MUSCHEL FUND BEI DER SEEKLAUSE

So schnell kann es gehen: Noch Mitte des 20. Jahrhunderts galt die Flussmuschel und Teichmuschel als häufigste einheimische Fließgewässermuschel. Doch heute sind sie in vielen Regionen ausgestorben und wo sie noch vorkommt, sind die Populationen oft gewaltig reduziert und überaltert. Umso mehrfreut mich jede Muschel Sichtung die ich finde oder die mir gemeldet werden. So wie die folgende, die mir von Kindern beim Steeg Wirt gebracht wurden. Ich freue mich über den Fund und auch über aufmerksame Kinder, die ein Gespür für die Natur haben und solche Dinge wie Muschelschalen auch aktiv wahrnehmen.

Fortpflanzungsstrategie von Muscheln

Das mag mit der ausgeklügelten Fortpflanzungsstrategie dieser sechs bis sieben Zentimeter langen Weichtiere zusammenhängen: Die aus den Eiern schlüpfenden Muschellarven heften sich an einen geeigneten Wirtsfisch an, und zwar bevorzugt im Kiemenbereich. Nach 20 bis 30 Tagen des Parasitentums fallen sie ab und entwickeln sich in den kommenden drei bis vier Jahren zu erwachsenen Muscheln. Anmerkung am Rande: eine Fischart, der Bitterling, hat den Spieß umgedreht. Er legt seine Eier in Flussmuscheln sowie vor allem in die mit ihr verwandte Teichmuschel.

Wie können wir dieser Art helfen?

Die bei uns heimischen Muschelarten haben bis auf den Fischotter keine nennenswerten natürlichen Feinde und für ihren gravierenden Rückgang sind vor allem die Gewässerverbauungen und eine starke Kolmatierung verantwortlich. So wird beispielsweise durch zu hohe Schwebstofffracht das für die Muscheln wichtige Lückensystem in der Gewässersohle verstopft. Auch sind diejenigen Fischarten stark zurückgegangen, die für die komplizierte Fortpflanzung der Muscheln herhalten müssen.

Gewässerreinhaltung und die Pflege natürlicher Fischbestände sind daher eine wichtige Hilfe für die Muschel. Da speziell die Flussmuschel hochgradig bedroht ist, müssen speziell für sie europaweit geeignete Schutzgebiete ausgewiesen und Artenschutzprojekte umgesetzt werden. Um solchen Schutzprojekten umgesetzt zu bekommen, daran werden wir arbeiten!

Süßwassermuschel Vorkommen im Salzkammergut

Die Bestände der heimischen Süßwassermuscheln unterliegen seit Jahrzehnten einem dramatischen Rückgang. Auf europäischer Ebene wird die Gemeine Flussmuschel (Unio crassus) und auch die Gemeine Teichmuschel als „Art des gemeinschaftlichen Interesses“ in den Anhängen II und IV der FFH – Flora-Fauna-Habitat Richtlinie angeführt. Neben der Flussperlmuschel (Margaritifera margaritifera), die in den Roten Listen für Österreich und Deutschland als „vom Aussterben bedroht“ geführt wird (KÜHNELT 1983, BLAB et al. 1984), ist die Gemeine Flussmuschel die am stärksten gefährdete Muschelart in Oberösterreich. In der Roten Liste der Weichtiere Österreichs ist sie ebenfalls als „vom Aussterben bedroht“ gelistet. Der hier vorliegende Bericht dokumentiert ein aktuelles Vorkommen von weiteren Teichmuschel Funden an der Goiserer Traun.

Muschelfunde bei der Seeklause

Gleich vorne weg, möchte ich sagen, dass ich keine Muschelexperte bin. Daher fällt hier die Bestimmung sehr grob aus. Was ich mit Sicherheit sagen kann, dass es sich bei den Fund um Fluss- oder Teichmuschel (Unionidae) handelt und ich ordne den Fund an der Oberen Goiserer Traun der „Gemeinen Teichmuschel“ zu. Die Merkmal nach den unten angeführten Bestimmungsschlüssel sprechen für eine Zuordnung auf eine Teichmuschel. Auch ist der Fundort am Auslauf des Hallstätter See prädestiniert, als Seeausrinn in diesen Bereich und vom See abwandernden Teichmuschel zu schließen. Nachdem mir auch von Fischereischutzorganen (FSO) vom Hallstätter See, auch Muschelvorkommen in diesen bestätigt werden.

Gemeine Teichmuschel

Einige leere Muschelschalen, gefunden direkt beim Auslauf aus dem Hallstätter See belegen das die Natur hier an der Oberen Traun noch in Ordnung ist. Es dürfte sich hierbei um die „Gemeine Teichmuschel“ handeln. Es werden bei der Teichmuschel die beiden Schalen durch ein zahnloses, glattes Schloss zusammengehalten, wie auch auf den Foto zu erkenne ist. Die „Gemeine Teichmuschel“ ist vorwiegend getrenntgeschlechtlich. Ihre Larven entwickeln sich im Winter. Vor der Umwandlung zur Jungmuschel leben sie für einige Wochen gerne an den Flossen von Barschen, Rotaugen oder Stichlingen. Die Gemeine Teichmuschel war in weiten Teilen Europas früher sehr häufig. Stellenweise wurde sie sogar als Viehfutter für Schweine oder Enten genutzt und somit als Entenmuschel bezeichnet. In Österreich ist sie heute potenziell gefährdet. Sie ist wie alle heimischen Muscheln unter Naturschutz gestellt.

Die Teichmuschel ist stärker gerundet als die Flussmuschel.
Kein Zahn an der Schließvorrichtung, daher die Zuordnung auf eine Teichmuschel.

Bestimmung der Muschel

Im Salzkammergut habe ich bis jetzt nur Funde von Teichmuschel gemacht. Ob es noch verschiedene andere Muschelarten gibt, kann ich nicht bestätigen. In Fließgewässern sollten zwar die Bachmuschel oder Flussmuschel vorkommen, wie sich nach dem Bestimmungsschlüssel zeigt ist jedoch das Vorkommen der Gemeinen Teichmuschel durchaus häufiger vorzufinden, welche sich nebenstehenden Gewässern auch in Fließgewässern niederlässt.

Quelle: http://www.bachmuschel.de/bestimmung/

Folgende Unterscheidungsmerkmale helfen beim Bestimmen

  • Die Bachmuschel ist mehr längsoval, die Seite gegenüber dem Wirbel weniger gerundet, manchmal fast gerade.
  • Die Teichmuschel hat neben dem Wirbel ein relativ deutliches „Schild“, hier hat der Muschelrand eine „Nase“.
  • Beim Fund von Muschelschalen auf Zähne achten. Der Zahn ist eine Schließvorrichtung nahe dem Wirbel. Die Bachmuschel ist deutlich gezahnt, die Teichmuschel dagegen hat keine Zähne auf der Schlossseite.
  • Die Schale der Bachmuschel ist dickwandiger.

Anhand dieser Merkmale kann auch von Laien meist zwischen Bach- und Teichmuschel unterschieden werden. Weitere Muschelarten kommen vor, letzten Endes sollte ein Fachmann zu Rate gezogen werden, wenn man einen Verdacht auf Vorkommen von Bachmuscheln hat.

Weitere Informationen

Die Bachmuschel im Unterallgäu

Angeln heißt nicht Fische fangen, sondern Angeln heißt Erleben!

Zitat von Norbert Eipeltauer

 
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