PEGEL & TEMPERATUR FEBRUAR 2021 – FRÜHJAHRSLAICHER

Regenbogen Wildfisch Populationen haben sich im Laufe der letzten Jahren an der Oberen Traun recht positiv entwickelt und sich Angesicht unserer Befischungsregelung, in der die 50+ cm Regenbogenforellen geschützt werden um einen selbst reproduzierenden Stamm zu entwickeln. Auf Basis ihre Fitness und eines vorherrschenden Selektionsdruck in ihrer Umgebung, haben wir an der Oberen Traun einen „Frühjahrslaicher Stamm“ entwickelt der sich auf die Hydrologie unseres Wassereinzugsgebietes angepasst hat.

Auch ein Punkt sich unsere monatlichen Pegel- und Süßwassertemperatur Daten zu beobachten und in Zusammenhang mit den Laichgewohnheiten unserer Wildfischpopulationen weitere Schlüsse im Fischereimanagement Plan zu ziehen und zu analysieren, um ggf. auch Risiken in den verschiedenen Lebensphasen zu bestimmen und dazu sind die Laichplätze und die Laichzeit einer der Lebensphasen, die wir uns genau ansehen und beobachten.

Wichtig sind uns im wesentliche die „Produktivität“ und vor allen eine ausgewogene „Alterspyramide“ über alle Fischgenerationen zu haben. In allen Lebensphasen des Süßwassers haben Temperatur- und Durchflussparameter einen wesentlichen direkten Einfluss und indirekte Auswirkungen auf das Überleben und den Fortpflanzungserfolg von Salmoniden Populationen. Jetzt im Februar und im März mit den Regenbogenforellen frühjahrslaicher Stämmen und gleich danach mit den Äschen, deren selbst reproduzierende Entwicklung noch genauer zu betrachten ist. Im FROSKG nutzen wir jahrzehntelange Forschung und eine Beobachtung der Temperaturgrenzkriterien, von denen bekannt ist, dass sie die biologischen Prozesse jeder Salmoniden-Lebensgeschichte stark beeinflussen.

30 Jährige Evolution – so schnell kann’s gehen

Als Ergebnis der letzten 30 Jahre haben wir eine Evolution in unseren Fischbeständen an der Obere Traun erlebt die schneller nicht gehen könnte. Die Bachforelle als Leitfisch ist verschwunden, die Äschen Region hat sich weiter nach oben verschoben. War bis 1990 die Grenze der Äschen Region bei der Ischl-Mündung und unterhalb angegeben, geht die heute bis zum Hallstätter See herauf. Die Regenbogenforelle hat den Platz der Bachforelle eingenommen. Wenn jedoch künftig durch weitere Stauräume durch Kraftwerke, Abholzungen der UferVegetation ect. die Wasser-Temperatur steigt und Schwellenwerte, speziell der recht feinfühlig reagierenden Äsche geringfügig verändern werden, verstärkt durch den Klimawandel und der Abschmelzung der letzten Gletscher am Dachstein, werden wir in den nächsten Jahren auch die restlichen verbleibenden Wildbestände unserer Salmoniden vernichtet haben.

Zum Thema „Laichplatz Kartierung“ laichender Regenbogenforellen können uns Fischereischutzorgange (FSO) und „Fluss-Läufer“ tatkräftig unterstützen.

Endlich ist der Frühling da, zumindest der meteorologische. Vor zwei Wochen konnten wir noch auf den zugefrorenen Boden spazieren gehen, doch nun steigen die Temperaturen rasant an, der Schnee schmilzt und die Laichzeit der frühjahrslaichenden Regenbogenforellen ist im vollen Gange. Daher startet das FROSKG Team in die geplante Feldarbeit -und Testarbeit an der Ischler Traun, um ein paar Regenbogenforellen, aus heimischen, in der Zwischenzeit selbst reproduzierende Rogner und Milchner an den Laichgründe zu finden und ein paar abzustreifen.

Laichplatz Kartierung – Sichtungen bitte melden…

Zum Thema „Laichplatz Kartierung“ laichender Regenbogenforellen können uns Fischereischutzorgange (FSO) und „Fluss-Läufer“ tatkräftig unterstützen. Wir freuen uns über jede Meldung, wenn wo Laichplätze gesichtet werden.

Teilweise sind Regenbogenforellen in den Laichgruben gestanden. Zumeist Milchner, die auf weibliche, laichwillige RBF – Mädels warten. Es ist gar nicht so selbstverständlich, wie auch von Günter Feuerstein beschrieben, dass sich Regenbogenforelle so einfach einbürgern, sodass sie unabhängig von weiterem Besatz selbständige Populationen bilden. Wir sind recht froh, dass sich an der Oberen Traun ein selbst reproduzierender „Traun RBF Stamm“ etabliert hat und wollen diesen auch möglichst nicht mit Besatzfischen und Krankheiten und anderen genetischen Vermischungen gefährden. Daher seit Jahren kein weiterer Besatz mit „Speisefischen“ aus Teichanlagen. Unser Schwerpunkt liegt in der Entwicklung und dem Schutz unserer Wildfisch Populationen.

Laichende Regenbogenforellen beobachtet?

Die Laichzeit der Regenbogenforelle geht im Prinzip über den ganzen Winter. Die ersten Winterlaicher sind Ende November zu sehen und jetzt stehen wir davor die größere Anzahl an Frühjahrslaicher. Jetzt im Februar bis Mitte März eines Jahres. Es würde uns in weiterer Folge sehr helfen, im Rahmen unseres SAEEP Projekts die Laichgründe zwischen der steirischen Landesgrenze bis zum Traunsee zu identifiziert und zu dokumentieren und jede Beobachtung an mich zu melden.

Regenbogenforellen Milchner – Wildfang aus der Oberen Traun. (27.2.2021)

Nur wenige Tierarten konnte der Mensch weltweit verbreiten und auf den verschiedensten Kontinenten einbürgern. Unter
diesen nimmt die Regenbogenforelle einen besonderen Platz ein. In der Zwischenzeit auch im O.Ö. Fischereigesetz als „heimischer Fisch“ mit einer Schonzeit von 1. Dezember bis 15. März geführt und hat sich bei uns an der Oberen Traun, als Ablöse der verschwundenen Bachforelle etabliert.

Hier einige Exemplare unserer geschützten 50+ Wildfische, die sich durch Eigenaufkommen an der Oberen Traun selbst reproduzieren und daher, seit Jahren keinen zusätzlichen Besatz mit „Teich- und Speisefischen“ aus der Fischzuchtanstalt mehr brauchen. Wir setzen hier nur noch auf lokale, selbst reproduzierende Stämme.
Alleine, wenn man sich die Flossen dieser Wildfische ansieht, ist zu erkennen, dass sich die in der Strömung der Oberen Traun bei allen Wasserständen behaupten müssen.

Angesichts der Ende Februar schnell steigenden Temperaturen kommen auch die Frühjahrslaicher schon in Laichstimmung. Nach bisherigen Erkenntnissen beginnen die Regenbogenforellen bei einer Wassertemperatur von etwa 5,5-6°C mit dem Laichgeschäft und machen dazu teilweise kleinere Laichwanderungen und selbst in kleinste Seitengewässer und Bäche, wie in den Sulzbach oder den Sagmühlbachl konnten wir Laichgruben beobachten. Wir möchten aus diesem Grund darauf hinweisen, dass jegliche Meldungen zu Beobachtungen von laichenden Regenbogenforellen und ganz besonders auch in den Zuflüssen für uns von großer Bedeutung ist.

Die Laichplätze von den großen Regenbogenforellen sind zumeist leicht zu erkennen.

Laichplatz Sichtungen beobachten und melden

Sollten Sie/Du in den kommenden Wochen interessante Beobachtungen machen, ersuchen wir diese unter +43 681 2038 9605 zu melden oder per E-Mail an fischereirevier.salzkammergut(at)gmail.com zu senden – auch Bilder und Videos vom Geschehen könnten für uns spannend sein um das Ganze besser einzuordnen. Ihre Rückmeldung kann dazu beitragen, wichtige Laichplätze zu identifizieren, um ein nachhaltigeres Management zu ermöglichen. Auch Meldungen aus angrenzenden Fließgewässern und Bächen sind wichtig und willkommen. Wir freuen uns auf Ihre Meldungen!

Gala Probe am 27. Februar 2021 mit 11 KW Aggregat

Wir haben 2020 unser FROSKG Equipment um eine dedizierten KFZ Anhänger für das 11 KW Aggregat angeschafft. Hier haben wir eine 100 Meter Verlängerung montiert um eine Reichweite zu haben, ohne das Aggregat tragen zu müssen. Damit haben wir eine perfekte Ausstattung für den Laichfischfang. Wie bei der Feuerwehr, gehört jedoch auch der Einsatz geübt um speziell für den geplanten Äschenlaichfischfang im April gerüstet zu sein.
Harald Eidinger am „Bären“ bei der Gala Probe auf Regenbogenforellen….
(vlnr.) Harald Eidinger am Bären und Karl Fehrer am Ufer als Backup, bei der „Feuerwehrübung“, unseren Test-Probefischen am 27.2.2021 um für den „Notfall“ gerüstet zu sein.

Pegel Februar 2021

Wassertemperatur Februar 2021

Die Laichzeit der Regenbogenforelle bei uns an der Oberen Traun bei einer Gewässertemperatur von 5,5-7 Grad.

„Es ist nicht genug zu wissen, man muss es auch anwenden.

Es ist nicht genug zu wollen, man muss es auch tun.“

Zitat von Johann Wolfgang von Goethe

 

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