ENGLEITHEN ALTARM

NOTABFISCHUNG(en) ENGLEITHEN ALTARM 2019

Wir sind mitten in einem weiteren Hitzesommer. Nach 2015 und 2018 fallen viele Gewässer erneut trocken. Wir kämpfen dafür, dass die Fische überleben.

SOMMER 2019: ANGLER RETTEN 2.000 FISCHE

Der Engleithen Altarm, oberhalb von Bad Ischl, Mitte August 2019. War 2018 noch bei einem Pegel von 185 cm “Gefahr im Verzug”, haben wir 2019 bereits bei einem Pegel von 195 cm ein trockenfallen im Altarm beobachten müssen. Der Hauptfluss tieft immer mehr ein und der Altarm “schottert” immer mehr auf und verladet. Dadurch sterben tausende Fische. Durch eine rechtzeitige Elektrobefischung können durch die Bewirtschafter der Ischler Traun, noch viele Fische gerettet werden. Hier ein Blick auf den Engleithen Altarm bei einem Pegel lt. “Max Quell” von 190 cm. (Foto oben)

Normaler Wasserstand – Pegel > 220 cm

Hier im Vergleich ein Foto mit einen normalen Wasserstand und einen Pegel von 220 cm. Diese Wasserführung würden wir stabil im Engleithen Altarm brauchen.

Auch 2019 blicken wir mit Sorge auf die anhaltende Trockenheit: In Bad Ischl werden 2.000 Fische rechtzeitig aus dem trockenfallenden Engleithen Altarm abgefischt.

(vlnr.) Fischereischutzorgan DI Karl Fehrer und Ing. Hubert Aitenbichler im Einsatz, bei der Rettung der verbleibenden Fische im trockengefallenen Engleithen Altarm.

Präventive Abfischungen ab Pegel 205 cm

Der Fischereiverein “Fliegenfischer Weidgerecht” hat den trocken gefallenen Bereich oberhalb von Bad Ischl kurzfristig noch elektrisch abgefischt. Dadurch konnten im Bereich zwischen der Einmündung in die Engleithen Altarm und dem “Kaiser Standbild“ in Bad Ischl noch rund 2.000 Fische aus den letzten Löchern gerettet werden, die noch mit Wasser gefüllt waren.

Durch die Abfischungen konnten Äschen und Forellen, die sich in diesen Bereich der Ischler Traun noch selbst fortpflanzen gerettet werden. Von der Anzahl Forellen zu Äschen, haben wir ein ca. Verhältnis von 50:50. Zusätzlich haben wir auch jeden Menge Koppen retten können und auch vereinzelt Elritzen und Aitel wurden gefangen. Auch zwei Signalkrebse waren dabei. Damit haben wir einen Indikator, dass der Signalklrebs auch schon oberhalb von Bad Ischl vorzufinden ist.
Sehr erfreuchlich, dass wir auch Bachforellen “Brütlinge” dabei hatten.

Die Fische wurden anschließend in die Ischler Traun ausgesetzt. Wie schon des öfteren berichtet, ist gerade der “Engleithen Altarm” bei Niederwasser durch die Trockenheit stark bedroht und vor allen die vielen tausend darin befindlichen “Jungfische”.

Bei vielen Fischen waren wir jedoch auch mit unserer Rettungsaktion zu spät. Diese sind in der letzten Nacht durch das Abfallen des Wassers aus den Altarm qualvoll gestorben. Bei Fischen ist das ein leiser Tot.

Jungfisch-Kindergarten

Interessanter Weise werden keine grösseren Fische im Engleithen Altarm gefangen, wie wir diese auch schon in den Vorjahren bei Abfischungen beobachten konnten. Dh. Laichfische, sowohl Äschen, wie auch Forellen können wir zur Laichzeit im Engleithen Altarm beobachten. Die verlassen jedoch diesen, nach dem Laichakt in die Traun. Damit ist der Engleithen Altarm ein sehr produktiver Jungfisch-Kindergarten, wie sich auch durch die Abfischungen bestätigt. Nur sind “Jungfische” erst ab einer gewissen Größe mit der Elektrobefischung zu befischen. Dh. je später im Jahr, es im Engleithen Altarm zu einer Austrockung kommt, desto besser können diese mit der Elektrobefischung gerettet werden.

Durch präventive Elektroabfischungen, konnten wir schon im Vorfeld durch zwei Durchgänge sehr viele Fische retten. Im Bild: Hubert Aitenbichler und Rudolf Gams bei der Elektrobefischung.

Durch die Gewitter der letzten Tage hat sich die Situation kurzfristig entspannt. Das grundsätzliche Problem bleibe aber: Es ziehen wieder Fische in den Engleithen Altarm. Fällt der Pegel, dann trocknet der Altarm wieder aus und es sterben viele Fische. Denn auch durch eine mehrmalige Elektrobefischung werden nicht alle Fische gerettet.

Vom Fischereirevier Oberes Salzkammergut sind wir zwar auf solche “Notabfischungen” bestens gerüstet. Offensichtliche Probleme, die wir am Engleithen Altarm haben, sollten jedoch im Sinne von “Tierschutz” besser gelöst werden.

Korrektur der Korrektion

Was nötig wäre, das sei im Grunde den zuständigen Behörden bekannt. Es muss die starke Eintiefung im Hauptfluss geregelt werden, dadurch steigt der Grundwasserspiegel. Diese Situation verschlechtert sich von Jahr zu Jahr. Durch Profilvermessungen haben wir schon ermittelt, dass sich der Hauptfluss um über 50 cm eingetieft hat. Dadurch fällt auch der Grundwasserspiegel ab und das zeigt auch im rascheren trockenlaufen, welches sich von Jahr zu Jahr verschlechtert. So waren wir 2012 noch bei einem Pegel von 170 cm, so sind wir heute bei 195 cm. Daraus ist zu sehen, wie sich auch der Grundwasserspiegel von Jahr zu Jahr verschlechtert und das hat direkte Auswirkungen auf das trockenfallen. Hier sehen wir auch die Gefahr, dass es zu einen Sohledurchschlag in der Ischler Traun kommen kann. Die Geschiebedecke in diesen Bereich ist nicht sehr dick, wie wir an gezogenen Piloten feststellen konnten. Dh. Maßnahmen sind hier dringen erforderlich.

Pegel Situation Sommer 2019

Wie sich bei der heurige Befischung zeigt, sind präventive Maßnahmen ab einem Pegel von 205 cm drigend erforderlich, speziell wenn kein Regen in Sicht ist. Auch ist es bei den sommerlichen, sehrt lokalen Gewittern nicht immer gesagt, dass es Auswirkungen auf den Pegel in Bad Ischl und damit einen Einfluss auf den Engleithen Altarm hat. Bei fallenden Pegel unter 200 cm sind Notabfischen und eine Rettung der verbleibenden Fische erforderlich. Speziell im unteren Bereich des Engleithen Altarmes, auf Höhe “Kaiserstandbild”, wo das Wasser im Schotter versitzt ….
Auch noch als begleitende Information, die Temperatur der Oberen Traun, beim Pegel Max Quell im August 2019. Hier sind wir, solange wir den Dachsteim Gletscher (noch) haben auf salmonidenfreundlichen Temperaturen.

Elektro Abfischungen 2019:

Poolführer, am 14.8.2019, Rudi Gams, am 19.8.2019, Harald Eidinger und am 24.8.2019, Heimo Huber

Hier: Weitere Informationen zum Engleithen Altarm!

Elektrofischer -und Notabfischungsplan vom FROSKG

Das wir vom Fischereirevier Salzkammergut (FROSKG), mit der Investition in den E-Fischanhänger und in das Transport-Equipment, sowie für die Nutzung und den Betrieb auch schon einige Personen zertifiziert haben, hat sich zum Wohle der Fische ausgezahlt. Weiters haben wir für diese Notabfischungen ein Genehmigung der OÖ. Landesregierung eingeholt.

Vergleich 2018 zu 2019

Bei der Abfischung 2018, hatten wir wesentlich mehr Fische gefangen? Eine These ist: “Vermutlich hängt es mit dem Hochwasser Ende Juli zusammen”?
Es ist jedoch auch möglich, dass nicht jedes Jahr gleich ist! Wie ich heuer bei der Laichäschenzählung festgestellt haben, hatten wir weniger Laichfische. Zumindest bei meinen Fisch-Zählungs-Gängen!

Danksagung

Diese Arbeit wäre ohne die intensive Mitwirkung einer Vielzahl von Personen nicht möglich. Ich bedanke mich daher sehr herzlich – bei Hubert Aitenbichler, Rudolf Gams, Harald Eidinger und Karl Fehrer, die mich bei den Abfischungen im August 2019 unterstützt haben.

„  Es ist nicht genug zu wissen, man muss es auch anwenden. Es ist nicht genug zu wollen, man muss es auch tun.“

Zitat von Johann Wolfgang von Goethe

 
   Send article as PDF