KEEP FISH WET – SCHUTZ DER FISCHE

Im O.Ö. Fischereigesetzt ist im § 29 die „weidgerechte Ausübung“ des Fischfangs (Weidgerechtigkeit) geregelt. Diese Weidgerechtigkeit ist als Überbegriff zu sehen und es wird immer wichtiger, sich mit Best Practices für Catch-and-Release im Umgang mit einen sehr schonenden Umgang mit unseren Fischen zu beschäftigen.

Die Äschen werden bei mir mit "Lichtschranke" vermessen und schonend zurückgestezt ...
Die Äschen werden bei mir mit „Lichtschranke“ vermessen und schonend zurückgesetzt …

Wichtig dazu ist, sich auch mit Änderungen in Fischereibedingungen zu beschäftigen, in welcher Art und Weise Angler einen Fisch fangen, handhabt und wieder, zur Schonung unserer Fischbestände auch vorzugsweise wieder frei zu lassen haben. Die Anwendung von solchen Best Practices soll die Überlebensrate von Fischen helfen, um diesen nach der Freilassung so schnell wie möglich zu ihrem normalen Verhalten und Lebensraum zu gewährleisten.

Verwendung von „Gummi Netzen“ – Gumminetze sind weniger abrasiv und schädigen Fischschleim, Schuppen, Flossen und Kiemen weniger als geknotete Nylonnetznetze. Außerdem verhängen sich Haken nicht so leicht an Gumminetzen, was die Zeit in Gefangenschaft verkürzen hilft.

Einige Fischereiwissenschaftler/innen haben dazu „Keep Fish Wet“ gegründet, mit dem Ziel die Verwendung wissenschaftlich fundierter Best Practices zum Fangen, Behandeln und Freilassen von Fischen zu entwickeln und vor allen das „Gedankengut“ zu diesen Thema für ALLE Fischer und Bewirtschafter zu sensibilisieren.

Das Fotografieren von Fischen sollte möglichst im Wasser erfolgen.

Keep Fish Wet befassen sich wissenschaftlich mit den Angelereigniss bei Drill eines Fisches, die von einem Angler kontrolliert werden. Dazu wurden drei Prinzipien aufgestellt die universell für eine Vielzahl von Fischarten und Umgebungen verwendet werden können. Sie stützen sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse.  

PRINZIP 1: LUFTEXPOSITION MINIMIEREN

Das Halten eines Fisches außerhalb vom Wasser soll weitgehende verhindert werden. Selbst kurze Luftexpositionen (bei einigen Arten nur 10 bis 20 Sekunden) können den Fischen schaden. Wenn das verhindert wird, können damit negative Auswirkungen für den Fisch reduziert und verhindert werden.

PRINZIP 2: KONTAKT DER FISCHE MIT TROCKENEN OBERFLÄCHEN VERMEIDEN

Fische haben eine Schicht Schutzschleim (Schleim) und Schuppen, die sie vor Krankheiten schützen. Kontakt mit trockenen, harten oder rauen Oberflächen (wie Händen, Steinen, Sand und Bootsböden) kann Schleim und Schuppen entfernen und Fische anfälliger für Krankheiten, insbesondere Pilzinfektionen, machen. Wenn Sie Fische im oder über dem Wasser halten und sie mit sauberen, nassen Händen oder einem weichen Gumminetz halten, bleiben die Schleimschicht und die Schuppen intakt und die Fischkrankheit frei.  

PRINZIP 3: HANDHABUNGSZEIT VERRINGERN

Je länger Sie mit einem Fisch umgehen, desto stressiger ist er für ihn, was den mit dem Fang verbundenen Stress verstärkt. Verwechseln Sie nicht, wenn ein Fisch „gut wegschwimmt“, als Zeichen dafür, dass er sich vollständig erholt hat. Wenn möglich sollten Sie den Fisch freigeben, ohne ihn zu berühren.

Das Fischen mit Haken ohne Widerhaken sollte heute ja schon als Standard gelten.  

Wattverbot zur Laichzeit und Laichschongebiete

Das Angeln von Fischen, die auf dem Weg zu Laichgebieten sind oder gerade laichen, ist ein kritischer Teil in ihren Lebenszyklus und für die Fortpflanzung zukünftige Generationen. In dieser Situation sind Fische besonders anfällig für das Fangen, wenn sie sich zum Laichen ansammeln, oder sie sind besonders aggressiv, wenn sie Nester und Gebiete verteidigen. Abhängig von der Fischart und ihren Laichgewohnheiten sollte während der Laichzeit auf das Fischen verzichtet werden. 

Zur Laichzeit der Forellen und Äschen ist es wichtig, dass auf die Laichgruben geachtet wird.
Die häufigste Todesursache bei gefangenen und freigelassenen Fischen sind Hakenverletzungen – normalerweise durch tiefes oder schlechtes Haken. Fische schlucken viel häufiger lebende und natürliche Köder, was zu Verletzungen und Sterblichkeit führt.
Wenn Sie nur Fische fangen und freilassen möchten, sollten Sie künstliche Köder mit Einzelhacken und ohne Wiederhacken verwenden (die auch die Rate des tiefen Einhakens verringern).    

Bei erhöhter Wassertemperatur das Fischen einstellen

Achten Sie besonders darauf, wie Sie mit Fischen umgehen, wenn sich die Wassertemperaturen erwärmen. In unseren Breiten, sollte speziell in der Äschen Region, dass Fischen bei einer Wassertemperatur von über 20 Grad eingestellt werden. Der Stoffwechsel von Fischen hängt direkt mit der Wassertemperatur zusammen, und dies kann zusammen mit der Ausübung des Angelns dazu führen, dass Fische anfälliger für die Auswirkungen des Fangens werden. In den meisten Fällen nimmt der gelöste Sauerstoff mit steigenden Wassertemperaturen ab, was bedeutet, dass Fische länger brauchen, um sich von einem Drill zu erholen.

Tragen Sie eine leicht zugängliche Zange oder ein anderes Hakenentfernungswerkzeug, mit dem sich die Haken schnell und vorsichtig entfernen lassen. Wenn die Haken ohne Widerhaken sind, besteht eine gute Chance, dass ein Hakenentfernungswerkzeug beim Lösen helfen kann, auch ohne den Fisch aus dem Wasser zu nehmen.
Wenn ein Fisch tief eingehakt ist, schneiden Sie die Schnur ab, anstatt zu versuchen, den Haken zu entfernen. 
Regenbogenforelle im Drill
Versuchen Sie, Ihren Fisch im Wasser zu fotografieren. Dies zeigt den Fisch in seinem Element und sorgt dafür, dass er atmen kann.
Wenn Sie den Fisch für ein Foto schnell anheben, halten Sie ihn so nah wie möglich am Wasser.
Lassen Sie den Fotografen auch die Aufnahmen machen – 1, 2, 3 … heben Sie den Fisch … und machen Sie Ihre Aufnahme.
Halten Sie den Fisch weniger als 10 Sekunden oder weniger, an der Luft ausgesetzt. 

GRUNDLAGEN DER FISCHFOTOGRAFIE

Trout dying to get a photo – Damit Fotos nicht töten

  1. STELLEN SIE SICHER, DASS IHRE KAMERA BETRIEBSBEREIT IST! – Halten Sie Ihre Kamera leicht zugänglich und stellen Sie sicher, dass genügend Akku und Speicherkapazität vorhanden sind und die Einstellungen für die aktuellen Bedingungen korrekt sind. Auf diese Weise können Sie Ihren Fisch schnell fotografieren und dann freigeben. Am besten ist es, wenn man einen Kollegen/in zum Fotografieren dabei hat.
  2.  „DREI, ZWEI, EINS, HEBEN UND KLICKEN!“ – Machen Sie Fotos in einer Knie-Position um den Fisch unter Wasser zu halten, während der Kamerafokus und die Einstellungen gewählt werden. Kommunizieren Sie dann, wenn alles fertig ist. Ein nasser Fisch ist ein tropfender Fisch und ein guter Indikator dafür, dass ein Fisch nicht lange aus dem Wasser war.
  3. ACHTEN SIE AUF DIE BEDINGUNGEN – Es gibt Zeiten, in denen die Bedingungen für ein Foto einfach nicht ideal sind und daher sollte eine unverzügliche Freilassung eines Fisches Priorität haben. Vielleicht machen Sie besser kein Foto, weil das Wasser besonders warm ist. Es ist ebenso wichtig zu wissen, welche Bedingungen das Schicksal der freigelassenen Fische nachteilig beeinflussen können, wie die Best Practices für das Fangen und Freilassen zu kennen.  

Weitere Tipps zum Fotografieren und kreative Vorschläge des Keep Fish Wet Fishing Ambassador-Teams finden Sie in  diesem Artikel.

Diese Regeln sollte jeder kennen, damit zurückgesetzte Salmoniden die besten Überlebenschance haben:

  • Schnell landen
  • Wenn Sie einen Fisch aus dem Wasser heben, verringert sich seine Überlebenschance drastisch. Je länger ein Fisch nicht im Wasser ist, desto exponentieller sinken seine Überlebenschancen.
  • Versuchen Sie, den Haken zu entfernen, während sich der Fisch noch im Wasser befindet.
  • Haken – widerhakenlos
  • Verwenden Sie keine Drillinge oder Doppelhaken
  • Mit nassen Händen angreifen
  • Verwenden Sie eine Pinzette, eine Langzange oder einen speziell angefertigten Haken, um den Haken schnell und effizient zu entfernen.
  •  Wenn der Fisch tief im Hals oder im Bauch eingehakt ist, schneiden Sie die Leine so nah wie möglich am Haken ab und lassen Sie den Haken im Fisch – es wird wahrscheinlich mehr Schaden anrichten, wenn Sie versuchen, einen tiefen Haken zu entfernen, als ihn dort zu lassen, wo er ist.
  • Versuchen Sie niemals, einen Haken durch die Kiemen zu entfernen.
  • Fische nicht auf trockenen Untergrund legen
  • Fotos wie oben beschrieben – wenn nicht vermeidbar – schnell schießen
  • Das Zurückwerfen eines Fisches ins Wasser verringert wahrscheinlich die Überlebenschancen des Fisches erheblich.

Wenn Fotos töten – Griff lockern!

Ein ganz wichtiger Hinweis wird jedoch selten erwähnt – der korrekte Griff für Fotos.

Ein sehr gute Dokumentation zum Thema „wie greift man einen Fisch richtig an“ ist auf der Seite von FORELLE & ÄSCHE zum Nachlesen…

Einen Fisch hält man am besten nahe des Kopfes. Die Forelle wird dabei in den Fingern gewogen, wobei die die Finger an der Seite des Fisches angelegt werden. Kein Festklammern wie mit Krallen und auch kein Drücken dieser sensiblen Körperstelle.

Weitere Informationen:

Macht man sich große Sorgen um die Überlebenschancen einer zurückgesetzten Forelle, hebt man sie besser nie aus dem Wasser. Kürzlich vorgestellte Studien deuten darauf hin, dass die Überlebenschance von aus dem Wasser gehobenen Fischen nach einem Drill beeinträchtigt wird. Dreißig Sekunden an der Luft reduziert die Überlebenschance um 30% und sechzig Sekunden um 70%.

Im FROSKG ist es unsere Aufgabe, dass O.Ö. Fischereigesetzt umzusetzen und die Weidgerechtigkeit, die Ethik in der Ausübung der Fischerei ist ein verpflichtender Punkt in der Entwicklung des Gedankengutes für jeden Fischer und Bewirtschafter. Auch die Übernahme wissenschaftlich fundierter Best Practices ist für unsere Entwicklung wichtig hier auf den Laufenden zu sein, denn der Fortschritt – insbesondere, da sich auch die Wissenschaft weiter entwickelt, sind hier aktuelle und neue Erkenntnisse laufende zu berücksichtigen. Unser Ziel ist es, eine unterstützende Community für das Lernen und den Austausch von Best Practices zu schaffen. Wir versuchen jeden Bewirtschafter und in weiterer Folge, jeden Anglern dabei zu helfen und zu unterstützen, wissenschaftlich fundierte Best Practices kennenzulernen und anzuwenden. Dazu gehört eine fundierte Ausbildung und hier sind wir laufend selbst gefordert und unterstützen wir, gemeinsam mit der Wissenschaft und in einer engen Abstimmung mit den O.Ö. Landesfischereiverband und den Fischerei- und Naturschutz Sachverständigen der O.Ö. Landesregierung.

   Send article as PDF