch Ansiedelungen von Fischern entstanden sind. So wie nach historischen Aufzeichnungen Bad Ischl, am Zusammenfluss der Ischl und der Traun urspr\u00fcnglich aus einem Fischer-Dorf, einer Ansiedlung von ein paar Fischern gegr\u00fcndet wurde, so ist es auch ein Beweis f\u00fcr die Wertsch\u00e4tzung der Fischer, dass durch diese eine Ansammlung im M\u00fcndungsgebiet von Traun und Donau und an den alten Fluss\u00fcbersetzpunkten den Ansto\u00df zur Entstehung der Stadt Linz gegeben haben soll. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"647\" src=\"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/image-5-1024x647.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-20591\" srcset=\"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/image-5-1024x647.png 1024w, https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/image-5-450x284.png 450w, https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/image-5.png 1436w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entstehung von Ischl<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Name Ischl hat seinen Ursprung in einem vorr\u00f6mischen Wort, das &#8222;Fluss&#8220; oder &#8222;Flusslauf&#8220; bedeutet. Das Wort ist wahrscheinlich keltischen Ursprungs und wurde von den R\u00f6mern \u00fcbernommen. Die \u00e4lteste urkundliche Erw\u00e4hnung von Ischl stammt aus dem 7. Jahrhundert. In einer Urkunde des Salzburger Erzbischofs Virgil wird der Ort als &#8222;Iscla&#8220; bezeichnet. In den folgenden Jahrhunderten wurde der Name Ischl in verschiedenen Formen geschrieben, darunter &#8222;Iscla&#8220;, &#8222;Ysch&#8220; und &#8222;Ischl&#8220;. Die heutige Schreibweise wurde im 19. Jahrhundert eingef\u00fchrt. Es gibt mehrere etymologische Ableitungsversuche f\u00fcr den Namen Ischl. Eine Theorie geht davon aus, dass der Name auf das keltische Wort &#8222;esk&#8220; zur\u00fcckgeht, das &#8222;Wasser&#8220; bedeutet. Eine andere Theorie geht davon aus, dass der Name auf das vorr\u00f6mische Wort &#8222;drun&#8220; zur\u00fcckgeht, das ebenfalls &#8222;Fluss&#8220; oder &#8222;Flusslauf&#8220; bedeutet. Die genaue Herkunft des Namens Ischl ist nicht eindeutig gekl\u00e4rt. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass der Name auf einen vorr\u00f6mischen Flussnamen zur\u00fcckgeht.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"281\" height=\"397\" src=\"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/HAH_Expor-33-23.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-1759\" style=\"width:151px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/HAH_Expor-33-23.jpg 281w, https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2012\/12\/HAH_Expor-33-23-212x300.jpg 212w\" sizes=\"auto, (max-width: 281px) 100vw, 281px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Barockzeit entfaltete im Essen und Trinken den Prunk und die F\u00fclle, die dieser Epoche auch sonst eigen war. Dem Fortschritt in Wissenschaft und Technik mu\u00df nicht auch auf anderen Gebieten eine stete Aufw\u00e4rtsentwicklung entsprechen: die Gegenwart kann sich in bezug auf Speisen und E\u00dfkultur mit den vergangenen Jahrhunderten nicht vergleichen. Nicht nur im Alltags-Haushalt der Kl\u00f6ster, sondern auch der Schl\u00f6sser spielten damals die Fischgerichte eine bedeutende Rolle. Dies steigerte sich noch bei gro\u00dfen Tafeln, sei es aus freudigem oder traurigem Anla\u00df.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fischverbrauch<\/h2>\n\n\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Literatur<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In fr\u00fcheren Zeiten diente der Fischtransport der Versorgung des Adels. Man scheute keine Kosten und keine Entfernungen, um zu begehrten Leckerbissen zu kommen. Der Seesaibling, der als bester und edelster Speisefisch gilt, kommt haupts\u00e4chlich im Salzkammergut und in den vielen kleinen Hochseen vor.  Auf dem Wasserwege wurden auf eigens dazu eingerichteten Fl\u00f6\u00dfen viele dieser Fische vom Altausseer See, Hallst\u00e4tter See und den Gosauseen nach Wien verfrachtet, ein eigener Fischerknecht mu\u00dfte mitfahren, um die w\u00e4hrend des langen Transportes etwa die Saiblinge noch auf dem Flo\u00df zu r\u00e4uchern, damit der Verlust nicht gar zu hoch w\u00fcrde. Ein solcher Transport mit 350 lebenden und 67 auf dem Flo\u00df ger\u00e4ucherten Saiblingen \u00fcber die Traun und Donau nach Wien kostete im Jahre 1674 80 fl, das waren 40 Prozent des Wertes der Fische. Anfangs 1559 ging eine Sendung von 250 Saiblingen aus dem Grundlsee und 16 aus dem Alt-Ausseer See an Kaiser Ferdinand I. nach Wien. Schon 1610 unterhielt das Salzamt einen eigenen Fischbeh\u00e4lter in der Traun unterhalb des Traun-Falles, der stets gef\u00fcllt sein mu\u00dfte, um bei kleinem Wasser die Fische nach Wien schicken zu k\u00f6nnen. Der Hof sch\u00e4tzte vor allem die Fische der<br \/>Gosauseen, wovon der innere der Forellen-, der \u00e4u\u00dfere der Saibling-See hie\u00dfen. Zum Andreasfest des Ordens vom Goldenen Vlies im 18. Jahrhundert wurden regelm\u00e4\u00dfig gr\u00f6\u00dfere Sendungen abgeschickt, meist bestehend aus 12 extragro\u00dfen Saiblingen, 12 Fehren, 60 \u00c4schen und 100 Sprenzlingen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sprenzling oder Kaiserfisch<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"473\" src=\"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2099\/08\/Aeschen-UWasser-2019-07-21-074304-1024x473.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-24273\" srcset=\"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2099\/08\/Aeschen-UWasser-2019-07-21-074304-1024x473.jpg 1024w, https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2099\/08\/Aeschen-UWasser-2019-07-21-074304-450x208.jpg 450w, https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2099\/08\/Aeschen-UWasser-2019-07-21-074304.jpg 1116w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei Sprenzlingen spricht man von \u201e100 Sprenzlinge&#8220;, dabei handelt es sich um die erste Entwicklungsstufe der \u00c4schen (0+), die besondere Leckerbissen waren und auch als \u201e<strong>Kaiserfische<\/strong>&#8220; bezeichnet wurden, vgl. Scheiber, Zur Geschichte der Fischerei, Seite 145.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fischlieferungen aus dem Salzkammergut <\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Von Gmunden und dem Salzkammergut kamen wohl in erster Linie Forellen, Koppen und geselchte Fische f\u00fcr die kaiserliche Hofk\u00fcche, 1636 lieferte man w\u00f6chentlich eine bestimmte Menge Fische f\u00fcr die Dauer des Aufenthaltes des Hofes nach Linz, im 18. Jahrhundert gingen j\u00e4hrlich f\u00fcr die Fasttage 800 Saiblinge, vier Zentner Forellen, ein Quantum Aalrutten und 1000 St\u00fcck geselchte Reinanken an den Kaiserhof. Aber auch hier hatte man Bedarf wie aus den Linzer Kalterrechnungen verzeichnen 1698, 1699 und 1701 zwei bzw. vier Lieferungen nach Gmunden gebracht wurden.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"417\" src=\"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/image-3-1024x417.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-23096\" srcset=\"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/image-3-1024x417.png 1024w, https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/image-3-450x183.png 450w, https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/10\/image-3.png 1118w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fischdienste<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die im dieser Zeit durchgef\u00fchrten <strong>Fischdienste<\/strong> (Fang und Transport), an die ma\u00dfgebenden Pers\u00f6nlichkeiten an die Fische geliefert wurden, beweisen die hohe Wertsch\u00e4tzung dieser Delikatessen. Da schreibt Kaiser Friedrich III. bereits 1477 aus Wiener Neustadt an die Stadt Linz, sie soll Heinrich von Puechheim das j\u00e4hrliche Deputat als Erbtruchse\u00df in \u00d6sterreich, einen Hausen oder 5 Pfund Pfennige, dem alten Herkommen nachgeben. Als K\u00f6nig Ferdinand sich im Jahre 1528 und 1529 mit seiner Gemahlin Anna in Linz aufhielt \u2014 hier wurde am 14. Juni 1529 sein Sohn Erzherzog Ferdinand geboren \u2014 hat ihm die Stadt eine gr\u00f6\u00dfere Anzahl von Fischen verehrt. Als Kaiser befiehlt Ferdinand im Jahre 1560, die Stadt solle die Eink\u00e4ufer Herzog Albrechts V. von Bayern, die nach Linz kamen, mit Proviant \u201eund sonderlich mit k\u00f6stlichen Fischen&#8220; versorgen. Um f\u00fcr Kaiser Rudolfs II. Aufenthalt in Linz zu r\u00fcsten, schreibt der Landeshauptmann am 8. Juni 1582 nach Lambach, ob Abt Wolfgang gute Fische, die es in der dortigen Gegend gebe, f\u00fcr die Hof Tafel nach Linz bringen lassen k\u00f6nne. Am 4. Juli 1588 wendet sich der Vizedom Cosmas Gienger in einer \u00e4hnlichen Notlage nach Wels und fordert den Magistrat auf, sie sollten f\u00fcr die Anwesenheit Erzherzog Ferdinands in Linz \u201ealle Fisch, gro\u00df und klein, zusammenkaufen und auf n\u00e4chsten Feiertag zu Mittag in Ebelsberg servieren lassen&#8220;. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"821\" height=\"650\" src=\"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/image-34.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-18883\" srcset=\"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/image-34.png 821w, https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/01\/image-34-404x320.png 404w\" sizes=\"auto, (max-width: 821px) 100vw, 821px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fischverehrung<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die hohen Beamten, denen man keine Geldgeschenke machen konnte, erhielten <strong>Fischverehrungen<\/strong>: Der Rat beschloss beispielsweise am 2. April 1585, Helmhart J\u00f6rger, dem Landeshauptmann und dem Landschreiber je 20 Forellen und drei gro\u00dfe Hechte, dem Vize Dom und dem Anwalt je 15 Karpfen und drei Hechte nach Linz zu schicken. 1605 soll der Stadtk\u00e4mmerer neuerdings zwei Schock Karpfen und ein Schock Hechte f\u00fcr Landeshauptmann, Anwalt und Landschreiber kaufen. <\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fischmarkt in Linz<\/h2>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"870\" height=\"515\" src=\"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/image.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-27558\" srcset=\"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/image.png 870w, https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2023\/11\/image-450x266.png 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 870px) 100vw, 870px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\"><strong>Bild: Archiv der Stadt Linz<\/strong><\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Fischmarkt in Linz war am Anfang des 16. Jahrhunderts geteilt: Die Traunfische wurden am Hauptplatz beim oberen Brunnen, die anderen Fische an der Donaul\u00e4nde feilgehalten. Dabei war aber dem Fischmeister eine Kontrolle erschwert, da die Fische sich in Geschirren befanden, die in die Donau geh\u00e4ngt waren. Auch die Verk\u00e4ufer von Traun Fischen \u2014 die Fischer unterhalb Marchtrenk sollten ihre Fische auf den Linzer Markt bringen \u2014 zogen es vor, an der Donau zu verkaufen. Die Fischordnung von 1585 suchte da Wandel zu schaffen: Die Stadt Linz sollte im Einvernehmen mit dem Landeshauptmann vor den Toren einen neuen Ort f\u00fcr den Fischmarkt bestimmen, wo die Fische, getrennt nach Traun-, Donau-, b\u00f6hmischen und anderen Fischen, in Lageln und nicht in Geschirren oder in Fischbeh\u00e4ltern feilzuhalten seien. So geschah es auch. Vor dem Wassertor wurde ein eigener Platz f\u00fcr den Fischmarkt ausersehen. Die Steyregger Fischer beschweren sich im Jahre 1597, dass sie ihre Fische fr\u00fcher im Donauwasser lassen konnten, sie jetzt aber ins Brunnenwasser bringen m\u00fcssen. Doch die Versorgungslage war schlecht, es kamen zu wenig Fische auf den Markt und die B\u00fcrger nahmen dem ankommenden Fischer die Ware schon ab, bevor dieser sie an den Stand gebracht oder \u00fcberhaupt in die Schaffei gesch\u00fcttet hatte. Fischamtsverwalter Mandl klagt in seinem Bericht \u00fcber diese Zust\u00e4nde vom 1. Dezember 1609, dass dadurch jede Kontrolle \u00fcber Fischma\u00dfe und Fischpreise unm\u00f6glich werde. Durch eine Erh\u00f6hung der Karpfenpreise sollten die Fischh\u00e4ndler angespornt werden, den Markt besser zu beliefern. <\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"660\" height=\"458\" src=\"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/image-59.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-19337\" style=\"width:840px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/image-59.png 660w, https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/image-59-450x312.png 450w\" sizes=\"auto, (max-width: 660px) 100vw, 660px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber noch im 17. und im 18. Jahrhundert tauchen dieselben Klagen auf. Im Jahre 1683, als der Hof in Linz war, hat man Lageltr\u00e4ger (Fischtr\u00e4ger) aufgenommen, die statt der Fischer den Verkauf durchf\u00fchrten, also Zwischenhandel betrieben. Nach der nicht in Kraft getretenen Fischordnung von 1707 sollte wegen des harten Wassers eine R\u00fcckverlegung des Traun Fisch-Marktes zum Ziehbrunnen, also auf den Hauptplatz, erfolgen. Hier kommt auch erstmals die Bestimmung vor, dass bis neun Uhr fr\u00fch von den Fischh\u00e4ndlern kein Fisch verkauft werden d\u00fcrfe. In der Instruktion f\u00fcr den Markt Kommissar aus der Mitte des 18. Jahrhunderts und in einem Erlass von Repr\u00e4sentation und Kammer an den Linzer Stadtrichter vom 5. Mai 1756 begegnet dasselbe Verbot, diesmal zeitlich bis zehn Uhr begrenzt. Das Entgegengehen und Aufkaufen war verboten, die Fischer konnten bei Zuwiderhandeln auf 24 Stunden in Arrest kommen. F\u00fcr die Einhaltung hatte der <strong>Fischw\u00e4ger <\/strong>zu sorgen, der den \u00dcbertreter durch den Stadtw\u00e4chter abf\u00fchren lie\u00df. Der am Ende des 18. Jahrhunderts aufgetauchte Vorschlag, den Fischmarkt vom Hauptplatz, wo er das Pflaster ruiniere, auf den Graben neben das B\u00fcrgerspital zu verlegen, wurde nach abschl\u00e4gigem Bericht des Magistrates vom 21. Juli 1789 zur\u00fcckgezogen<em>. <\/em><\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"692\" src=\"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/image-2-1024x692.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-20555\" srcset=\"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/image-2-1024x692.png 1024w, https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/image-2-450x304.png 450w, https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/05\/image-2.png 1152w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Fischmarktgef\u00e4lle geh\u00f6rten bis zur Aufhebung (1786) dem B\u00fcrgerspital, dann wurden sie im Lizitationswege jeweils auf neun Jahre verpachtet, zuerst an Mitglieder der Familie Scheichel. Vom P\u00e4chter war auch f\u00fcr die ordnungsgem\u00e4\u00dfe Unterbringung der Fischlageln im Rathaus zu sorgen; dem Bauamt war daf\u00fcr ein Zins von 4 fl 30 kr bewilligt worden. Leider ist von den Brunnen am Hauptplatz keiner erhalten geblieben, so dass Linz heute blo\u00df einen kleinen modernen Brunnen am neuen Fischmarkt aufweist.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">W\u00e4hrung in dieser Zeit<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beispiel: 4 Gulden (fl.) 30 Kreuzer &#8211; Der&nbsp;<strong>Gulden<\/strong>, auf&nbsp;Ungarisch&nbsp;<strong>Forint<\/strong>&nbsp;genannt, war die W\u00e4hrung des&nbsp;Kaisertums \u00d6sterreich&nbsp;und ab 1867 von&nbsp;\u00d6sterreich-Ungarn. Der Gulden war in \u00d6sterreich noch bis 1900 im Umlauf, obwohl er 1892 durch die&nbsp;Krone&nbsp;ersetzt wurde.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Preis Zusammenstellung der Fischsorten<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Preisentwicklung, die als eine \u00dcbersicht dienen soll:<br \/>Angaben nach: Fischart &#8211; Jahr &#8211; und in Pfund:<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>Aale<\/strong> in Pfund: 1665 47 kr, 1674 54 kr, 1728 18 kr, 1772 54 kr.<br \/><br \/><strong>\u00c4schen<\/strong> nach St\u00fcck: 1560 8 kr, 1616 in Wels 20 kr, kleinere 12 kr; 1660 18 kr. <br \/><strong>Sprenzlinge<\/strong> (Kaiserfisch) ab 1656: Kein Verkauf, nur mehr f\u00fcr Herrentafel und Hof Bedarf. <\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><strong>\u00c4schen<\/strong> in Pfund: 1725 36 kr, 1750 24 kr, 1764 36 kr. <br \/><strong>Aiteln<\/strong> in Pfund: 1750 7 kr oder 8 kr. In Hallstatt um 1700 5 kr.<br \/><strong>Barben<\/strong> in Pfund: 1585 5 kr, 1750 9 kr oder 10 kr.<br \/><strong>Brachsen<\/strong> in Pfund: 1767 in Passau 10 kr. <br \/><strong>Forellen<\/strong> nach St\u00fcck: 1560 10 kr, 1616 in Wels 20 kr, kleinere 10 kr. <br \/><strong>Forellen<\/strong> in Pfund: 1585 12 kr, um 1700 in Hallstatt 7 kr, 1725 40 kr, 1750 30 kr, 1764 Speiseforellen 45 kr, <br \/><strong>Hechte<\/strong>, neben den Karpfen die wichtigsten der lebend verkauften Fische. <br \/><strong>Hecht<\/strong> in Pfund: 1583 8 kr, 1585 6 kr, 1604 8 kr, 1660 und 1674 12 kr, um 1700 in Hallstatt 6 kr, 1725 24 kr.<br \/>Die zeitlich geordnete Zusammenstellung der Preise erfolgt sowohl nach archivalischen als nach gedruckten Quellen und enth\u00e4lt Preisfestsetzungen, Rechnungen \u00fcber gelieferte Fische sowie Sch\u00e4tzpreise in Inventaren. Die Angaben des 16. Jahrhunderts stammen meist aus den Kremsm\u00fcnsterer Kammereirechnungen, 1585 aus der Fischordnung (Scheiber, Zur Geschichte der Fischerei, S. 134, w\u00f6rtlich in Linzer Regesten BIIA9, Annalen, Reg. 11195c), 1616 von den Eink\u00e4ufen des Welser Stadtrichters (Heimatgaue 3, 1922, S. 244). <\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"alignleft size-full is-resized\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"405\" height=\"510\" src=\"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sportfischerei_im_Salzkammergut_anno1908_00400b.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-19914\" style=\"width:148px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sportfischerei_im_Salzkammergut_anno1908_00400b.jpg 405w, https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2022\/02\/Sportfischerei_im_Salzkammergut_anno1908_00400b-254x320.jpg 254w\" sizes=\"auto, (max-width: 405px) 100vw, 405px\" \/><\/figure>\n<\/div>\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Preise aus Hallstatt um 1700 verzeichnet Schraml, Salinenwesen 2, S. 412, sie waren jeweils schon in Goisern, Ischl und Laufen um 2 kr h\u00f6her! Bei den Angaben von 1725, Lieferungen von Linz nach Lambach, hat vielleicht der Transport den Preis besonders in die H\u00f6he getrieben. 1750 stammen die niedrigen Preise von der amtlichen Festsetzung (Scheiber, S. 137), etwas H\u00f6here vom Inventar Edlingers, 1772 vom Inventar Scheichels. Die Ansuchen des Passauer Fischh\u00e4ndlers Joseph K\u00f6rger um Fischpreiserh\u00f6hungen liegen im dortigen Stadtarchiv (B\u00e4nde und Akten 507). Weitere Angaben sind den Regestenb\u00e4nden, insbesondere BIIF (Spital a.P.) und BUG (Weinberg) entnommen.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Sprenzling oder Kaiserfisch<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">spricht von \u201e100 Sprenzlinge&#8220;, dabei handelt es sich um die erste Entwicklungsstufe der \u00c4schen (0+), die <br \/>besondere Leckerbissen waren und auch als \u201eKaiserfische&#8220; bezeichnet wurden, vgl.<br \/>Scheiber, Zur Geschichte der Fischerei, Seite 145.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Weitere Informationen<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><a href=\"https:\/\/www.zobodat.at\/pdf\/NKJB_2_0061-0117.pdf\">GEORG WACHA: FISCHE UND FISCHHANDEL IM ALTE N LINZ<\/a><\/p>\n\n\n\n&nbsp;\n<p style=\"text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #99cc00;\">\u201eWas der Mensch sei, sagt ihm nur die Geschichte.\u201c<\/span><\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\">Zitat von: Wilhelm Dilthey <\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><\/p>\n&nbsp;\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00dcber den Berufsstand des &#8222;Fischer&#8220; gibt es bereits in der zweiten H\u00e4lfte des 14. Jahrhunderts nachweisbare Informationen (1364 &#8222;unter den Vischern&#8220;, 1368 &#8222;ante portam insularum inter piscatores&#8220;, 1378 &#8222;ante portam&#8230; <a class=\"read-more\" href=\"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/?p=27549\">[Weiterlesen]<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":4,"featured_media":10903,"comment_status":"closed","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":"[]"},"categories":[18,103,156,209],"tags":[],"class_list":["post-27549","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-bewirtschaftung","category-fischereigesetz","category-geschichte","category-seenfischerei"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27549","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/users\/4"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcomments&post=27549"}],"version-history":[{"count":30,"href":"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27549\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":38861,"href":"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/posts\/27549\/revisions\/38861"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/index.php?rest_route=\/wp\/v2\/media\/10903"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fmedia&parent=27549"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Fcategories&post=27549"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/huberpower.com\/wordpress\/index.php?rest_route=%2Fwp%2Fv2%2Ftags&post=27549"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}