BEWIRTSCHAFTUNG

NATUR REPARATUR

Durch gezielte Quereinbauten, neue Lebensräume schaffen!

Durch gezielte Quereinbauten, neue Lebensräume schaffen!

Es wäre ein Meilenstein in der Oberen Traun, wenn es uns gelingen würde von der herkömmlichen und jahrelang praktizierten fischereilichen Bewirtschaftung, die mit Fisch-Besatzmaßnamen erfolgt und hier zumeist mit Besatzfischen aus der Fischzucht, zu langfristigen Strukturmaßnahmen kommen. In Bereich Strukturmaßnamen ist ja schon einiges in den letzten Jahre passiert. Einer der Highlights ist sicherlich der Engleithen Altarm, der wenn er sich mit der Wasserführung stabilisiert, einen sehr großen Beitrag in die Erhaltung, im speziellen der Äschenbestände bringen wird, wie wir schon im April/Mai 2012 beobachten konnten.

Engleithen Altarm im Oberlauf

Engleithen Altarm im Oberlauf

Fischaufstiegshilfen

Auch die Kaltenbach und Sulzbachanbindungen tragen schon sehr positiv dazu bei, dass Äschen und Regenbogenforellen zum Laichen hinaufziehen und auch die Jungfische eine Kinderstube haben.

Fischaufstiegshilfe Sulzbach wurde gut angenommen ...

Fischaufstiegshilfe Sulzbach wurde gut angenommen …

Natur Reparatur

Das Augenmerk für weitere Reparaturarbeiten an der Ischler Traun, stehen unter dem Motto: „Förderung des Leitfisches der Ischler Traun – der Äsche“. Auch mit Unterstützung von unseres Verein „Fliegenfischer Weidgerecht“ (FFW) wird damit das Bewirtschaftsungskonzept der Ischler Traun neu definiert werden. Da sich uns ursprüngliches Plan, sich der „Ansiedelung der Bachforelle“ in der Ischler Traun zu widmen, sich zur Zeit nicht umsetzen läßt. Stichwort „Schwarze Bachforelle„, so wollen wir unser ganzes Augenmerk, der auch bereits sehr gefährdeten Äsche schenken.

Bei den vorliegenden Fischbestandsaufnahmen 1998, 1994, 1995, 2005 und 2008 zeigen, dass der Populationsaufbau der Äsche suboptimal ist. Dh. es gibt einen zu geringe Anzahl an 0+ und das zeigt, dass es ganz einfach zuwenig Jungfischhabitate gibt. Da es sehr viele, sehr schnellfliessende Abschnitte gibt und auch mit den letzten Regulierungen bei der Lokalbahnbrücke, sich auch die Abflussgeschwindigkeit wesentlich erhöht hat, sollte das Augenmerk in künftigen Strukturmaßnamen darin liegen, dass wir einige beruhigende Stellen in die Traun bekommen um die Eigenreproduktion der Äsche zu fördern, um von den herkömmlichen Besatzmaßnamen weg zu kommen.

 Für die Umstetzung von solchen, mit uns abgestimmten Maßnamen, die zu einer Verbesserung der Äschenlaichplätze führen und damit eine bessere Struktur auch für den Äschennachwuchs schaffen und damit auch für Begleitfische der Äschenregion, wie Koppe, Elritze und Schneider und weiteren Kleinlebenwesen, Krebse, Muscheln und Insekten, wurde ein finanzielle Beteiligung abgestimmt.

Nächsten Schritte:

  • Definition der  Strukturmaßnamen – siehe nachfolgend ein erster Entwurf….
  • Budget’s sichern und ev. durch andere Quellen erweitern!
  • Abstimmung mit der Flußbauleitung, welche Maßnamen auch tatsächlich umgesetzt werden können!
  • Termin für weitere Besprechungen ……

Definition der ersten Teilprojekte

Natur4Reparatur - die 4 definierten Traun Abschnitte

Natur4Reparatur – die 4 definierten Traun Abschnitte

Hier wurden vier Abschnitte ausgesucht die unter folgenden Gesichtspunkten gewählt wurden:
  • Diese sollen nicht mit dem bestehenden „GEWÄSSERBETREUUNGSKONZEPT OBERE TRAUN“ korrelieren!
  • Die Zufahrt sollte leicht möglich sein.
  • Die Veränderungen sind ohne Erdhubarbeiten möglich.
  • Vorteilhafter Weise sind auch die Materialen für die Einbauten schon vorhanden und gehören nur neu geordnet.
  • In diesen Bereichen ist keine Gefährdung bei Hochwasser gegeben.
  • Mit dem einbringen von Steinen, in Niederwasserphasen realisiert werden können
  • Die größte Wirkung der Einbauten soll bei einem Pegel von 180 cm bis 250 cm liegen!

1. Teil – unterhalb Lauffen

Projektstrecke 1: unterhalb von Lauffen

Projektstrecke 1: unterhalb von Lauffen – Quereinbauten zur Wasserberuhigung

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Beispiel wie es aussehen könnte: Unterhalb von Lauffen, bevor es in die Rieslstrecke übergeht, linksufrig, im Abstand – zwei Querbuhnen!

Querbuhne entweder kpl. oder zu 2/3

Querbuhne entweder kpl. oder zu 2/3 – damit leicht Beruhigung oberhalb und durch eine zweite Buhne, zusätzliche Fischstandplätze! Optimal währe, die Wasserführung an das linke Ufer zu lenken.

Hier Sicht Richtung Lauffen, mit den skizzierten Querbuhnen

Hier Blick Richtung Lauffen, mit den skizzierten Querbuhnen. Oberhalb kommt es zu einer Strömungsberuhigung.

Die gesamte Ansicht mit den vom linken Ufer kommenden Bogen

Die gesamte Ansicht mit den vom rechten Ufer kommenden Bogen. Mit den oben liegenden Quereinbauten soll die Wasserführung nach rechts gelenkt werden und damit die unten liegende Schotterbank spülen.

Ziel in diesen Bereich, der eine sehr schnell fließende Rausche bildet, ist es im oberen Bereich eine Wasserberuhigung zu bekommen. Die Wasserführung etwas stärker ans rechte Ufer zu lenken. Mit den beiden rechts weggehenden Buhnen, die entweder durchgängig oder zu 2/3 über das Flußbett reichen, eine zweite beruhigtere Zone zu bekommen. Von unterhalb, oberhalb der Schotterbank, zieht sich vom rechten Ufer, in einem grösseren Bogen ein weiter Steinwurf. Der soll entweder vom Ufer weg gehen. Optimal wäre, wenn man die Strömung so lenkt, dass die bei normalen Wasserstand (Pegel 200 cm bis 250 cm) rechtsufrig die Schotterbank geflutet wird.

Wasserberuhigende Maßnahmen unterhalb von Lauffen

Wasserberuhigende Maßnahmen unterhalb von Lauffen

 2. Teil – Laichplatz

Hier, im Bereich unterhalb vom Trampolin, der einer der Hauptlaichplätze der Äsche darstellt, eine Struktur zu schaffen einer größeren Anzahl von Äschen das Laichen zu ermöglichen und vor allem der geschlüpften Äschenbrut bessere Unterstände in beruhigten Zonen zu bilden. Sowie etwas weiter unterhalb, die bestehenden Steine, bzw. die Steine die in der Uferböschung liegen, für strömungsberuhigende Quereinbauten in die Traun einzubringen und damit bessere Fischunterstände zu bilden.

Renat_1_Projekt_2_Teil-Aeschenlaichplatz

Projektstrecke 2: unterhalb vom Trampolin – Quereinbauten, ähnlich der bestehenden

Gleich unterhalb vom Trampolin, existiert bereits ein kleines Querbauwerk, dass unterhalb in ähnlicher Form noch 2-3 mal angelegt werden soll

Gleich unterhalb vom Trampolin, existiert bereits ein kleines Querbauwerk, dass unterhalb in ähnlicher Form noch mehrmals angelegt werden soll

Der Vorteil hier:

  • leicht zugänglich
  • ein Großteil des Materials ist vorhanden
  • dh. mit dem Einsatz einer Baumschine kann hier sehr viel erreicht werden
Strömungsberuhigende Maßnahmen

Strömungsberuhigende Maßnahmen

3. Teil – Floßgasse

Durch den Ausgleich durch den Engleithen Altarm im Hochwasserfall, wird hier schon einiges an Wasser abgelenkt. Weiters könnte man hier durch die Entfernung der linksufrigen geführten Piloten und damit einer Verbreitung des Flussbettes, eine ruhigere Wasserführung erreichen. Durch die linksufrig freiwerdenden Steine wäre auch gleich das Material für ein paar Quereinbauten vorhanden.

Aufweitung unterhalb der Engleithen Altarm Mündung

Aufweitung unterhalb der Engleithen Altarm Mündung. Durch die linkseitige Aufweitung bekommt man einen größeren Abflussquerschnitt. Mit den  Quereinbauten bekommt man eine ruhigere Wasserführung und Fischunterstände und Laichhabitate.

Strömungsberuhigung durch Aufweitung und Quereinbauten

Strömungsberuhigung durch Aufweitung und Quereinbauten

4. Teil – Lokalbahnbruecke

Hier hatten wir zur Bauzeit schon die Erwartungshaltung, dass noch ein paar Quereinbauten eingebaut werden. Auch ein oder zwei Totholzbäume (linksufrig) als Strukturelement zur Strömungslenkung und als Uferschutz würden auch eine Bettausformung gewährleisten. Diese sollen in diesen Bereich bei einem Pegel von 180 cm bis 220 cm flach überronnene Abschnitte (Furten) bilden. Ein tiefer strömender Bereiche (Rinner) sollte eher linksufrig mit ein paar Buhnen gelenkt werden. Durch diesen wechsel der Strömung, sollte es in diesen Trapezförmigen, monotonen Bereich zu einer Verbesserung der Substratsortierung und Uferverzahnung kommen.

Renat_1_Projekt_3_Teil-Lokalbahnbruecke

Projektstrecke 3: zwischen Sulzbach Mündung und Lokalbahnbrücke

Oberhalb der Lokalbahnbrücke bis zur Sulzbachmündung

Oberhalb der Lokalbahnbrücke bis zur Sulzbachmündung

 

Conclusio

Die Renaturierung von Fließgewässer ist eine komplexe  Kombination von Maßnahmen und kostet viel Zeit und Geld. Daher versuchen wir hier im kleinen Rahmen mit überschaubaren Reparaturen und Einzelmaßnahmen Verbesserungen für die Fische in der Oberen Traun zu erreichen, mit dem Ziel den Fischbestand und die Reproduktion von diesen, zu verbessern.

 

Wenn wir morgen noch fischen wollen,
müssen wir heute etwas dafür tun!

Zitat: ÖKF

 


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