ISCHL BESTANDSAUFNAHME 2021

Um potenzielle Auswirkungen durch die an Entleerung der Geschiebesperren im Strobler Weißenbach und dessen Vorfluter (Ischl) vorkommende Fischpopulation zu dokumentieren, werden GZÜV (Gewässerzustandsüberwachungsverordnung, BGBI. II Nr. 479 / 2006 i.d.g.F.) konforme Watbefischungen durchgeführt. Dabei wurde in einem fischökologischen Premonitoring mittels Elektrobefischung in den letzten Jahren 2017, 208, 2019, 2020 und auch 2021 der Zustand erhoben. Die Befischungen im Rahmen dieses Premonitorings werden immer zum gleichen Zeitpunkt, Mitte September durchgeführt und somit vor Eintritt der Laichzeit der Bachforelle. Insgesamt wurde der Fischbestand in den letzten Jahren an 2 verschiedenen Teilstrecken (Befischungsstellen) erhoben. 2021 haben wir an der Ischl eine dritte Befischungstselle, oberhalb Pfandlbrücke dazu genommen.

Wollte mich persönlich vom Fischbestand an der Ischl überzeugen und habe an allen 3 Befischungsstellen als Poolführer mitgearbeitet.
Foto: © Norbert Novak

Befischung nach DeLury und Moran Zippin Methode

Bei der DeLury – Methode wird jede einzelne Strecke in drei aufeinander folgenden Durchgängen
befischt. Durch die Abnahme der Fangzahlen in jedem weiteren Durchlauf, lässt sich mithilfe der
linearen Regression der Gesamtbestand abschätzen. Wird die Strecke nur zweimal befischt, so
kommt die Moran-Zippin-Methode (Seber und Le Cren 1967) zum Einsatz.

Mithilfe eines Netzes wurde vor Beginn der Befischung das flussauf gelegene Ende der Untersuchungsstrecke abgesperrt um die Fische an einer Flucht flussauf zu hindern.

Der obere Bereich der Befischungsstrecke wird mit einen Netz abgesperrt.

Anschließend werde die Strecke mit insgesamt zwei Durchgängen (De Lury Methode) unter Anwendung von Rückenaggregaten mit je einer Polstange abgefischt. Die Anzahl an eingesetzten Polführern richtet
sich dabei nach der mittleren benetzten Breite des zu untersuchenden Gewässerabschnittes.

Foto: © Norbert Novak

Pro 5 Meter benetzter Gewässerbreite kommt ein Polführer zum Einsatz, wobei laut GZÜV auf bis zu 2,5 m
aufgerundet werden kann. Zusätzlich wurden jedem Polführer je ein Kescherführer sowie je ein
Kübelträger zur Verfügung gestellt um die gefangen Fische so schnell wie möglich zu versorgen. Die
Polführer müssen gewährleisten, dass die gesamte Flussbreite vom elektrischen Feld abgedeckt wird.
Die Fänge aus den einzelnen Durchgängen müssen separat in getrennten Behältern gehältert
werden. Anschließend wird der Fang auf Artniveau bestimmt, vermessen und gewogen.

Andreas Fischer vom Büro Blattfisch mit seinen Team, bei der Aufnahme der Befischungsergebnisse.

Bestandsrechnung

Die Anwendung der DeLury-Methode oder Moran-Zippin-Methode eignet sich nur für Fischarten die
methodisch mithilfe der Elektrobefischung auch quantitativ zu erfassen sind. Den Kieslückenraum
bewohnende Kleinarten wie die Koppe sind davon ausgenommen. Eine Schätzung des Gesamtbestandes der Koppe wird daher in weiterer Folge auch nicht durchgeführt. Für jene Arten die durch die Elektrobefischung methodisch einwandfrei zu befischen sind wird hingegen ein gemeinsamer Gesamtbestand berechnet. Anschließend können die (geschätzten) Individuenzahlen einzelner Arten anhand des prozentualen Anteils der jeweiligen Art aus den tatsächlich gefangen Fischen umgerechnet werden.

Pegel Gisela Brücke und Wassertemperatur

Bei der Bestandsaufnahme, am 14. September 2021 hatten wir sehr günstige Bedingungen, mit einen Pegel von 163 cm, lt. Pegel Gisela Brücke, an der Messstelle in Bad Ischl. Die Wassertemperatur war 18,0 Grad und es war, wie man auf den nachfolgenden Fotos sieht, ein schöner, sommerlicher Tag.
Wassertemperatur an der Ischl lt. Pegel Giselabrücke – lt. Messung 18,0 Grad

Befischungstelle 1 Ischl – Restwasserstrecke Weinbach

Kurzbeschreibung der Messstelle

Im untersuchten Abschnitt weist die Ischl einen gestreckten Verlauf auf. Am oberen Ende der
Untersuchungsstrecke befindet sich eine Sohlrampe aus Blockwurf mit einer Ufermauer. Das
Gewässer ist entlang des Ufers mit Blockwurf verbaut, der bereits überwachsen ist. Während
die linke Uferböschung mit einem ein- bis mehrreihigen Gehölzstreifen gesäumt wird, wird die
rechte Uferböschung von einem einreihigen Gehölzstreifen bestanden. Breiten- und
Tiefenvarianz sind mäßig bzw. groß. Die Sohle ist bis auf die Sohlrampe unverbaut und
besteht hauptsächlich aus Makro- und Mikrolithal.

Befischungstelle 2 Ischl – Aschau Brücke

Befischungstelle 3 Ischl – Pfadlbrücke

Ergebnisse der Bestandsaufnahme vom 14. September 2021

Werden nach Verfügbarkeit ergänzt.

Heimo bei der Arbeit
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„Inmitten der Schwierigkeiten liegt die Möglichkeit.“

Zitat von: Albert Einstein

 
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