HECHT SITUATION AN DER GOISERER TRAUN 2021

Durch den Kraftwerksbau in Bad Goisern hat der Hechtbestand an der Goiserer Traun zugenommen. Manch ein See- oder Teich-Bewirtschafter würde sich glücklich schätzen, wenn er eine so gute, sich selbst reproduzierende Hechtpopulation haben würde. In der zur Äschen Region gehörenden Goiserer Traun, haben die Bewirtschafter nicht so viel Freude damit, wenn neben den Prädatoren Druck durch Kormoran, Gänsesäger und Fischotter, sich auch der Hechtbestand derartig stark entwickelt und damit zusätzlich die Äschen Populationen dezimiert.

Fischereischutzorgan Philipp Pöllmann mit einen in der Reuse gefangenen Hecht mit 107 cm.

Gegenmaßnahmen sind Reusen- und Elektrobefischung

Mit der Fischreuse in Frühjahr und mit der Elektrobefischung im Herbst wird den Hechtaufkommen entgegengewirkt um einen Ausgleich zu der stark anwachsenden Hechtentwicklung zu haben. Durch den Staubereich vom Kraftwerk in Bad Goisern haben wir neben vieler anderer, für die Fischerei in der Äschen Region nicht förderlicher Entwicklungen auch eine neue Problemzone dazu bekommen. Die Hechte werden zur Laichzeit nicht mehr weiter „getriftet“ sondern „stauen“ sich im Frühjahr im Rückstaubereich vom Kraftwerk Bad Goisern und dezimieren in der Oberhalb vom Staubereich noch erhaltenen „Äschen Region“ diese vom aussterben bedrohte Fischart.

Hier in der Bären Traun, einen Altarm der Traun, finden sich viele Hechte zur Laichzeit ein. Mit Stellnetzen wird der Bestand reguliert und abgefischt.

Sondergenehmigung zum Hechtfischfang

Auf Antrag gemäß § 30 Abs. 3 des Oö. Fischereigesetzes, LGBl. Nr. 41/2020 die Bewilligung zur Entnahme von untermaßigen und/oder in der Schonzeit befindlichen Hechten in der Goiserer Traun, Ordnungsnummer 21/30/1, unter nachfolgenden Bedingungen, Befristungen und Auflagen erteilt:

  1. Die gegenständliche Bewilligung ist bis zum 31. Dezember 2025 gültig.
  2. Über die durch Elektro- und Netz-, Reusen- und Angelfischerei entnommenen Hechte sind entsprechende Ausfanglisten zu führen. Dabei sind die Stückzahlen, das Fangdatum, die Fangmethode, nach Möglichkeit das Geschlecht des Individuums und auch die Längen der einzelnen Fische möglichst genau festzuhalten..
  3. Die unter Punkt 2. geforderte Ausfanglisten für den Hecht ist jährlich bis spätestens 1. März des Folgejahres dem Amt der Oö. Landesregierung, Abteilung Land- und Forstwirtschaft, unaufgefordert schriftlich per Post oder E-Mail (lfw.post@ooe.gv.at) vorzulegen.
April – Hechte in der Reuse.

Amtssachverständiger befürwortet die Maßnahme

Begründet wird der Antrag damit, dass aufgrund des Rückstaubereiches verursacht durch das Kraftwerk der Energie AG der Hechtbestand begünstigt wird und den dort vorkommenden Fischarten, insbesondere auch Äsche und Bachforelle, schadet. Seitens des Forstbetriebes bzw. des Pächter des Fischereirechtes und des Fischereirevieres wird besonders Augenmerk auf den Besatz mit Äschen gelegt und dieser auch finanziell unterstützt. Zur Förderung bzw. Erhaltung der Fischarten Äsche und Bachforelle soll der Hechtbestand nunmehr reduziert werden. Aus fischereifachlicher Sicht wird festgestellt, dass die Traun zwischen Steeg und Traunsee grundsätzlich dem Hyporhithral Groß zuzuordnen ist, wobei das Leitbild für die Ermittlung des Zielzustandes im Zusammenhang mit der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie adaptiert wurde.

Leitbild „Goiserer Traun“

Als Leitarten werden die Fischarten Äsche, Bachforelle und Koppe, als typische Begleitarten Aitel, Aalrutte, Barbe, Elritze und Flussbarsch und als seltene Begleitarten Bachschmerle, Brachse, Gründling, Hasel, Hecht, Rotauge, Rußnase, Schneider und Seeforelle geführt.


Demnach ist die Fischart Hecht in diesem Bereich zwar im Leitbild geführt, war jedoch aus historischer Sicht lediglich selten vorhanden und nicht bestandsbildend. Durch die Errichtung von Rückstaubereichen und die damit verbundenen Veränderungen der hydromorphologischen Verhältnisse wird die Fischart Hecht begünstigt und kann daher bessere Bestände ausbilden, als es in der unbeeinflussten Traun der Fall war. Gleichzeitig verschlechtert sich mit der Errichtung von Rückstaubereichen die Lebensraumqualität für rheophile Arten wie beispielsweise die Äsche und die Bachforelle. Da Hechte räuberisch leben und überwiegend Fische fressen, kommt es zusätzlich zu einem erhöhten Fraßdruck auf andere Fischarten. Zur Stützung der Fischarten Äsche und Bachforelle erscheint eine Reduktion der Fischart Hecht daher sinnvoll. Aus fachlicher Sicht ist es deshalb auch vertretbar, dass Hechte in der Schonzeit und vor
Erreichen des Mindestfangmaßes gefangen und aus dem Gewässer entnommen werden. Voraussetzung für die Wirksamkeit der Maßnahme ist jedoch, dass eine konsequente Befischung mit allen im Rahmen der gesetzlich erlaubten Methoden erfolgt, um tatsächlich eine spürbare Bestandsreduktion bei der Fischart Hecht zu erzielen.

Heimo bei der Arbeit
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Weitere Infotrmationen:

HECHT ABFISCHEN 2020 GOISERER TRAUN

FISCHARTENLEITBILD OBERE TRAUN

„Hege nach dem Prinzip: Versuch macht klug“

Für das Fischbesatzmanagement empfiehlt sich das Grundprinzip der lernfähigen Hege. Dabei wird der Erfolg jeder Maßnahme in verschiedenen Schritten überprüft. Dazu gehört, das natürliche Aufkommen der Zielfischarten regelmäßig zu erfassen und daraus Maßnahmen abzuleiten.

Zitat: Prof. Robert Arlinghaus

 
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